Avengers 4 Endgame
Die verbliebenen Avengers werden sich Thanos ab dem 24. April noch einmal vorknöpfen. ⎸Foto: Walt Disney Studios
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11. Apr 2019

David Streit

Filme

"Avengers 4: Endgame": Alles, was du darüber wissen musst!

FILMICUM APRIL

Thema der Woche: "Avengers 4: Endgame" — was du wissen musst

Nach mehr als zehn Jahren zusammenhängender Marvel-Superheldenfilme sind wir nur noch zwei Wochen vom großen Finale entfernt. Die Regisseure Anthony und Joe Russo haben angekündigt, dass sie mit "Avengers 4: Endgame" wirklich alle offenen Storyfäden aus den bisherigen 21 Filmen zusammenführen und beantworten wollen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das sich auch in der Spielzeit von drei Stunden (!) zeigt. Wir nehmen uns daher die Zeit, um dich angemessen auf das wichtigste Kino-Ereignis der letzten Dekade vorzubereiten.

Die korrekte Reihenfolge aller Filme

Höchste Zeit mit deinem Marvel-Film-Marathon zu starten, falls du dir noch einmal alle Geschichten ins Bewusstsein rufen möchtest. Sportliche 1,5 Filme müsstest du dafür in den nächsten zwei Wochen pro Tag schauen. Machbar! Die eigentliche Frage ist nun jedoch, was die korrekte Reihenfolge ist. Möglichkeit 1: Sortiert nach Erscheinen – damit siehst du sie so, wie sie nacheinander im Kino angelaufen sind und allen Fans der ersten Stunde gesehen wurde. Du startest also mit "Iron Man" und arbeitest dich bis "Captain Marvel" vorwärts. Möglichkeit 2: Chronologisch – also entsprechend der zeitlichen Abfolge der Handlungen sortiert. In dem Fall solltest du mit "Captain America: The First Avenger" starten und "Ant-Man and the Wasp" enden. Die Redakteure vom PC-Magazin haben für beide Varianten Listen mit allen 21 Filmen erstellt. Das Beste: Dort siehst du auch, wo einige der Filme aktuell im Streaming-Abo verfügbar sind.

Im Grunde genügt es aber zu wissen, dass sechs "Infinity Steine" die stärksten Kräfte im Universum abbilden: Raum, Zeit, Gedanken, Realität, Macht und die Seelen. Viele der magischen Steine haben wir im Laufe der letzten Jahre kennengelernt. In "Avengers 3: Infinity War" ist es nun dem Überbösewicht Thanos gelungen sie alle in seinen Besitz zu bringen. Am Ende genügte ein Fingerschnippen von ihm, um die Hälfte allen Lebens im gesamten Universum auszulöschen. Seiner Meinung nach seien nun wieder genug Raum und Essen für alle da, um weder hungern zu müssen, noch um obdachlos zu sein. Doch in seiner Willkür riss er damit natürlich auch Milliarden Beziehungen auseinander – und den verbliebenden Helden schmeckt das gar nicht.

Wer hat überlebt?

Das Ende von Phase 3 des MCU (dazu zählen alle bisher erschienenen neun Filme seit dem 2016er "The First Avenger: Civil War") markiert auch das Ende der Helden aus der ersten Stunde. Denn fast nur die Superhelden aus der Phase 1 haben überlebt und müssen sich ein letztes Mal zusammenraufen, um sich gegen Thanos zu behaupten. Zu den Überlebenden zählen etwa Iron Man, Captain America, Thor, Hulk, Black Widow und Hawkeye. Ihre letzte Schlacht wird mit so manchem Abschied verbunden sein.

Nach Thanos’ Fingerschnipp sind dagegen neuere Helden wie Dr. Strange, Black Panther, Star Lord und Spider-Man zu Staub zerfallen. Doch eine Marvel-Welt ohne sie ist unvorstellbar! Also vertrauen wir mal darauf, dass Marvel noch einiges mit ihnen vor hat und Doctor Steven Strange Recht behält. Denn er hat in letzter Sekunde den Zeitstein dafür genutzt, um die eine Zukunft von Millionen möglichen zu finden, in der Thanos besiegt und seine Tat vielleicht sogar ungeschehen gemacht werden kann. Leider musste er sich und den Stein in diesem Szenario auch opfern.


So hat sich Marvel verändert

Bei 17 verschiedenen Regisseur*innen und noch viel mehr Drehbuchautor*innen, ist die inhaltliche Konsistenz eines gemeinsamen filmischen Universums allein eine Mammutaufgabe. Dafür zeichnet sich Marvel-Mastermind Kevin Feige verantwortlich. Er plant auf Jahre voraus, wohin sich die Geschichten entwickeln werden und gibt große Meilensteine vor, die wiederum kreativ in den einzelnen Filmen umgesetzt werden können. Weil das MCU langsam richtig voll wird, konzentrieren sich aber auch die Geschichten immer stärker auf die Helden, anstatt auf eine Welt mit Helden.

In den ersten Filmen haben wir etwa noch viel stärker gesehen, wie die Welt auf Superhelden reagiert und welche Konsequenzen die Verwüstung ganzer Städte nach sich ziehen. In "Avengers 3: Infinity War" spielten Zivilisten oder gar Außenperspektiven gar keine Rolle mehr – schließlich galt es eine ganze Batterie Stars mit genügend Screen-Time zufrieden zu stellen. Außerdem finden immer mehr Entwicklungen außerhalb der Bildschirmzeit statt, was es schwierig macht am Ball zu bleiben (was war noch mal die Konsequenz, dass Hydra S.H.I.E.L.D. unterwandert hat?) oder ganze Filme werden in der nächsten Szene irrelevant gemacht (was bringt es Thor Asgards Bewohner zu retten, wenn Thanos diese sofort umbringt?).

Wir finden, dass sich Marvel in der Phase 4 wieder mehr auf die persönliche Ebene fokussieren sollte und weniger auf epochale CGI-Schlachten. Den Anfang macht "Spider-Man 2: Far From Home" mit einem Ferientrip nach Europa (Start: 05. Juli). Außerdem bietet der angekündigte Streamingdienst von Mutterkonzern Disney die Chance auch Abseits der großen Leinwand Geschichten fortzuführen. So könnte zum Beispiel die Team-Dynamik in einer neuen Avengers-Crew beleuchtet werden, bevor es zum nächsten großen Einsatz geht. Dafür braucht es dann auch kein Millionen-Budget, sondern nur ein paar gute Drehbücher.

Rekordverdächtig: So viel verdient Marvel pro Filmminute

Moviepilot hat ermittelt, wie viel Marvel mit jeder Filmminute seiner 21 Kinostreifen durchschnittlich verdient hat. Dafür haben sie die Gesamt-Einnahmen durch die Gesamt-Laufzeit geteilt – und einen astronomischen Wert von 6,8 Millionen Dollar pro Minute ermittelt. Kein schlechter Schnitt! Das erklärt uns auch, warum die Filme immer länger werden: Time ist schließlich Money. Mehr Insights findest du bei den Moviepiloten.

Neu im Kino: "Christo – Walking on Water"

"Christo – Walking on Water" (Kinostart: 11. April) – Weiter geht es mit etwas Hochkultur. Das Künstler-Ehepaar Christo und Jeanne-Claude ist bekannt für seine Verhüllungsaktionen (zum Beispiel vom Berliner Reichstag im Jahr 1995) und die Veränderungen ganzer Landstriche. Man muss wissen, dass sich ihre Projekte oft Jahrzehnte in der Vorbereitung befinden. Bis alle Genehmigungen eingeholt sind und die Machbarkeit bis zum Ende durchgeplant ist, braucht es vor allem Geduld. So kam es auch, dass Christo das gemeinsame Projekt "The Floating Piers" leider erst nach dem Tod seiner Frau vollenden konnte. Die Dokumentation "Christo – Walking on Water" begleitet ihn in den Monaten und Tagen vor und nach der Eröffnung 2016.

Die Idee: Ein schwimmender Steg soll es Menschen ermöglichen über das Wasser zu spazieren. Dafür wurden eigens 220.000 Schwimmkörper angefertigt, die wie ein Puzzle zusammengesteckt werden konnten und so einen 16 Meter breiten und 3 Kilometer langen Spazierweg zwischen den italienischen Inseln Monte Isola und Isola di San Paolo ergaben. Die Doku zeigt, mit welcher Leidenschaft der Künstler und sein Team sich dem 20 Millionen teuren Projekt gewidmet haben. Besonders hitzig wird es spätestens mit der Eröffnung, als die geschätzten Besucherzahlen für die gesamte Laufzeit der Installation gleich am ersten Tag erreicht werden. Und mit jedem Tag wollten mehr Menschen aufs Wasser! Da wird man selbst vom Zuschauen leicht seekrank.


Streamingperle: "Neukölln Unlimited"

"Neukölln Unlimited" (Dauerhaft verfügbar bei der Bundeszentrale für politische Bildung) – Die Geschwister Lial, Hassan und Maradona wachsen in Berlin Neukölln auf. Ihre Jugend ist von der Leidenschaft für Breakdance und Musik, sowie vom Kampf ihrer Familie für ihr Bleiberecht geprägt. Seit 16 Jahren leben sie schon ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland. Die 2010er Doku zeigt, wie sich die jungen Neuköllner behaupten und wovon sie träumen.


Trailer der Woche: "Stuber"

"Stuber – 5 Sterne undercover" (Kinostart: 22. August) – Die neue Comedy vom Regisseur von "The F-Word": Was würden Taxi-Fahrer nicht alles für eine Fünf-Sterne-Bewertung tun! Im Fall von Stu (Kumail Nanjiani) eine ganze Menge. Von Polizist Vic (Dave Bautista) lässt er sich dafür sogar auf eine halsbrecherische Verbrecherjagd quer durch die Stadt ein. Jetzt heißt es erstens: Den Fahrgast zufrieden stellen. Und zweitens: Am Leben bleiben.

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