Beste Serie 2019 Dark Staffel 2
Am 21. Juni 2019 erscheint die zweite Staffel der deutschen Netflix-Produktion "Dark". | Foto: Netflix
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06. Jun 2019

David Streit

Filme

Die beste Serie 2019: Was wird das nächste "Game of Thrones"?

Der FILMICUM-Hype-Ausblick

Thema der Woche: Die beste Serie 2019 nach "Game of Thrones"

Nach acht Staffeln und 23 Filmen haben sowohl HBO, als auch Marvel einen (vorläufigen) Schlussstrich unter ihre Geschichten gezogen – sie sind auserzählt. Um nun nicht in ein großes Loch zu fallen, haben wir für dich einmal nach den nächsten Hypes und der besten Serie 2019 Ausschau gehalten. Nebenbei verraten wir dir auch die wichtigsten Gründe, was Inhalte zu echten Dauerbrennern macht.

Relevanz muss man sich verdienen: "Black Mirror"

Eines ist klar: Ein Hype entsteht nicht über Nacht. Oft müssen viele Jahre vergehen, damit eine Reihe in allermunde ist. "Black Mirror" ist so ein Fall! Bevor Netflix die Serie ins internationale Programm genommen hat, liefen in Großbritannien bereits drei Staffeln. Die Serie erzählt Geschichten über die großen und kleinen Veränderungen durch Technologie in unserem Alltag. Mal tritt da z.B. ein virtueller Charakter zur Wahl an, ein anderes Mal bestimmt ein Punktesystem unseren sozialen Status. Jede Folge widmet sich einem anderen Aspekt der Digitalisierung und zeigt die gesellschaftlichen Auswirkungen, die es um jeden Preis zu verhindern gilt.

Richtig durch die Decke ging es für "Black Mirror" schon einmal im Dezember 2018, als der interaktive Film "Bandersnatch" erschien. Darin entscheidet man als Zuschauer*in erst über einfache Fragen wie die Wahl der Frühstücks-Cornflakes – und später auch über Mord. Erst vor kurzem ist Staffel 5 mit drei neuen Geschichten online gegangen – unter anderem mit Miley Cyrus. Happy Streaming!

Ein großes Spektakel: "Der Herr der Ringe"

Eine Episode von "Game of Thrones" hat allein zehn Millionen Dollar gekostet – ein Vielfaches dessen, was anderen Serien für eine ganze Staffel zur Verfügung steht. Und diesen sogenannten Production Value sieht man als Zuschauer. Das ermöglicht zum Beispiel viele Drehorte überall auf der Welt zu bereisen bzw. lässt ganze Kulissen-Städte entstehen, in denen sich die Darsteller und Darstellerinnen aber völlig frei bewegen können. Insbesondere Streaming-Studios haben darum großzügig budgetierte Serien angekündigt, die es mit Kino-Produktionen aufnehmen können sollen. 2020 wird Amazon etwa eine Serie aus dem "Herr der Ringe"-Universum ins Rennen schicken, von der es heißt, sie sei die teuerste Serie aller Zeiten. In die GoT-Fußstapfen wollen auch der US-Sender Showtime mit der Spiele-Adaption "Halo", Apple mit der Romanverfilmung "Foundation" und Netflix mit der History-Serie "Die Barbaren" aus Deutschland treten. Allesamt bieten großes Hype-Potential.

Miträtseln ist ein Muss: "Dark"

Hast du gewusst, dass sich Hardcore-Fans die Mühe machen, ganze Wikipedia-ähnliche Lexika für Filmreihen und Serien zu kreieren? Dort werden also alle Details festgehalten, die es so über Charaktere, Orte und deren Zusammenhänge zu wissen gibt. Eine Serie, die das mit als erstes hervorgebracht hat, war "Lost" von J.J. Abrams. Er hat mal erzählt, dass sich bei ihm alles um eine schwarze Box mit einem großen Fragezeichen darauf dreht: Was befindet sich darin? Was ist der Schlüssel zu allem? Wie kam eins zum anderen? Wenn man den Zuschauern nämlich genau eine solche Unbekannte als Ausgangslage liefert, werden sie automatisch zum Miträtseln animiert.

Mit dieser Erfolgsformel gelang es der deutschen Netflix-Serie "Dark" ein internationales Publikum zu begeistern. Die erste Staffel hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so geschickt miteinander verknüpft, dass man gar nicht anders konnte, als ganz genau hinzuschauen und eigene Theorien aufzustellen. Am 21.06. geht es übrigens mit Staffel 2 weiter.



Bekannt, aber neu: "The Bold Type"

Nicht ganz zu unterschätzen ist es auch bereits bestehende Fangemeinschaften mit neuen Inhalten abzuholen. Ob diese nun aus Comics, Büchern oder älteren Serien stammen, ist dabei fast egal. Die Fans von "The Wire" bekommen mit "True Detective" (läuft bei Sky) beispielsweise eine neue Kriminal-Welt an die Hand. Um Drogen und den Aufstieg zum Big Boss geht es sowohl in "Breaking Bad", als auch in der neuen Serie "Ozark" (läuft bei Netflix). Und was "Sex and the City" für die 90er war, kann heute eben "The Bold Type" (läuft bei Amazon) werden. Darin dreht sich alles um eine Dreier-Frauen-Clique, die in einer Modezeitschrift Karriere machen will. Besonders ist darin der klischeebefreite Umgang mit Themen wie gleichgeschlechtlicher Liebe, Missbrauch und Social Media. Die Serie erzählt genau die richtigen Geschichten, um eine neue Generation zu begeistern.



Wissen, wann Schluss ist: "Veep – Die Vizepräsidentin"

Klar, zu einem besonders großen Hype gehört es auch, sich auf ein Ende freuen zu können. Es braucht eben diesen einen Moment, auf den alles hinausläuft und auf den man (gerne auch viele Jahre) hinfiebern kann. In so einem großen Finale dürfen die Emotionen dann gerne auch mal überkochen! Auf jeden Fall merkt man Serien wie "The Walking Dead" an, die auf unzählige weitere Staffeln angelegt sind, dass sie sich irgendwann selbst überleben und nicht mehr so recht wissen, was sie einem eigentlich noch über Zombies erzählen wollen. Da ist es doch besser, wenn die Showrunner einen klaren Story-Bogen verfolgen und genau wissen, wann Schluss ist. In diesem Jahr enden zum Beispiel die Serien "Homeland", "Mr. Robot", "Suits" und "Orange is the New Black" mit einer finalen Staffel.

Besonders freuen wir uns aber auf "Veep – Die Vizepräsidentin" (läuft bei Sky), weil die Serie schon vor Donald Trump den Irrsinn der amerikanischen Politik auf den Punkt gebracht hat. Und jetzt hoffentlich ein um so wichtigeres Zeichen für mehr Demokratie in Zeiten von Fake News & Co. setzen kann.



Bald im Kino: "Men in Black: International" (Start: 13. Juni)

"Men in Black: International" (Kinostart: 13. Juni) – Jeder kennt die "Men in Black"-Reihe mit Will Smith in der Hauptrolle. Jetzt wird die Welt der alienjagenden Sonnenbrillenträger noch ein Stückchen größer: Als Kind wurde die Familie von Agent M (Tessa Thompson) von MIB-Agenten geblitzdingst – nur sie wurde übersehen und damit ist ihr Gedächtnis nicht ausgelöscht worden. Also will sie ihr ganzes Leben lang nichts sehnlicher, als herausfinden was damals geschah und selbst ein Teil der Geheimorganisation werden.

Als erster Auftrag geht es für die frisch gebackene Agentin nach London, wo sie Agent H (Chris Hemsworth) dabei helfen soll einen Maulwurf im Team zu enttarnen. Die MIB wurde nämlich von der Gestaltenwandler-Alienrasse namens "der Schwarm" infiltriert und hat es auf nicht weniger als die Weltherrschaft abgesehen.

Der von F. Gary Gray ("Straigth Outta Compton") inszenierte Action-Film hat die allerbesten Voraussetzungen für einen echten Hit: Die Geschichte spielt in einer Welt, in der wir Zuschauer uns bereits bestens auskennen. Darum können ein neues Team (mit einer Frau, finally), neue Aliens, Waffen und Autos sowie ganz neue Drehorte überall auf der Welt wirklich mit ausgefallenen Ideen punkten. Weiterhin liegt der letzte Teil "Men in Black 3" schon ganze sieben Jahre zurück – genug Zeit also, um wieder große Vorfreude zu entwickeln. Dass Tessa Thompson und Chris Hemsworth zudem als Leinwandduo funktionieren, haben sie übrigens erst 2017 in "Thor 3: Tag der Entscheidung" bewiesen.



Streamingperle: So kaufen sich Rapper in die Charts – Recherche vom Y-Kollektiv

"Der Rap Hack: Kauf Dich in die Charts! Wie Klickzahlen manipuliert werden" (dauerhaft verfügbar) – Rapper brechen aktuell alle Streaming-Rekorde in Deutschland. Für ihren Erfolg sind neben Können auch Instagram, YouTube und Spotify zu wichtigen Marketing-Plattformen geworden. Die Klickzahlen sind zu Gradmessern für die Relevanz eines Künstlers geworden. Y-Reporter Ilhan Coskun trifft einen selbsternannten Social-Media-Experten, der ihm beweisen will, wie einfach sich die Plattformen manipuliert lassen. Außerdem behauptet er viele bekannte Künstler genau mit dem Generieren von Streams, Views und Klicks in die Charts verholfen zu haben. Ein Selbstversuch soll beweisen, wie leicht das geht.

Darauf freuen wir uns: "Der Distelfink"

"Der Distelfink" (Kinostart: 10. Oktober) – Selten sehen Trailer so sehr nach Poesie aus, wie im Fall von "Der Distelfink". Kein Wunder: Der Thriller basiert schließlich auf dem gleichnamigen und mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman von Donna Tartt. Darin überlebt ein 13-jähriger Junge nur knapp einen Terroranschlag auf das New Yorker Met-Museum, bei dem seine Mutter und viele weitere Menschen ums Leben kommen. In Folge dessen gelangt ein Gemälde in den Besitz des Jungen Theo Decker (Ansel Elgort), das sein ganzes Leben in eine neue – kriminelle – Bahn lenken wird. Wir können den Kinostart kaum abwarten!


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