Streamingdienst von Apple
James Cordens Carpool Karaoke ist das erste Format von Apples Streamingdienst | Foto: Apple
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02. Aug 2018

Hella Wittenberg

Filme

Film-News: Apple macht Netflix bald Konkurrenz

Neu im Kino: "Mission: Impossible 6 - Fallout" und "Grenzenlos"

"Mission: Impossible 6 - Fallout" (Kinostart: 02. August 2018) – Willkommen zu einer neuen unmöglichen Mission. Gleich zu Beginn begeht Ethan Hunt (Tom Cruise) eine folgenschwere Entscheidung: Statt das gefährliche Plutonium sicherzustellen, rettet er seinen IMF-Kollegen und langjährigen Freund Luther (Ving Rhames). Doch nun beginnt ein Kampf gegen die Zeit. Gelingt es den verschiedensten Geheimdiensten (mit dabei: Rebecca Ferguson, Henry Cavill) die Welt vor dem radioaktiven Fallout zu bewahren? Hier scheint jeder gegen jeden anzutreten, um bloß nicht als Verlierer dazustehen.

Mit seinen 56 Jahren dreht Tom Cruise noch einmal richtig auf. Für "Mission: Impossible 6 – Fallout" hängt er sich an einen Helikopter oder lässt sich bei einem Motorradunfall einmal quer über die Straße schleudern. Als Dank gab es dieses Mal nur einen Knochenbruch – und eine Vielzahl ultra-realer Action-Sequenzen. Das Besondere ist nämlich, dass der Adrenalin-Kick durch möglichst lange Szenen ausgelöst wird.

Denn wenn Cruise schon alles selbst spielt, dann soll man das auch sehen! Storytechnisch wird es in diesem Teil langsam sehr verworren, da man viele Fäden aus den letzten Filmen aufgreift und zu einer persönlichen Geschichte für Ethan Hunt zusammenlaufen lässt. Wer da den Anschluss verpasst hat, kann sich aber immer noch auf die handgemachte Action freuen.



Wim Wenders: "Grenzenlos"

"Grenzenlos" (Kinostart: 02. August 2018) – Eigentlich könnte alles ziemlich gut sein: Biomathematikerin Danielle (Alicia Vikander) trifft in der schönen Normandie auf den Undercover-Agenten James (James McAvoy) und die beiden verlieben sich ziemlich schnell ineinander. Doch nach der schönsten Zeit kommt für die zwei die schlimmste. Denn sie arbeiten bald an völlig unterschiedlichen Orten auf der Welt. Sie plant einen extrem tiefen Tauchgang Nähe Island und er folgt einem Auftrag in Ostafrika. Als James dort von Jihadisten gefangen genommen wird, weiß niemand davon. Für Danielle ist die Funkstille unerklärlich und sie zweifelt an seiner Liebe, während er um sein Leben bangen muss.

Regisseur Wim Wenders ist gerade ziemlich umtriebig. Sein "Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" ist noch gar nicht lange her, da folgt schon sein nächster Film. Mit der Romanadaption von "Grenzenlos" bedient er wieder ein völlig neues Genre, aber die Ausführung erweist sich erneut als makellos. Die Romanze mit der dramatischen Entwicklung ist immer dann am besten, wenn das frische Paar miteinander im Dialog steht. Die Worte sind poetisch wie philosophisch gewählt, die Schauplätze strahlen einfach nur paradiesisch. Wer danach nicht mindestens in die Normandie möchte, der hat nicht richtig hingeschaut!



Thema der Woche: Apple macht Netflix bald Konkurrenz

Die gefühlte alleinige Herrschaft von Netflix und Amazon Prime könnte bald vorbei sein. Denn im nächsten Jahr zieht Apple nach und fährt seinen eigenen Streamingdienst auf. Das war eigentlich nur eine Frage der Zeit, oder? Schließlich war Apple der erste Anbieter für das legale Musikdownloaden – es ist nur konsequent sich jetzt auch auf dem Streamingmarkt zu etablieren und mit der Zeit zu gehen. Dafür hat das Unternehmen gleiche eine Milliarde Dollar zur Seite gelegt. Denn Apple will sich mit Eigenproduktionen breit aufstellen.

Spekulationen braucht es an dieser Stelle keine, denn Apple prahlt bereits gerne mit namhaften Mitstreitern. Da wäre zum einen "Game of Thrones"-Star Jason Momoa, der in einer Drama-Serie namens "See" im Sommer 2019 zu sehen sein soll. So mächtig viel gibt es noch nicht zu der Show zu sagen, abgesehen davon, dass sie in einer Zukunft spielt, in der die meisten Menschen blind sind – abgesehen von einem neugeborenen Zwillingspaar. Steven Knight ("Peaky Blinders") sowie Francis Lawrence ("Die Tribute von Panem: Catching Fire") sind die Köpfe hinter der Serie.

Das sind natürlich nicht die einzigen großen Namen, mit denen Apple hausieren geht. Mit Steven Spielberg konnte eine weitere Größe des Showgeschäfts gewonnen werden. Der Filmemacher versucht sich ebenfalls im Seriensegment. Und zwar wird es von ihm eine Neuauflage der 80er-Jahre-Serie "Amazing Stories" geben. Zehn Folgen lang geht es auf einen echten Horror-Trip mit Außerirdischen und Magiern, die beispielsweise Mörder und Gängster aufspüren. Ein Veröffentlichungstermin ist dazu noch nicht bekannt.

Ein weiteres Highlight ist die Kooperation mit dem Dream Team von "The Big Sick", Kumail Nanjiani und Emily v. Gordon. Auch die zwei haben sich an eine Serie gemacht. "Little America" handelt von Immigranten in den USA in der Trump-Ära. Wenn das nicht gut wird, dann fressen wir einen Besen!

Auch J.J. Abrams (als Produzent einer Sci-Fi-Produktion) und Hailee Steinfeld (als Dichterin Emily Dickinson) sind bei Apples Neustart mit an Bord. In jedem Fall ist es keine schlechte Idee auf Eigenproduktionen zu setzen. Zumindest bestimmen die von Netflix und Amazon mittlerweile auch die Oscars und Golden Globes. Amazons "Manchester by the Sea" war 2017 der Abräumer bei den Academy Awards und in diesem Jahr heimste die Netflix-Doku "Ikarus" den Preis als Beste Dokumentation ein.

Das bedeutet: die Filmindustrie wird mehr und mehr umgestülpt. Mehr Gelder strömen in Serien und nicht in fette Blockbuster. Das erlaubt neben vielen etablierten Schauspielern und Filmemachern auch neuen Gesichtern ihren Platz im Scheinwerferlicht zu finden. Und dass es Apple in dieser Art von Entertainment auch wirklich drauf hat, wurde bereits mit ihrer Carpool Karaoke bewiesen. Das ist Unterhaltung innovativ gedacht, kurzweilig und am Puls der Zeit. Also wir hätten Bock auf mehr!



Rekordverdächtig: Warner Bros. haut die meisten Filme im Jahr raus

Warner Bros. ist neben Disney, Paramount, Sony Pictures und Universal eines der größten Studios in Hollywood. Sie sind aber tatsächlich die einzigen, die noch ganze 30 Filme im Jahr rausbringen. Universal schafft es gerade mal auf 14 im Jahr, Sony ist mit 26 noch am ehesten auf Aufholjagd. Im vergangenen Jahr ließ es Warner Bros. sogar richtig krachen und beschenkte uns mit 33 Werken. Darunter "Wonder Woman", "Dunkirk" und "Es". Also alles große Streifen, die die Kassen klingeln ließen.

Damit kann es sich das Studio schon mächtig gut gehen lassen. Und wenn etwas in ihren Augen doch nicht laufen sollte, wird es lieber aus dem Programm geworfen. So konnten sie es sich leisten Andy Serkis’ Realfilmverfilmung von "Mogli" in letzter Minute abzuschütteln. Bevor es der Film Anfang 2019 ins Kino schaffen konnte, entschied man sich ihn kurzerhand an Netflix zu verkaufen. Das sichert Geld und minimiert Risiken – schließlich gab es Mogli erst vor zwei Jahren in Disneys Adaption "The Jungle Book" zu sehen. Genügend andere Sachen hat Warner Bros. ja für diese Jahr noch in petto. Da wären zum Beispiel "Phantastische Tierwesen 2", "Creed 2" oder auch "Aquaman", auf die wir schon ziemlich gespannt sind.



Streaming-Perle: "Leben und lieben in L.A." (Dauerhaft verfügbar bei Netzkino)

Elf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, suchen in Los Angeles nach Glück, Liebe und Zuneigung. Jeder tut das auf seine Weise, jeder hat andere Vorstellungen, für jeden zeigt sich das Gesicht der Liebe anders. Paul und Hannah (Sean Connery und Gena Rowlands) zum Beispiel wirft ein weit zurückliegender Seitensprung aus der Bahn. Meredith (Gillian Anderson) ist zu lange alleine gewesen, um sich auf eine Beziehung mit Trent (John Stewart) einzulassen. Und Joan (Angelina Jolie) versucht sich im Club Keenan (Ryan Philippe) zu angeln, der wiederum nichts von Beziehungen wissen will. Das ist ein wahres Gefühlchaos!

Darauf freuen wir uns: "Mid90s" (Deutscher Kinostart: unbekannt)

Jonah Hill kennt man ja. Super Typ, der mit "The Wolf of Wall Street" die Karriereleiter bis oben hin erklomm. Was soll da noch kommen? Ganz klar: sein Regie-Debüt! Bei "Mid90s" schrieb er gleich noch das Drehbuch und ermöglicht schon im Trailer eine herrlich warmherzige Retro-Stimmung. Wir folgen einem 13-jährigen Jungen (Sunny Suljic) durch seinen Sommer, der voll von neuen Entdeckungen ist. Wir erleben seinen Blick auf L.A. der 90er-Jahre, wir sehen die coolsten Skate-Stunts und fiese Mobber-Momente. Hoffentlich lässt der Kinostart für Deutschland nicht allzu lange auf sich warten!

 

Die nächste FILMICUM erscheint am 16. August

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