Buffy Serie Reboot
Buffy is back? Ein Reboot der Serie ist geplant | Foto: 20th Century Fox Home Entertainment Germany
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15. Mär 2018

Hella Wittenberg

Filme

Film-News: "Buffy" und "Roseanne"-Reboots – Die Neunziger sind zurück

Neu im Kino: "The Florida Project" und "I, Tonya"

"The Florida Project" (Start: 15. März 2018) – Moonee (Brooklynn Prince) hat eigentlich ein ziemlich tolles Leben. Die Sechsjährige genießt mit ihren Freunden den Sommer in Florida, die wie sie in einem Motel in der Nähe von Disney World wohnen. Zusammen machen sie die Gegend unsicher. Die Freunde erbetteln sich bei Fremden Geld für Eis, sie machen Spuck-Wettbewerbe und zünden einfach nur zum Spaß mal ein Haus an. Was Moonee dabei nicht sieht: Ihre gerade mal 22-jährige Mutter (Bria Vinaite) hat ordentlich mit Geldsorgen zu kämpfen. Und bald hilft da nicht einmal, dass der gutmütige Hotelmanager (Willem Dafoe) ständig bei allem ein Auge zudrückt.

Bei den Oscars 2018 war Willem Dafoe als Bester Nebendarsteller nominiert – aber wer sich das Drama von Sean Baker anschaut, wird sich fragen, warum die Hauptdarstellerin Brooklynn Prince nicht einmal eine Nominierung erhalten hat. Denn sie spielt so überzeugend, dass es einem schwerfällt bei einer traurigen Szene nicht mit ihr gemeinsam komplett die Fassung zu verlieren. Im krassen Gegensatz zu ihrer unermüdlichen positiven Energie und den knalligen Farbe des Motels steht das gezeigte Elend. Hier nagt eigentlich jeder Bewohner am Hungertuch. Und dennoch zeigt "The Florida Project" so viel Lebensfreude und Einfallsreichtum, dass es einem schier die Sprache verschlägt.

"I, Tonya" (Start: 22. März 2018) –  Die wirklich wahre Geschichte der Eiskunstläuferin Tonya Harding (gespielt von Margot Robbie): Schon mit vier Jahren wird sie von ihrer strengen Mutter (Allison Janney) zum Training geschickt und schnell ist sie besser als jede andere auf dem Eis. Als ihr dann nach Jahren sogar als erste Frau in dem Sport der Dreifach-Axel gelingt, wird ihr auch die Aufmerksamkeit zuteil, die sie sich so lange gewünscht hat. Von ihrer Mutter und ihrem Freund wurde Tonya immer wieder misshandelt – aber in Wettbewerben feierte und liebte man sie schließlich. Doch auch die positive öffentliche Wahrnehmung hält nicht lange an. Denn sie soll davon gewusst haben, dass ihr Mann (Sebastian Stan) einen Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan geplant und durchgeführt hat. So schnell die Karriere an Fahrt aufgenommen hat, so zügig ist sie auch wieder vorbei.

So ein Biopic gab es bisher noch nicht. Schlimme, traurige und echt grausame Szenen werden hier mit einem Augenzwinkern erzählt, als wären sie alle nur ein schlechter Witz. Das gesamte Drama wird zudem in einer Schnelligkeit erzählt, dass sich das Sprichwort "eine Achterbahn der Gefühle" regelrecht aufdrängt. Der Aufstieg und Fall der Tonya Harding steht hier aber auf jeden Fall im Vordergrund – die Attacke auf Nancy sowie das Eiskunstlaufen an sich rücken dabei gern mal an die zweite bzw. dritte Stelle. Ein Film wie Pop Art.

Thema der Woche: Die Neunziger feiern ein Comeback in Kino und TV

Schon gehört? Die Neunziger haben angerufen – sie wollen ihre Serien zurück! Aber jetzt mal ehrlich: Momentan haben die Neunziger ein echtes Comeback. Schon mit dem Netflix-Original "Everything Sucks" spürte man deutlich die Retro-Vibes. Überall waren Flanellhemden und Tattooketten zu sehen sowie die Musik von Tori Amos zu hören. Jeder Nostalgie-Freund konnte sich über die Szenen aus einer Zeit freuen, in der das Internet für die Masse immer noch ein unfassbares und kaum entdecktes Mysterium darstellte. Einfach magisch!

Aber damit hört der Hype natürlich nicht auf. Mittlerweile ist sicher, dass es neue Folgen von "Roseanne" geben wird. Und diese laufen in Amerika bei ABC sogar schon ab dem 27. März 2018. Wie wir in Deutschland das Revival mitfeiern können, ist bisher nicht klar.

Ein weiteres Schmankerl aus vergangenen Tagen ist "Buffy". Derzeit gibt es heiße Diskussionen darum, ob es wirklich ein Reboot mit der Vampirjägerin geben wird. Tatsächlich ist man dafür sogar mit dem "The Avengers"-Regisseur Joss Whedon im Gespräch, der überhaupt erst "Buffy" in den Neunzigern erschuf.

Fakt ist: Wir können einfach nicht genug von der guten alten Zeit bekommen. Doch weshalb sind wir so scharf darauf? Vielleicht liegt es ja daran, dass Frauen in den Neunzigern coole, vielseitige Hauptrollen auf den Leib geschrieben wurden. Sarah Michelle Gellar mimte dieses unverwüstliche Powergirl, das trotzdem auch sinnlich und mitfühlend sein konnte. In "Roseanne" bekam man einen Einblick in den Alltag einer Familie, aber vor allem auch in den der Mutter – die der sprichwörtliche Fels in der Brandung für ihren Mann und ihre Kinder zu sein scheint.

In "Everything Sucks" erlebt man auch mehr als eine Schülerin, die sich traut, aus dem Schatten der Männer herauszutreten, bzw. diese auch ohne Probleme anzuführen, und die sonst auch ihr eigenes Ding macht. Also eigentlich ist diese ganze Nostalgie-Nummer gar nicht mal so verkehrt, oder? Schließlich bringt der Retro-Chic wieder mehr Farben und Facetten ins Kino (zum Beispiel mit "Lady Bird" und "Captain Marvel") und ins Fernsehen. Eigentlich genau das, was sich Frances McDormand bei den diesjährigen Oscars in ihrer Gewinnerrede gewünscht hat!

Rekordverdächtig: US-Kino zeigt 31 Stunden Marvel-Filme am Stück

Marvel ist immer wieder für Rekorde gut. In diesem Jahr feiert die Superheldenschmiede den zehnten Geburtstag des Marvel Cinematic Universe – denn 2008 ging alles mit "Iron Man" so richtig los. Um das und den Start von "Avengers 3: Infinity War" (Kinostart: 26. April 2018) zu zelebrieren, veranstaltet die US-Kinokette AMC nun einen Marvel-Marathon.

In 31 Stunden kann man sich dann am Stück alle Superheldenfilme des Marvel Cinematic Universe hintereinander reinziehen. Wer dieses Event mitmacht und dabei auch noch wach bleibt, hat auf jeden Fall einen Orden verdient!

Streaming-Perle: "Familie Braun"

"Familie Braun" (Verfügbar bis 30.03. in der ZDF-Mediathek) – Bitterböse Web-Serie: Der Rechtsradikale Thomas Braun (Edin Hasanovic) fällt aus allen Wolken, als mit einem Mal ein kleines schwarzes Mädchen vor seiner Tür steht und ihm erklärt, sie sei seine Tochter. Nun soll die Sechsjährige zu allem Überfluss auch noch in seine Neonazi-WG einziehen.

Darauf freuen wir uns: "Phantastische Tierwesen 2: Grindelwalds Verbrechen" 

Es gibt Neues aus der Harry-Potter-Welt! Wie der erste richtige Trailer zu "Phantastische Tierwesen 2: Grindelwalds Verbrechen" (Kinostart: 15. November 2018) nun verrät, steht der Zauberer Grindelwald (gespielt von Johnny Depp) im Zentrum der Geschichte. Aber auch ein anderer drängt sich ins Zentrum des Geschehens: und zwar kein geringerer als Dumbledore (Jude Law).

Die nächste FILMICUM erscheint am 29. März 2018

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