Stranger Things Streaming Deutschland
In Berlin streamt man am liebsten Serie á la "Stranger Things" | Foto: Netflix
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26. Mai 2017

David Streit

Filme

Film-News: Das sind die Streaming-Favoriten der Deutschen

FILMICUM in der KW 21/22 im Überblick:

Neu im Kino

"Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache! (Start: 25. Mai 2017)
"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" (Start: 01. Juni 2017)

Thema der Woche

Netflix veröffentlicht Deutschlandkarte mit Streaming-Favoriten

Streaming-Perle

"Dating Queen" auf Amazon Prime

Darauf freuen wir uns

"The Glass Castle" (voraussichtlicher Start: Herbst 2017)


Neu im Kino

"Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache" (Start: 25. Mai 2017) – Bereit für das fünfte Abenteuer von Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp)? Wieder geht es um einen ganz bestimmten magischen Gegenstand und einen Widersacher, der noch übler ist als alle vor ihm.

Aber von vorne: Henry Turner (Brenton Thwaites) ist der Sohn von Will Turner (Orlando Bloom). Dieser hat sich vor langer Zeit als Kapitän an das Geisterschiff Flying Dutchman gebunden. Henry kennt alle See-Mythen und weiß, dass er seinen Vater nur mit dem sagenumwobenen Dreizack des Poseidons befreien kann. Um an diesen zu gelangen, ist er auf die Hilfe von Jack Sparrow und seinen verzauberten Kompass angewiesen. Blöd nur, dass Geisterkapitän Salazar (Javier Bardem) stinksauer auf Jack ist und es auf seinen Kopf abgesehen hat.

Du bist noch dabei? Gut, dann wird dich wahrscheinlich auch die folgende Erkenntnis nicht mehr schocken. "Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache" hat keine großen Ansprüche – der Film will einfach nur gut unterhalten. Das macht er mit einer Prise schwarzem Humor und viel mehr handgemachter Action als seine Vorgänger. Wenn Sparrow etwa statt einem Safe gleich eine ganze Bank an Pferden hinter sich herzieht, dann ist das ganz großes Kino mit Trümmer-Garantie. Wer etwas mehr braucht, um gut entertaint zu werden, ist hier fehl am Platz.


"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" (Start: 01. Juni 2017) – Stell dir vor, der heutige Tag würde jeden Tag wieder von vorn beginnen. So ergeht es Samantha (Zoey Deutch), die am Abend zuvor in einen schweren Autounfall verwickelt wurde. Doch statt zu sterben, muss sie nun jedes Detail der letzten Stunden wieder und wieder durchleben. Vielleicht gelingt es ihr sogar Lindsay (Elena Kampouris) davon abzuhalten, sie und ihre besten Freundinnen (Halston Sage, Cynthy Wu, Medalion Rahimi) auf der Party zu beleidigen? Oder stecken da nachher ganz andere Gründe als Neid und Missgunst dahinter?

Was nach einer Highschool-Story mit fragwürdiger Botschaft klingt, entpuppt sich als tiefgründiges Drama. Im ersten Durchlauf des Tages erleben wir jeden Moment zusammen mit Sam zum ersten Mal. Erst mit den Wiederholungen versucht sie die einzigen 24 Stunden, die ihr noch bleiben, zu dekonstruieren und immer wieder neu zusammenzusetzen. Doch das Ende ist immer dasselbe – sie wacht am nächsten Tag in ihrem Bett auf, als wäre nichts gewesen.

Mit einem Soundtrack von Lolawolf, Shamir oder Kurt Vile wird das aber alles andere als eintönig inszeniert. Am Ende findet "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" zu einer Auflösung, die man erst einmal verdauen muss.


Thema der Woche

Netflix hat jüngst eine Deutschlandkarte veröffentlicht, auf der jeder Metropole ein ganz eigener Streaming-Geschmack zugesprochen wird. Während man in Hamburg demnach Dramen wie "House of Cards" schaut, bingt man in Berlin am liebsten Sci-Fi-Serien à la "Stranger Things". In Köln und Düsseldorf bevorzugt man dagegen ganz klar Grusel-Content wie "The Walking Dead". Im Süden entspannt sich der Geschmack ein wenig. Frankfurt lacht über "The Big Bang Theory" und Münchner bekommen gar nicht genug von ihren "Gilmore Girls". Als letzte Großstadt im Bunde wird Stuttgart ein Faible für Serien wie "iZombie" und das Fantasy-Genre attestiert.

Im Kleingedruckten der Erhebung macht Netflix darauf aufmerksam, dass die Titel nur beispielhaft ausgewählt wurden und der Geschmack überall noch viel bunter ist. Dennoch sind solche Tendenzen super spannend anzuschauen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Berlin als politisches Zentrum des Landes die richtigen Polit-Dramen an die Küste abgeben muss? Wahrscheinlich haben die Hauptstädter/innen auch gefühlt schon genug Drama mit ihrem BER-Flughafen. Was dagegen wirklich passt, ist die Vorliebe der Münchner für schöne Schmonzetten. Diese spielen schließlich of in ihrer eigenen Blase, fern ab vom Rest der Welt.

Netflix Deutschlandkarte

Für Netflix wird der deutsche Markt insgesamt immer wichtiger. Mit den Serien "Dark" von Baran bo Odar ("Who Am I – Kein System ist sicher") und "Dogs of Berlin" von Christian Alvart ("Halbe Brüder") entstehen derzeit die ersten beiden deutschen Eigenproduktionen. Die Hoffnung: Mit mehr lokalem Content noch mehr lokale Nutzer begeistern. Und wenn später auch der ein oder andere internationale Zuschauer dabei ist, umso besser.

Insgesamt lässt sich die Plattform ihre Content-Offensive auch einiges kosten. Allein in diesem Jahr investiert man beeindruckende 6 Milliarden Dollar (!) in die Produktion und den Einkauf von Serien und Filmen.


Streaming-Perle

"Dating Queen" (dauerhaft verfügbar) – Liebe Kinowelt, bitte lass Amy Schumer noch viele tolle Hauptrollen spielen! In Judd Apatows derber Komödie mimt sie eine New Yorker Singlefrau, die lieber viele heiße Typen nacheinander flachlegen will, als über ernsthafte Beziehungen, Familie oder gar Kinder nachzudenken.

Dass sich zwangsläufig doch etwas Romantik in ihr übertrieben kaltherziges Liebesleben schleicht, ist schön anzusehen und immer wieder zum Totlachen (z.B. eine Szene, in der ihre extrem schlechte Körperhaltung auf dem Laufband analysiert wird). "Dating Queen" räumt mit Geschlechterklischees auf und basiert lose auf autobiographischen Anekdoten der Schauspielerin. Und das hat doch schon bei Lena Dunhams Serie "Girls" wunderbar funktioniert!


Darauf freuen wir uns

"The Glass Castle" (voraussichtlicher Start: Herbst 2017) – Die Sache mit dem Aufwachsen ist ja, dass man es so wenig selbst bestimmen kann. Im ersten Trailer zu "The Glass Castle" lernen wir Jeannette kennen, die auf den ersten Blick eine tolle Zeit mit ihrer liebevollen Familie verbringt. Doch mit der Zeit blickt sie hinter die Lügenfassade ihrer Eltern…

Die sozialen Verhältnisse werden immer schlimmer und am Ende zählt eben vor allem, dass man ein Dach über dem Kopf und einen vollen Bauch hat. Doch von einem solchen Leben konnte Jeannette lange nur träumen. Das biographische Drama wurde mit der Oscar-Gewinnerin Brie Larson prominent besetzt. In weiteren Rollen sind Woody Harrelson als Vater und Naomi Watts als Mutter zu sehen.


Die nächste Ausgabe FILMICUM erscheint am 08. Juni 2017

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