Horrorfilm Heilstaetten
"Heilstätten" startet am 22. Februar im Kino | Fotos: David Streit
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18. Jan 2018

Hella Wittenberg

Filme

Film-News: Der Horrorstreifen "Heilstätten" sorgt für mächtig Ärger

Neu im Kino: "Downsizing" und "Three Billboards Outside Ebbing"

"Downsizing" (Start: 18. Januar 2018) – Was tun, wenn alles immer teurer wird und man sich kaum noch etwas leisten kann? Genau: Man lässt sich schrumpfen. So kostet plötzlich alles nur noch halb so viel. Das Ehepaar Audrey (Kristen Wiig) und Paul Safranek (Matt Damon) will nun auch, wie viele ihrer Freunde, den Schritt in die kleinere Schuhgröße wagen. Doch kaum hat sich Paul minimieren lassen, bekommt seine Frau es mit der Angst zu tun und bleibt schließlich in Normalgröße. Mit einem Mal ist der XXS-Paul ganz auf sich gestellt.

Sich winzig machen lassen, um zu sparen und gleich noch was für die Umwelt tun­ – schon diese Ausgangsidee der Komödie von Alexander Payne ("Nebraska") ist einfach nur genial. Aber auch die weiterführende Umsetzung bringt ins Staunen. Die Vorgehensweise des Schrumpfens wird so minutiös wie amüsant gezeigt. Die kleinen Menschen werden von Schaufeln von A nach B gebracht, vorher wurden ihnen selbst die Augenbrauen entfernt. Und später zelebrieren sie die alltäglichsten Dinge wie etwas ganz Besonderes – nur weil sie eben mit einem Mal wortwörtlich viel größer für sie sind


"Three Billboards Outside Ebbing" (Start: 25. Januar 2018) – Mildred Hayes (Frances McDormand) ist am Boden. Ihre Tochter wurde vergewaltigt und ermordet. Aber den Täter hat die Polizei bisher nicht ausfindig machen können. Deshalb wird Mildred selbst aktiv. Sie lässt drei große Werbeplakate drucken, die direkt Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) und seine Arbeit angreifen. Dies und das lose Mundwerk von der trauernden Mutter rufen bald auch die Presse auf den Plan.

Dieser Film könnte problemlos komplett düster sein. Einfach jede der gezeigten Figuren trägt extrem viel Schmerz und Negativität in sich. Aber er schafft es, eine Balance zwischen Drama und sogar Humor zu halten. Und so macht er letztlich tatsächlich Hoffnung. Das ist ein Kinofilm des Jahres!


Thema der Woche: "Heilstätten"-Horror sorgt für Ärger

Gruselfans freuen sich schon: Am 22. Februar kommt der neue Horrorstreifen "Heilstätten" ins Kino. Der Trailer verspricht bereits Gänsehautmomente à la "Blair Witch Project". Und dazu wirkt alles dieses Mal noch näher und realer, da der Film tatsächlich in Deutschland spielt. Besser gesagt in Beelitz Heilstätten – einem kleinen Örtchen ganz in der Nähe von Berlin. Die leerstehende und mittlerweile stark heruntergekommene Nervenheilanstalt wurde schon für Filme wie "Der Pianist" und "A Cure for Wellness" als Kulisse genutzt. Doch jetzt hat die Stadtverwaltung die Nase gestrichen voll. Der Dreh musste letztlich in Grabow, Berlin, stattfinden, da man das Filmen am titelgebenden Ort untersagte. Aber was war da los?

Beelitz Heilstätten will keine Horrorstadt sein. Sie will weg vom morbiden Image. Nur wird das wohl so schnell nicht passieren, da dennoch mit dem Namen geworben wird. Erschwerend kommt der Spruch zum Film hinzu. Dieser lautet "Traust du dich?" Damit könnte indirekt angedeutet werden, man solle auf eigene Faust die Beelitzer Location erkunden. Das ist natürlich überhaupt nicht okay.

Der Grusel "Conjuring – Die Heimsuchung" hat Ähnliches ausgelöst. Seitdem das Werk 2013 veröffentlicht wurde, besuchten immer mehr Cineasten das Haus, welches für den Film als Inspiration galt. Das dort lebende Ehepaar fühlte sich rund um die Uhr belästigt und verklagte dann sogar den Verleih. Ob die Beelitzer Stadtverwaltung auch so rigoros vorgehen wird, ist bisher noch nicht klar.

Aber ein bisschen schade ist das schon. Wieso den Fans die Freude am Erkunden des Ortes hindern? In Kroatien gibt es beispielsweise für die "Game of Thrones"-Drehorte geführte Locationtouren, ohne dass da irgendwer Angst vor einem Imageschaden haben muss. In Neuseeland haben es sich Souvenirshops zur alleinigen Aufgabe gemacht, Merchandise zur "Herr der Ringe"-Reihe zu verkaufen.

Vielleicht sollte auch Beelitz sich mehr öffnen für diese Art von Tourismus. So könnte unterstrichen werden: Beeindruckende Spots gibt es nicht nur andernorts, sondern auch bei uns gleich um die Ecke. Man muss nur mit offenen Augen unterwegs sein.


Rekordverdächtig: Ellen Pompeo wird zur höchstbezahlten TV-Schauspielerin

Gerade erst hat Ellen Pompeo für zwei neue Staffeln von "Grey’s Anatomy" unterschrieben. Dabei wurde gleich auch ihre Gage angehoben – was sie nun zur bestbezahlten TV-Schauspielerin avancieren lässt.

Pro Folge erhält die Glückliche ab jetzt 550.000 Dollar. Nicht schlecht, oder? Wie lange die Serie generell noch im Fernsehen laufen wird, ist derzeit unklar. Fürs Erste hat Pompeo nur für Staffel 15 und 16 unterzeichnet.


Streaming-Perle: "Härte" (Verfügbar bis 22.01. in der ARD-Mediathek)

"Härte" (Verfügbar bis 22.01. bei Das Erste) –  Rosa von Praunheim zeigt die Lebensgeschichte des Karate-Weltmeisters Andreas Marquardt, der zum brutalen Zuhälter wurde, acht Jahre im Gefängnis verbüßte, in einer Therapie den jahrelangen Missbrauch durch seine Mutter aufarbeitete und mittlerweile Kampfsportlehrer ist. Auch mit dabei: Hanno Koffler.


Darauf freuen wir uns: "Please Stand By" – (bisher noch kein Starttermin für Deutschland bekannt )

"Please Stand By" – (bisher noch kein Starttermin für Deutschland bekannt) – Dakota Fanning ist endlich mal wieder in einer Hauptrolle zu sehen, das kann nur gut sein! In dem Drama spielt sie eine Autistin, die vollkommen besessen ist von "Star Trek". Schließlich schreibt sie sogar ihre eigene Fantasy-Story, die sie bei einem "Star Trek"-Schreibkontest einsenden möchte. Aber damit fängt das Chaos in ihrem sonst so geordneten Leben an.


Die nächste Ausgabe FILMICUM erscheint am 01.02.2018

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