Schauspieler Auszeit
Nicolas Cage als Überdaddy in "Kick Ass" | Foto: Koch Films
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26. Apr 2018

Hella Wittenberg

Filme

Film-News: Immer mehr Schauspieler gehen in Frührente!

Neu im Kino: "Avengers 3: Infinity War" und "7 Tage in Entebbe"

"Avengers 3: Infinity War" (Start: 26. April 2018) – Die Avengers haben es mit einer noch nie da gewesenen Gefahr zu tun – der mächtige Thanos (Josh Brolin) will nämlich die halbe Zivilisation auslöschen, um das Gleichgewicht im Universum wieder herzustellen. Dafür benötigt er nur alle sechs Infinity-Steine. Um ihm das Handwerk legen zu können, müssen sich die zerstrittenen Avengers (u.a. Robert Downey Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson) zunächst einmal wieder zusammenraufen. Und dann gilt es, Verstärkung zu finden. Mit Superhelden wie den Guardians of the Galaxy (u.a. Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista) sowie Black Panther (Chadwick Boseman) sind sie auch gleich viel besser aufgestellt.

Was für ein Mega-Aufgebot! Der dritte Teil der Avengers wartet mit so vielen Helden und Stars auf, dass einem fast die Augen herausfallen wollen. Mit einer Länge von zweieinhalb Stunden bekommt aber auch jeder individuell sein kleines Zeitfenster, in dem er erstrahlen kann. Dennoch kommt man sicherlich in diesem Actioner nicht zum Durchatmen.

Dank Thanos wird hier alles schlimmer, düsterer und grausamer. Aber Achtung: Wer sich die vorherigen 18 Filme aus dem Marvel-Universum nicht komplett reingezogen hat, wird jetzt bestimmt mächtig verwirrt sein. Also erst Hausaufgaben machen und alles durchbingen und dann von diesem Avengers-Werk schocken lassen.


"7 Tage in Entebbe" (Start: 03. Mai 2018) – Nach wahren Begebenheiten: Am 27. Juni 1976 gerät ein Flugzeug auf der Strecke von Tel Aviv nach Paris in die Macht von Terroristen (u.a. Daniel Brühl und Rosamund Pike). Sie leiten den Flieger nach Uganda um und landen dort. Ihr Ziel: Sie wollen palästinensische Gefangene gegen ihre Geiseln an Bord eintauschen. Dafür geben sie der israelischen Regierung eine Woche Zeit. Nun ist die Frage, ob man mit den Geiselnehmern verhandeln wird oder die unschuldigen Menschen in der Maschine sterben lässt?

Es ist nicht die erste Verfilmung der historischen Ereignisse, die sich in den 70ern in Entebbe zutrugen. Doch sie offenbart ihren Mehrwert durch die vielen verschiedenen Perspektiven. Wir sehen die Entführer im Hier und Jetzt, aber auch bei der Planung im Vorhinein. Dem werden die Diskussionen der Politiker gegenübergestellt.

Und auch die Vorbereitungen der Soldaten, die zum Einsatz kommen sollen, haben ihren großen Auftritt. Dennoch ist das Drama vor allem die Daniel-Brühl-Show. Er bringt seine Rolle mit allen Mitteln zum Leben. Mit ihm ist ein Mitfiebern möglich, dass man nicht anders kann, als sich innerlich bald ganz ambivalent zu fühlen.


Thema der Woche: Immer mehr Schauspieler gehen in Frührente

Genug ist genug. Irgendwann ist der Hunger weg. Kein Ansporn mehr da. So hat es zumindest mal Keira Knightley formuliert und damit den Wunsch geäußert, dem Schauspielern den Rücken zu kehren. Aber durchgezogen hat sie es letztlich nicht. Ein weiterer "Fluch der Karibik"-Teil sollte sich doch noch in ihre Vita schleichen. Andere sind dabei konsequenter. Momentan könnte man sogar das Gefühl bekommen, dass da ein Trend in der Luft liegt. Daniel Day-Lewis will uns zum Beispiel mit seinem Film "Der seidene Faden" gerade Lebewohl sagen. Der 60-Jährige findet einfach, dass es nun Zeit zum Gehen wäre. Nach drei Oscars ja eigentlich auch ganz okay, oder?

Aber welche Ausrede hat denn nun bitte Nicolas Cage? Der will jetzt nämlich auch einen Abgang von der Bühne machen – nur das bei ihm der große filmische Knall fehlt. Im Gegensatz zu Day-Lewis, der immer wieder mit facettenreichen Hauptrollen glänzen konnte, hatte Cage zuletzt nur C-Movies zu bieten. Richtig gut war er zum letzten Mal als krasser Daddy in "Kick-Ass" 2010.

Ein XXL-Finale sucht man bei ihm vergeblich. Aber vielleicht klappt es bei ihm ja mit der Karriere hinter der Kamera. Denn er möchte zukünftig mehr denn je als Produzent und tatsächlich auch als Regisseur in Erscheinung treten. Vielleicht klingeln da ja die Kassen mehr als bei den Werken, in denen er vor dem Bildschirm herumwirbelte? Man darf gespannt sein!

In jedem Fall lässt sich feststellen, dass bei den in den Quasi-Ruhestand tretenden Männern der Wirbel um einiges größer als bei den Ex-Schauspielerinnen ist. Oder wurde groß darüber berichtet, dass Cameron Diaz nur bis 2014 (mit "Annie") auf der Leinwand zu sehen war? Oder "Einfach zu haben"-Darstellerin Amanda Bynes sogar schon im Jahr 2010 das letzte Mal schauspielerte? Wenn es dazu so viele Artikel wie zu Daniel Day-Lewis’ und Nicolas Cages Rückzug aus Hollywood gegeben hätte, hätten wir sicher auch mal für die beiden geschmollt.

Und was ging nicht erst los, als Jack Gleeson, der Star aus "Game of Thrones", sich von der Filmwelt verabschiedete! Fans heulten sich die Augen aus. Und Gleeson scheint es wirklich durchzuhalten. Keine Serien-, geschweige den Filmauftritte mehr. Doch woran liegt der Schauspielerschwund? Ist die Industrie zu hart? Mit Netflix und der damit einhergehenden Schnelligkeit, mit der man ein Projekt nach dem nächsten umsetzen kann, zu erdrückend? Oder sehen die Promis schlichtweg ein, dass sie nicht für dieses Leben gemacht sind?

Ganz ehrlich: Ihr lieben Schauspielerinnen und Schauspieler, bleibt mal ganz locker! Ihr spuckt hier all die großen Töne und kommt dann letztlich – wenn auch mit etwas Wartezeit – doch zurück. Es ist vielmehr zu vermuten, dass Leute wie Nicolas Cage die News um den eigenen frühen Ruhestand raushauen, damit sie endlich mal wieder ein bisschen PR bekommen. Denn wie gesagt, bei Cage war zuletzt echt nicht viel zu holen und Aufmerksamkeit hat er dringend nötig. Vielleicht kehrt er also schon in den nächsten Jahren mit Pauken und Trompeten zurück ins Kino? Ziemlich sicher sogar! Bei Daniel Day-Lewis hat das schon so einige Male geklappt. Und dass er nun wirklich keinen einzigen Streifen mehr mit Paul Thomas Anderson zusammen dreht, das wollen wir erst noch sehen!

Rekordverdächtig: Flaute in den Kinosälen

Wir haben einen Minusrekord zu verzeichnen! Kaum noch Leute wollen derzeit ins Kino. Da ist noch nicht mal richtig Fußball- oder Grillsaison und trotzdem gehen gerade weniger Menschen ins Kino als an den Wochenenden zur WM 2014 und der EM 2016. Nach Angaben von Blickpunkt:Film konnte am vergangenen Wochenende kein Film Besucher den sechsstelligen Bereich erreichen.

Zuletzt hatte "Ready Player One" mit rund 70.000 Zuschauern die meisten Ticketverkäufe. "Lady Bird" konnte mit knapp 30.000 Besuchern auch nicht gerade vom Hocker reißen. Zum Vergleich: "Harry Potter und der Stein der Weisen" legte mit 2,6 Millionen Besuchern am Startwochenende den besten Kinostart aller Zeiten hin.


Streaming-Perle: "Stella Skinny Love"

"Stella – Skinny Love" (Verfügbar bis 30. April in der ZDF-Mediathek) – Stella (Rebecka Josephson) hat sich in den älteren Eiskunstlauftrainer ihrer Schwester Katja (Amy Deasismont) verliebt. Deshalb möchte sie nun ebenfalls auf dem Eis Pirouetten drehen. Aber es will sich kein richtiger Erfolg einstellen. Muss sie mehr abnehmen? Und auch Katja hat mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Es bleibt die Frage: Decken oder helfen sich die zwei lieber gegenseitig?

Darauf freuen wir uns: "Venom"

"Venom" (Kinostart: 04. Oktober 2018) – Schon lange keinen so heftigen Trailer wie diesen gesehen, puh! In dem Sci-Fi-Streifen fängt Tom Hardy plötzlich an eine tiefe Stimme zu hören, die will, dass er ziemlich fiese Dinge tut. Und generell fühlt sich der Journalist ein wenig unwohl, nachdem er in einem Bio-Unternehmen ein bisschen recherchiert hat und dabei mit einem aggressiven Parasiten in Berührung gekommen ist.

Eine einfache Erklärung gibt es natürlich nicht – sonst würde es sich nicht um eine neue Glanzleistung aus den Häusern Sony und Marvel handeln! Genaueres weiß man noch nicht, deshalb wird der Kinostart umso sehnlicher herbeigewünscht.

Die nächste Ausgabe der FILMICUM erscheint am 09. Mai 2018

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