Hidden Figures Kinostart
Szene aus "Hidden Figures": Mary, Katherine und Dorothy haben Spaß | Foto: 20th Century Fox
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31. Jan 2017

Sandra Ruppel

Filme

Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Space Race: Das Rennen zum Mond

1961, die USA steckt mitten in einer ganzen Reihe von Umwälzungen, die politische Situation ist brisant. Im Land kämpfen die afroamerikanischen Bürger im Rahmen der Civil Rights-Bewegung um ihre Gleichberechtigung – offener Rassismus ist an der Tagesordnung. Außenpolitisch befinden sich die USA im Kalten Krieg mit der Sowjetunion, womit auch der Wettlauf ins All gegen die Supermacht im Osten einhergeht: Wer schickt zuerst einen Mann in den Weltraum? Wer hisst zuerst die Flagge seiner Nation auf dem Mond?

NASA: Zwischen Rassismus und Innovation

Mit Hochdruck arbeitet das Team der Space Task Force der NASA daran, eine bemannte Raumkapsel nicht nur ins All zu bringen, sondern diese vor allem auch samt Astronaut wieder unbeschadet auf die Erde zurückzuholen. Bisher konnte keiner im Team die nötigen Berechnungen für das komplexe Manöver knacken – zur Lösung des Problems soll nun die afroamerikanische, brillante Mathematikerin Katherine Goble (Taraji P. Henson) beitragen. Statt aber als wertvolles Mitglied im Team begrüßt zu werden, sieht sich Katherine sofort mit einer geballten Ladung Ablehnung konfrontiert und muss sich nicht nur gegen die Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe, sondern auch wegen ihres Geschlechts gegen ihre rassistischen Mitarbeiter durchsetzen.

Auch ihre beiden Freundinnen und Kolleginnen Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) haben mit diesem Schicksal zu kämpfen: Trotz ihrer außergewöhnlichen Begabungen können sie innerhalb der NASA weder aufsteigen, noch sich ihrer Fähigkeiten gemäß fortbilden – weil sie schwarz sind.

Dennoch lassen sich die drei Frauen nicht unterkriegen, sondern beginnen zu kämpfen. Für ihr Recht auf Gleichberechtigung. Für ihr Recht, gehört zu werden. Und dafür, dass ihre Leistungen anerkannt werden. Bei allen Hindernissen und Widrigkeiten, die die drei Frauen überwinden müssen, verlieren sie doch nie den Spaß am Leben. Sie fangen sich gegenseitig auf, stärken einander den Rücken und stehen nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle anderen afroamerikanischen Kolleginnen ein, die an ihrer Seite für die NASA arbeiten.


Hidden Figures Rezension


Die wahre Geschichte eines außergewöhnlichen Trios

"Hidden Figures – unerkannte Heldinnen" basiert auf dem gleichnamigen Buch von Margot Lee Shatterly und holt erstmals drei Frauen ins Rampenlicht, die mit ihrem Können und ihrer außergewöhnlichen Begabung in den Bereichen Mathematik, Physik und Programmierung wesentlich zu den Erfolgen der Amerikaner in der Raumfahrttechnik beigetragen haben: Katherine Goble, Mary Jackson und Dorothy Vaughan sind nämlich keine frei erfundenen Filmfiguren, sondern real existierende Personen. Obwohl ernste Probleme wie Rassismus, Ungerechtigkeit und Diskriminierung allgegenwärtig mitschwingen, schafft der Film es dennoch, gleichzeitig auch eine gewisse Leichtigkeit und Hoffnung zu transportieren.

Starke Frauen gespielt von starken Frauen

Zum einen liegt das zweifellos an der Besetzung des Frauentrios durch die Schauspielerinnen Taraji P. Henson, Octavia Spencer und Janelle Monáe – alle drei haben eine wahnsinnige Strahlkraft und harmonieren perfekt. Im Team, aber auch jede einzelne für sich. Die Dialoge sind häufig witzig, schnell, frech und bringen den Zuschauer zuweilen dazu, laut aufzulachen – mindestens aber fröhlich zu grinsen. Trotzdem verliert der Film aber nicht an Tiefe oder gleitet gar in eine banale und schnell wieder vergessene Komödie ab.

Zum anderen ist allein der Soundtrack einen Kinobesuch wert. Kein Geringerer als Pharrell Williams hat nämlich hier die Finger im Spiel: Von dem Stoff, der Geschichte und der unterschätzen Bedeutung von Goble, Jackson und Vaughan war er so fasziniert, dass er sowohl als Produzent des Filmes fungierte, als auch die Musik zu "Hidden Figures" komponierte. Und das Ergebnis groovt – mit jedem Beat, den er hinter die einzelnen Szenen packt, vibriert der Geist der 1960er-Jahre von der Leinwand und lässt dem Publikum keine andere Wahl, als mitzugehen.



Fazit zu Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Der Film zollt den Frauen ein längst überfälliges Tribut, deren Arbeit entscheidend dazu beigetragen hat, dass die US-Amerikaner als erste Nation den Mond betreten konnten. "Hidden Figures - unerkannte Heldinnen" greift einerseits die ernsten Problematiken von Rassismus und Diskriminierung auf, schafft es andererseits aber auch, einen gewissen Optimismus zu transportieren.

Regisseur Theodore Melfi schafft die perfekte Balance zwischen Tiefgang und schönen, komischen Momenten. Man kann nicht anders, als Katherine Goble, Mary Jackson und Dorothy Vaughan ins Herz zu schließen und dafür zu bewundern, wie sie mit enormer Chuzpe und mit Mut ihren Weg gehen. Auch der Soundtrack könnte nicht perfekter zum Film passen: Wieder einmal zeigt Pharrell Williams, dass er sein Handwerk versteht, wie kein zweiter. Und zwar nicht nur als Musiker, sondern eben auch als Produzent.

"Hidden Figures" ist für drei Oscars nominiert, unter anderem in der Kategorie "Bester Film". Ob sich die Story über das geniale Trio gegen die Konkurrenz durchsetzen kann, wird sich zeigen. Zweifellos gehört "Hidden Figures" aber zu den Filmen, die man 2017 unbedingt gesehen haben sollte.


UNICUM Film-Tipp

Hidden Figures unerkannte Heldinnen FilmplakatHidden Figures - unerkannte Heldinnen

Filmbiografie, Drama, Komödie, USA 2016

Regie: Theodore Melfi

Darsteller u. a.: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst

Verleih: 20th Century Fox

Kinostart: 2. Februar 2017

Mehr Infos: fox.de/hidden-figures und facebook.com/HiddenFigures

Artikel-Bewertung:

3.33 von 5 Sternen bei 84 Bewertungen.

Deine Meinung:

Veröffentlicht am 10. Feb 2017 um 18:55 Uhr von Johanna Steinert
Ein faszinierender Trailer, Frauen an die Macht!
Veröffentlicht am 24. Feb 2017 um 13:41 Uhr von Gisela Zinselmeier
Ganz nach meinem Geschmack, einfach super.