Kong Skull Island
Kong: Skull Island: Seit dem 03. August fürs Heimkino erhältlich | Foto:Warner Bros. Entertainment

Filme

03.08.2017

Planet der Affen: Survival

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11. Aug 2017

Stefan Schröter

Filme

Kong: Skull Island

Der King ist back

Expedition nach Skull Island

Amerika, 1973. Der Vietnamkrieg ist gerade vorbei, die USA versuchen, die Niederlage zu verarbeiten und Bill Randa, Vorsitzender der geheimen Regierungsorganisation Monarch, versucht noch die letzten Budgets aus dem verlorenen Krieg zu ziehen. Er plant, die mysteriöse und nicht kartographierte Insel Skull Island zu erforschen.

Zusammen mit einem Team um den Fährtenleser und Veteran James Conrad, die (Anti-)Kriegsfotografin Mason Weaver, den von der Niederlage im Vietnamkrieg verblendeten Lieutenant Colonel und seinem Trupp bricht Randa zu dem Eiland auf. Kaum angekommen, wird die Expedition vom Riesenaffen Kong angegriffen, der sich nicht sonderlich erfreut darüber zeigt, dass seine Insel mithilfe von Bomben erforscht wird. Die Hubschrauber stürzen ab und schnell stellen die Überlebenden fest, dass Kong bei weitem nicht das bedrohlichste Wesen auf Skull Island ist.

Mit "Kong: Skull Island" wird die Geschichte um den übergroßen Affen ein weiteres Mal neu aufgelegt. Diesmal aber nicht als alleinstehender Film, sondern als Franchise, in dem beispielsweise auch "Godzilla" existiert. Mit an Bord sind dabei große Namen wie Tom Hiddleston, Brie Larson und –natürlich – Samuel L. Jackson. Auch optisch sieht man dem Film sein Blockbuster-Budget an. Allerdings ist in diesem Fall nicht alles Gold, was glänzt.

Das narrative Dilemma

"Kong: Skull Island" hätte als reiner Monsterfilm fantastisch funktioniert – und tut das auch stellenweise. Die verschiedenen Kreaturen auf der Insel und das Setting sehen fantastisch aus. Vor allem die kolossalen Ausmaße des Affen werden perfekt dargestellt: Zum Beispiel dann, wenn Kong mit einem riesigen Oktopus ringt. Keiner der Expeditionsteilnehmer weiß, was das Team auf der Insel erwartet und dementsprechend reagieren Figuren und Zuschauer gleichermaßen erstaunt auf die wundersamen Kreaturen, die sich auf dem pazifischen Eiland befinden. Hier kommt genau das abenteuerliche Gefühl des Unbekannten rüber, das man sich von einem Film wie "Kong" wünscht.

Leider gibt sich "Kong" nicht mit der Monsternarrative zufrieden, sondern versucht auf Teufel komm raus, eine Anti-Kriegs-Geschichte zu erzählen. Der desillusionierte Lieutenant Colonel Peckard trauert der Niederlage der USA nach und versucht, den Kampf gegen den Affen als Kleinkrieg zu inszenieren um die eigene Ehre wieder herzustellen.

Allerdings gelingt es Kong eben nicht, diese Narrative glaubwürdig durchzuziehen – vor allem die Bildsprache macht dem Film hier einen Strich durch die Rechnung. Beispielsweise, wenn sich in der Pilotenbrille des Hubschrauberpiloten über seinem fetten Grinsen eine Explosion spiegelt. Vermutlich soll das ironisch sein, leider klappt das aber nicht so richtig. Überhaupt lehnt sich Kong optisch und musikalisch an typische Vietnamkriegsfilme an, erreicht jedoch nie die Klasse seiner Vorbilder.

Das Highlight des Films? Kong!

Positiv fallen dagegen der erstaunlich vernünftige und mit seinem britischen Akzent auch noch verdammt sympathische James Conrad auf. Hiddleston geht in seiner Rolle auf und verkörpert den Veteranen mit Bravour. Auch Brie Larsons Charakter Mason Weaver sorgt mit ihrer Betrachtung der Geschehnisse durch ihre Kamera für einige schöne Einstellungen, bleibt sonst allerdings blass.

Allerdings funktionieren die beiden Protagonisten sehr gut zusammen und es gibt – ein Glück – keine aufgedrückte Romanze. Dafür kann man sich auch 2016 noch nicht von der "Jungfrau in Nöten"-Symbolik rund um Kong und die weiße Frau verabschieden. Die Soldaten um Peckard dagegen fungieren als typische Army-Kumpel und lockern das Geschehen mit flotten Sprüchen auf.

Das Highlight von "Kong: Skull Island" ist nichtsdestotrotz der Riesenaffe. Obwohl Kong keine einzige Dialogzeile hat, ist der Herrscher der Insel einerseits durch seine beeindruckende Darstellung, andererseits durch seine Präsenz allgegenwärtig und beherrschend. Hier hat das CGI-Team eine großartige Leistung abgeliefert. Schön wäre gewesen, wenn man noch mehr über Kongs Hintergründe erfahren hätte oder überhaupt über die Geschichte der Insel – hier wurde leider viel Potenzial verschenkt.

Überhaupt läuft der gesamte Konflikt des Films, abgesehen von Peckards persönlicher Vendetta, ohne viele Hintergrundinformationen ab. Genau wie die Protagonisten muss der Zuschauer einfach hinnehmen, was da gerade passiert.

Fazit zu "Kong: Skull Island"

"Kong: Skull Island" ist ein guter Film, der allerdings noch deutlich Luft nach oben gehabt hätte. Zwar gelingt es Regisseur Jordan Vogt-Roberts, ein Gefühl von Abenteuer und Bedrohung zu erzeugen, wie man es sich in einem klassischen Monsterfilm wünscht. Allerdings hätte der Film gut daran getan, sich selbst etwas weniger ernst zu nehmen. Dass das funktionieren kann, zeigt zum Beispiel "Pacific Rim", der eben nichts weiter als ein klassischer Kaijuu-Film ist – und auch nicht mehr sein möchte.

So bietet Kong zwar unterhaltsames Kino mit einer erstklassigen Besetzung, verliert sich jedoch auch selbst, da eine klare Linie fehlt. Allerdings darf man gespannt sein, ob Warner Bros. mit dem 2019 erscheinenden Godzilla vs. Kong endlich in die Spur kommt und den beiden Kultmonstern ein angemessenes Aufeinandertreffen spendiert. 


Kong Skull Island Blu-rayUNICUM Film-Tipp

Kong: Skull Island

Fantasy/Action, USA 2017

Regie: Jordan Vogt-Roberts

Darsteller u.a.: Tom Hiddleston, Brie Larson, John Goodman, Samuel L. Jackson, John C. Reilly

Verleih: Warner Home Video - DVD

Heimkinostart: 3. August 2017

Online bestellen (Amazon): Kong: Skull Island

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