Spider-Man Homecoming
Szene aus "Spider-Man": Selbst Spidey ist das Washington Monument zu hoch | Foto: Sony Pictures

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13. Jul 2017

Sandra Ruppel

Filme

Spider-Man: Homecoming

Den jungen Spidey gibt es ab dem 13. 7. im Kino!

Spider-Man: Homecoming – Peter allein zu Haus

"Spider-Man: Homecoming" setzt – nach einem kurzen Vorspann, der es aber durchaus in sich hat – ganz passend da ein, wo "Civil War" aufgehört hat: Mit dem großen Clash der Avengers am Leipziger Flughafen.

Diesmal allerdings verfolgen wir den Kampf allein aus Peters Perspektive – oder vielmehr durch die Linse seiner Smartphone-Kamera. Es gibt fast keinen Moment, den er nicht mit Selfies oder kurzen Videos festhält.

Auch wenn man sich doch sehr darüber wundern muss, dass er nicht mal während des Kampfes das Smartphone ganz zur Seite legen kann, wird uns durch diese mit Selfies und Videos gespickten Sequenzen direkt der Peter (gespielt von Tom Holland) nahe gebracht, der uns in diesem "Spider-Man" erwartet: Ein herzerwärmend enthusiastischer Teenager, der mit voller Motivation an seine neue Aufgabe als Superhelden-Nachwuchs herangeht.

Nur mal kurz die Welt retten?

Die Rolle als Weltenretter genießt der Schüler in vollen Zügen. Allerdings lässt die große Ernüchterung nach dem Abenteuer, das Peter an der Seite von Iron Man (Robert Downey Jr.) und den anderen Avengers erleben darf, nicht lange auf sich warten. Zwar nimmt Tony Stark den jungen Helden offiziell unter seine Fittiche und Peter darf auch den Spider-Man-Suit behalten, den Stark für ihn konzipiert hat.

Doch sobald Peter wieder zurück in New York ist, wird er nicht etwa aufgefordert, seine Sachen zu packen und in den Avengers Tower umzuziehen, sondern hört erstmal sehr lange gar nichts mehr von Stark. Allein zu Happy Hogan (Jon Favreau), Starks Chauffeur und langjährigem Freund, hat Peter Kontakt.

Da die nächste große Mission keineswegs in Sicht ist, muss er sich damit begnügen, weiterhin wie ein normaler Teenager den Unterricht zu besuchen, die Schulschönheit Liz (Laura Harrier) aus der Ferne anzuhimmeln und sich auch ansonsten eher mit Problemen herumzuschlagen, die das Erwachsenwerden eben so mit sich bringt. Auch in seiner Freizeit hat Peter nicht die Rolle inne, die er gerne hätte. Statt die Welt zu retten, hilft er alten Damen über die Straße, erklärt Fremden den Weg und setzt vermeintliche Fahrraddiebe fest.

Die Wummen aus dem All

Zumindest, bis Spidey während eines nächtlichen Streifzugs Zeuge eines Banküberfalls wird. Dass das so gar nicht harmlos ist, wird schnell deutlich: Die Räuber haben Waffen dabei, die weit von allem entfernt sind, was man sich üblicherweise so illegal unter dem Tresen zuschiebt. Nein, da bedienen sich die Herren eines anderen Kalibers: Die Knarren sind aus Alien-Schrott und Peter alias Spidey muss sich ganz schön anstrengen, um die Jungs mit ihren extraterrestrischen Waffen außer Gefecht zu setzen.

Als er Stark nach dieser nächtlichen Auseinandersetzung über die neuartigen Waffen informieren will und dieser wieder nicht auf seine Nachrichten zu reagieren scheint, wird es für Peter Zeit, der Sache selbst auf den Grund zu gehen. Und schließlich stößt er auf den Urheber und Schöpfer der Kampfmaschinen: Adrian Toomes (Michael Keaton), der als Vulture durch die Lüfte segelt und nach außerirdischem Schrott geiert, um sein geheimes Waffenlabor am Laufen zu halten.

Da Toomes nicht  besonders gut auf Superhelden zu sprechen und mit seinem illegalen Waffenunternehmen bisher erfolgreich unterm Radar geflogen ist, ist klar, dass er sich auch von der Spinne nicht das Geschäft versauen lassen will und Jagd auf den jungen Helden macht…



Spidey’s Coming-of-Age

In "Spider-Man: Homecoming" hat unsere Lieblings-Spinne also alle Hände voll zu tun. Nicht nur muss der 15-jährige (und damit bisher jüngste On-Screen Spidey) mit allem kämpfen, was die Pubertät so mit sich bringt. Sondern er muss auch auf die harte Tour lernen, dass er in seiner Identität und Rolle als Superheld noch lange nicht so gefestigt ist, wie er sich das einbildet.

Dass er von Tony Stark gefühlt ganz schön im Stich gelassen wird, macht die Lage nicht besser. Vielmehr führt dies dazu, dass sich Spidey mit einer Mischung aus Trotz, Idealismus und Selbstüberschätzung in Situationen hineinmanövriert, die er im Alleingang kaum kontrollieren kann.

High-School-Probleme – aber anders

Spideys Alter, seine Probleme und das Setting machen "Spider-Man: Homecoming" im Grunde zu einem Coming-of-Age Film. Ein nicht unwesentlicher Teil der Handlung spielt sich in der High School ab. Eine schöne Abwechslung zu typischen Filmen solcher Art ist an dieser Stelle aber, dass Liz, die Frau, für die Peters Herz ins Hüpfen gerät, nicht allein das schöne It-Girl ist, in die auch alle anderen der Schule verliebt sind. Sie ist zusätzlich auch die nahbare, sympathische, smarte Kapitänin der Naturwissenschafts-AG, in der Peter ebenfalls Mitglied ist. Damit vereint sie It-Girl-Dasein mit bodenständiger Nerdiness.

3D Olé!

Angst, dass vor lauter High-School-Problemen die Action vielleicht zu kurz kommen könnte, braucht man aber trotz allem nicht haben. Im Gegenteil! Denn "Spider-Man: Homecoming" ist endlich mal wieder ein 3D-Film, in dem sich der Aufpreis für das Kinoticket wirklich lohnt! Dabei wird der Effekt nicht nur für beeindruckendere Action, Explosionen und Mittendrin-Gefühl genutzt, sondern auch, um den einen oder anderen Lacher zu erzeugen und die Dimensionen der Stadt wirklich erfahrbar zu machen. Und außerdem gibt es dann ja auch noch einige Überraschungen, die den Handlungsverlauf deutlich aufwerten und die Spannung erhöhen. Und das sogar ganz ohne Action-Chichi.


Vulture Spider-Man


Fazit zu "Spider-Man: Homecoming"

Regisseur Jon Watts hat mit "Spider-Man: Homecoming" einen Superhelden-Film geschaffen, der Vieles richtig macht. Die Action knallt, der Held erobert mit seiner unbändigen Lebensfreude unsere Herzen im Sturm und die Motivation seines Gegenspielers Vulture ist überzeugend.

Wirklich toll besetzt an dieser Stelle: Michael Keaton, der in seiner grandiosen Rolle als "Birdman" schon mal üben konnte, den Geier zu geben und Spidey damit in hohe Not zu versetzen. Durch den nonchalanten Einsatz von diversen Running-Gags sorgt der Film für gute Unterhaltung. Trotzdem wird man aber als Zuschauer auch auf die Probe gestellt und muss sich in manchen Momenten wenigstens zaghaft fragen, wie es um das eigene Schubladendenken bestellt ist.

Auch, wenn die High-School-Sequenzen ein wenig kürzer hätten ausfallen können, kann "Spider-Man: Homecoming" mit seinen älteren Vorgängern mithalten und knüpft hervorragend an das an, was Peters/Tom Hollands kurzer Auftritt bereits in "The First Avenger: Civil War" verspricht.

Und wie immer bei Marvel gilt auch hier: Wirklich bis ganz zum Schluss sitzen bleiben!


Spider-Man KinostartUNICUM Filmtipp

Spider-Man: Homecoming

Action, USA 2017

Regie: Jon Watts

Darsteller u.a.: Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Laura Harrier

Verleih: Sony Pictures

Kinostart: 13. Juli 2017

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/spidermanfilm/

 

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