S.U.M.1 Rezension
Ab dem 7. Dezember ist Iwan Rheon in "S.U.M.1" im Kino zu sehen | Foto: Universum Film
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04. Dez 2017

Jennifer Schreder

Filme

S.U.M.1

Endzeit-Thriller mit Game-of-Thrones-Star Iwan Rheon

Das Ende der Menschheit?

Ein Großteil der Menschheit lebt seit mehreren Jahren unter der Erde. Der Grund? Grausame Kreaturen, die sogenannten "Non Such", haben 95 Prozent der menschlichen Bevölkerung ausgelöscht. Seit ihrem Angriff vor 57 Jahren suchen die Überlebenden nun Schutz im Untergrund. Allein den Soldaten der Vereinten Nationalen Union (VNU) ist es gestattet, den unterirdischen Zufluchtsort "Exilium" für 100 Tage zu verlassen. Ihre Mission: flüchtige Überlebende ausmachen und auf schnellstem Weg nach Exilium führen. Einer dieser Soldaten ist S.U.M. 1 (Iwan Rheon). Und als er für seine 100-Tage-Mission den Überwachungsturm "Cerberus" bezieht, ahnt er noch lange nicht, was da auf ihn zukommt.

S.U.M. 1 Rezension

"Angst ist euer Gift"

S.U.M. 1s erste Tage im Überwachungsturm laufen stets nach demselben Muster ab. Zum Dienst wird er jeden Morgen durch M.A.T.E. geweckt – eine künstliche Intelligenz, die ihn durch seinen Tag begleitet. Er duscht, frühstückt, schaltet das Überwachungssystem ein, trainiert und raucht seine tägliche Zigarette, während er den Umkreis von "Cerberus" im Auge behält. Alle zwölf Stunden berichtet er seine Beobachtungen an die Basis der VNU. Doch schon bald bemerkt S.U.M. 1 einige Ungereimtheiten und stellt seine Mission mehr und mehr in Frage. Er hört seltsame Geräusche und findet im Turm zunehmend Hinweise darauf, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Auch in den Wäldern, die den Turm umgeben, spielt sich Merkwürdiges ab. Kann S.U.M. 1 sich sicher sein, dass die Angst vor den "Non Such" berechtigt ist? Und was hat es mit dem vorzeitigen Abzug seines Vorgängers auf sich? Verliert er langsam den Verstand?



Schauspielerische Einzelleistung von Iwan Rheon

Was der Film gut macht, ist Dynamik in der Story zu schaffen. Denn gerade während der ersten Tage von S.U.M. 1s Mission wird durch wiederkehrende Bilder eine zeitliche Abfolge konstruiert, die leicht nachzuvollziehen ist. Dazu kommen interessante Kamerafahrten unter anderem aus der Drohnenperspektive, die auch das teilweise recht offensichtliche CGI (Computer Generated Imagery, mittels 3-D-Computergrafik erzeugte Bilder) entschuldigen. Dass Iwan Rheon ein talentierter Schauspieler ist, konnte er bereits in Serienformaten wie Misfits und Game of Thrones beweisen. Seine Interpretation der Figur S.U.M. 1 wertet den Film zusätzlich auf.

Ein bisschen wie Tom Hanks und sein Wilson

Die Freundschaft, die sich im Laufe der Geschichte zwischen der Ratte "Doc" und S.U.M. 1 entwickelt, gibt dem Film die ansonsten fehlende emotionale Tiefe, und erinnert im weitesten Sinne an die Freundschaft zwischen Wilson und Tom Hanks in "Cast Away". Die Isolation und wachsende Paranoia der Hauptfigur lässt einen grobe Parallelen zur Figur des Astronauten Sam Bell aus "Moon" ziehen. Neben dem Protagonisten S.U.M. 1 taucht nur eine weitere Person, ein Mac (kurz für Mechanic), namens 7Q7 auf. Ihm kommt im Film eine bedeutende Schlüsselrolle zu.

S.U.M. 1 Film

Fazit zu S.U.M 1

Insgesamt kann S.U.M 1 leider nicht so recht überzeugen. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass es an guten Endzeit-Geschichten in der deutschen Kinolandschaft derzeit nicht mangelt. Im Film zeigen sich viele Parallelen zu anderen bekannten Endzeit-Szenarien, allerdings bleibt er qualitativ leider dahinter zurück. Man bekommt den Eindruck, dass durch Geräusche und hinterlegte Musik gerade zu Beginn versucht wird eine Spannung zu konstruieren, die die Story nicht so recht herzugeben vermag. Zum Schluss wirft der Film zu viele Fragen auf und lässt Handlungsstränge offen. Vor dem Hintergrund der ausgefeilten Backstory, wirkt das Ende überraschend und leider etwas enttäuschend. Alles in allem liefert S.U.M 1 aber leicht verdauliches Thriller-Feeling für einen heimischen Kinoabend mit ganz viel Popcorn.


UNICUM Filmtipp

S.U.M. 1 PlakatS.U.M. 1

Thriller, Deutschland 2017

Regie: Christian Pasquari-Ello

Darsteller u. a.: Iwan Rheon, André Hennicke

Verleih: Universum Film

Förderer: Mitteldeutsche Medienförderung MDM, Medienboard Berlin Brandenburg, Deutscher Filmförderfonds DFFF

Kinostart: 7. Dezember 2017

Mehr Infos unter www.facebook.com/SUM1.DerFilm/

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