Thor 3
Es gilt Asgard zu retten und Ragnarök aufzuhalten! | Foto: Marvel
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12. Apr 2018

Stefan Schröter

Filme

Thor: Tag der Entscheidung

Endlich ein guter Thor-Film

So geht es in "Thor: Tag der Entscheidung" weiter

Loki ist tot, der fiese Weltraumelf Malekith ist besiegt und in Asgard herrscht endlich wieder Frieden. Sollte man meinen. Doch anstatt den Frieden zu genießen, sitzt Thor (Chris Hemsworth) in einem Verlies irgendwo am anderen Ende der Galaxie. Schnell stellt sich heraus, dass er dort von dem Dämon Surtur (Clancy Brown) gefangen gehalten wird. Dieser offenbart Thor, dass sich Odin (Anthony Hopkins) nicht mehr in Asgard befindet und Thors Heimat bald von Ragnarök, dem Weltuntergang der nordischen Mythologie, vernichtet wird. Zwar macht der Gott des Donners kurzen Prozess mit dem Dämon, allerdings stellt sich Thor schnell ein noch stärkerer Gegner in den Weg – seine Schwester und Göttin des Todes, Hela (Cate Blanchett). Auf dem Planeten Sakaar trifft Thor schließlich mit Hulk (Mark Ruffalo) auf einen alten Bekannten und gemeinsam ist es an den beiden Avengern Hela zu besiegen und Ragnarök zu stoppen.

Thor 3: Mit Humor und Selbstironie

Bei einem ersten Blick auf die Geschichte von "Thor: Tag der Entscheidung" scheint sich gegenüber dem Vorgänger "The Dark Kingdom" nicht viel geändert zu haben: ein kosmisches Böses greift Asgard an und Thor muss eingreifen. Allerdings schafft es Regisseur Taika Waititi die abgenutzte Formel mit viel Humor und einer gehörigen Prise Selbstironie aufzulockern. Langweilige Exposition wird durch Gags unterbrochen, Charaktere nehmen sich selbst nichts so ernst und alles wird in poppige 80er Synthiemusik und Visuals verpackt.

Ja, einige Gags werden überstrapaziert und an manchen Stellen fragt man sich, ob das jetzt wirklich noch sein musste, aber trotzdem sind die meisten Witze gut platziert und vor allem Korg (gespielt von Taika Waititi selbst) sorgt für Unterhaltung.

Dabei räumt Waititi mit so ziemlich allem auf, was das Thor-Franchise bis jetzt ausgemacht hat. Charaktere werden entzaubert, Strukturen werden durchbrochen und einer der uninteressantesten Charaktere des Marvel-Universums bekommt endlich ein bisschen Persönlichkeit. Der Film bewegt sich dabei gefährlich nah an der Grenze zu "Guardians of the Galaxy", schafft es jedoch seine eigene Identität zu behalten und hat mit Charakteren wie Walküre oder dem Grandmaster einige ziemlich coole Figuren in petto. Vor allem aber merkt man dem Cast an, dass sich die Schauspieler in ihren Rollen wohlfühlen. Angefangen bei Cate Blanchett als Hela über Tessa Thompson als Walküre bis zu Jeff Goldblum, der in seiner Rolle als Grandmaster geradezu aufgeht.



Raus aus alten Strukturen!

Vor allem aber tut es dem Film gut, ein wenig aus der festgefahrenen Struktur rund um die Infinity Stones herauszukommen. Drehte sich "The Dark Kingdom" noch um den Äther, den roten Infinity Stone, beschäftigt sich "Tag der Entscheidung" mit Thor selbst und schafft es trotzdem eine Brücke zum kommenden "Avengers: Infinity War" zu bauen. Ganz nebenbei verpasst der Film Hulk (Bruce Banner leider weniger) mehr Charakter als es die beiden Avengers-Filme zusammen getan haben und sorgt so dafür, dass Hulk endlich ein bisschen mehr ist, als das grüne Monster, das gegen andere große Monster kämpft.

Visuell ist "Thor: Tag der Entscheidung" eine Augenweide. Schon in den ersten Trailern wurde klar, dass Waititi auf einen 80er-Jahre Look setzt und genau das zieht der Film auch durch. Grelle Farben und visuelle Effekte, Synthie-Musik und ein Kostümdesign, das nicht unwesentlich an den Klassiker Flash Gordon erinnert. Dazu ein deutlich coolerer Idris Elba als Heimdall und Feuerwerk an den richtigen Stellen – fertig.

Fazit zu "Thor: Tag der Entscheidung"

Thor: Tag der Entscheidung setzt einen neuen Standard für Marvel-Filme. Anstatt sich wie zum Beispiel "Doctor Strange" auf bereits erzählten Geschichten auszuruhen, durchbricht Thor die Monotonie, die sich im Marvel Cinematic Universe ein bisschen breitgemacht hat. Dabei merkt man vor allem, was für einen positiven Einfluss ein Regisseur mit frischen Ideen haben kann – nämlich einen Helden wie Thor aus dem Sumpf generischer Superheldenfilme zu holen und etwas ganz anderes zu machen. Diesen Trend hat Marvel bereits mit "Black Panther" fortgesetzt und man darf gespannt sein, was das MCU nach den Infinity War-Filmen für uns bereit hält.

Kurz und knapp: Wenn man sich einen Thor-Film anschauen möchte, dann sollte es Tag der Entscheidung sein – der wahrscheinlich beste Marvel-Film 2017.


UNICUM Film-Tipp

Thor 3 DVDThor: Tag der Entscheidung

Superheldenfilm, USA 2017

Regie: Taika Waititi

Darsteller u.a.: Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Cate Blanchett, Jeff Goldblum, Tessa Thompson

Verleih: Walt Disney

Laufzeit: 126 Minuten

Seit dem 15. März 2018 als Blu-Ray, DVD und VoD erhältlich

Online bestellen (Amazon): Thor: Tag der Entscheidung

 

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