10 Milliarden
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16. Aug 2016

Filme

UNICUM Filmkritik: 10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

-ARCHIV-

Der nächste Food-Dokumentarfilm von "Taste the Waste"-Macher Valentin Thurn

Eine Doku, die zum Nachdenken anregt

Filmemacher Valentin Thurn sorgte bereits 2011 mit "Taste the Waste" für Gesprächsstoff am Esstisch. In dem Dokumentarfilm beschäftigte er sich mit der schier unfassbaren Verschwendung von Lebensmitteln. Allein das Essen, das in Europa achtlos im Müll entsorgt wird, würde reichen, um damit zwei Mal alle Hungernden rund um den Globus zu ernähren.

"10 Milliarden" schließt daran an und ergänzt das Thema "Ernährung" um einen weiteren Aspekt: Schon heutzutage hat jeder sechste Mensch zu wenig zu essen – doch die Weltbevölkerung wächst und wächst.

Valentin Thurn reist mit einem großen Fragenkatalog um die Welt: Wie kann ausreichend Nahrung gewährleistet werden? Was können und müssen Industrie und Wirtschaft tun? Liegt die Zukunft in der Forschung oder im traditionellen Anbau von Nahrungsmitteln? Der Dokumentarfilmer befragt dazu Biobauern wie Unternehmer aus der industriellen Landwirtschaft, spricht mit Lebensmittelspekulanten und besucht Insektenfarmen und Genlabore.

Befriedigende Antworten – sofern es sie überhaupt geben kann – liefert "10 Milliarden" nicht, auch hält sich Thurn mit kritischen Ansichten zurück. Vielmehr lässt er unparteiisch alle Gesprächspartner zu Wort kommen. Das wirkt an manchen Stellen etwas bieder, liefert an anderen aber überraschende und nachdenklich stimmende Momente.

Da berichten etwa Bewohner eines afrikanischen Dorfes, die ehemals gut alleine für sich sorgen konnten, davon, wie sie von einem großen Konzern übers Ohr gehauen wurden. An anderer Stelle folgen wir dem Film in japanische "Gemüse-Fabriken", in denen in riesigen Laboratorien Salatköpfe und Co. fast rein maschinell gezüchtet werden. Dann wiederrum befinden wir uns in einer Aufzuchtsstation von genmanipulierten Lachsen, die um ein vielfaches schneller wachsen als ihre natürlichen Artgenossen.

"10 Milliarden" wirft viele Fragen auf und regt zum Grübeln an – leider ohne wirklich aufzurütteln. Sprengkraft hat das Thema dabei allemal. Dennoch liefert der Dokumentarfilm einen spannenden und hochinteressanten Einblick in die Lebensmittelwirtschaft. 

10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

Doku, D 2015

Regie: Valentin Thurn

Verleih: Prokino Filmverleih

Auf DVD und als VoD ab: 22. Oktober 2015

www.10milliarden-derfilm.de

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