Valerian (Dane DeHaan) und seine Partnerin Laureline (Cara Delevingne)
Hauptdarsteller Dane DeHaan und Cara Delevingne mit Regisseur Luc Besson | Foto: Universum Film
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12. Jul 2017

Hannah Essing

Filme

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

"Nur" Partner?

Es ist das 28. Jahrhundert und der Weltraum ist schon längst kein Neuland mehr. Für Recht und Ordnung – und jede Menge Chaos – sorgen die Spezialagenten Valerian (Dane DeHaan, "The Amazing Spider-Man 2") und Laureline (Cara Delevingne, "Margos Spuren"). Während er alles eher locker sieht und es ihm vor allem darum geht, das Herz seiner Partnerin zu gewinnen, ist sie eine Badass-Agentin, die ihm nicht nur einmal das Leben rettet.

Als die beiden von ihrem Kommandanten (Clive Owen) dazu aufgefordert werden, in die intergalaktische Stadt Alpha zu kommen, müssen die beiden ihre Werte und ihr Dasein als Soldaten hinterfragen. Denn in der Metropole leben und arbeiten siebzehn Millionen Einwohner verschiedenster Spezies, deren Zukunft davon abhängt, dass Valerian und Laureline die richtigen Entscheidungen treffen. Und dann wartet auch noch etwas in den Tiefen der Station, das eigentlich niemals an die Oberfläche kommen sollte.



Umwerfende Optik

Im Mittelpunkt steht bei "Valerian" – ohne Frage – die Optik. Mit der Comic-Verfilmung wurde ein visuelles Meisterwerk geschaffen, das vor allem in 3D überwältigt. Nicht nur gibt es zahlreiche interessante Aliens – von quallenartigen Aliens in Roboter-Anzügen bis hin zu Wesen, die an Schnabeltiere erinnern, ein geteiltes Bewusstsein haben und am liebsten Geheimnisse verkaufen – sondern auch eine Welt, die bis ins kleinste Detail geplant ist. Die Welt, die in Luc Bessons Film gezeigt wird, ist aufregend, optisch wunderschön und vor allem: optimistisch. Auch wenn es in der fernen Zukunft spielt, ist "Valerian" keine dystopische Vision, sondern ein positiver Blick auf eine Zukunft, in der unterschiedliche Spezies in Frieden zusammen leben. Das wird schon in der Anfangssequenz klar, die eine der besten im ganzen Film ist. Hier wird die Geschichte der Raumstation Alpha gezeigt und unterschiedliche Lebewesen treffen zwar mit Verwunderung, aber in Frieden aufeinander. Wen einige Szenarien an Star Wars erinnern, sollte sich nicht wundern: George Lucas war stark beeinflusst von der Comic-Serie, auf der der Film beruht.

Witz und Charme

Valerian und Laureline werden mit Witz und Herz von Dane DeHaan und Cara Delevingne dargestellt. Ihm kauft man den Frauenhelden, der Hals über Kopf verliebt ist, ab – denn obwohl Dane DeHaan Valerian mit einem Augenzwinkern darstellt, sind auch seine ernsteren Momente treffend und seine Zuneigung zu seiner Partnerin authentisch. Auch Cara Delevingne, die für ihre Rolle in "Suicide Squad" noch kritisiert worden war, bekommt in dem Science-Fiction-Spektakel die Gelegenheit, wirklich zu zeigen, was sie kann. Auch wenn Laureline einmal die Rolle der "Jungfrau in Nöten" zugeschustert bekommt, rettet sie Valerian mindestens genauso häufig und bleibt dabei witzig, clever und selbstbewusst. Laureline ist ein Charakter, der nicht nur existiert, um dem Protagonisten beizustehen und ihm ein moralischer Kompass zu sein – wie so oft in Hollywood-Filmen – sondern verfolgt ihre eigenen Ziele und lässt sich nichts sagen. Da die beiden Charaktere im Laufe der Handlung auch getrennt werden und sie ihre eigenen Handlungsstränge bekommen, bleibt nur die Frage, warum der Titel des Films nicht näher an denen der Comics geblieben ist: Valerian & Laureline.


Dane DeHaan und Cara Delevingne in Valerian


Fazit zu "Valerian – Die Stadt der tausend Planeten"

"Valerian – Die Stadt der tausend Planeten" ist nicht nur sehenswert, sondern diesen Sommer eigentlich sogar ein Muss. Auch wenn die Story in der zweiten Hälfte des Films schwächer ist, bleibt sie trotzdem mitreißend. Zwar ist nicht jeder Plot-Twist eine Überraschung, eines wird Valerian jedoch nie: langweilig. Bei der visuellen Vielfalt und den fantastischen Kreaturen, die in jeder Szene warten, gibt es immer neue Dinge zu entdecken und Valerian und Laureline sind sympathische Protagonisten, die wirklich was drauf haben.

Schon als Kind war Regisseur Luc Besson großer Fan der Comic-Reihe und sie inspirierte schon seinen Film "Das fünfte Element", der inzwischen einen Kultstatus erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt wäre Valerian noch nicht möglich gewesen, da die Technologie noch nicht weit genug war, um die Welten, die Besson sich vorstellte, auf die Leinwand zu bringen. Erst als er "Avatar – Aufbruch nach Pandora" sah, fasste er den Entschluss, "Valerian" zu drehen. Dass in diesem Projekt viel Herzblut steckt, merkt man an der Liebe zum Detail und der perfekt geplanten Raumstation Alpha. Deshalb gilt, wer "Valerian" sehen will, sollte das auf jeden Fall in 3D tun – selten hat sich ein Kinoticket dafür so sehr gelohnt. 


Valerian - Die Stadt der tausend PlanetenUNICUM Film-Tipp

Science-Fiction/Action, Frankreich 2017

Regie: Luc Besson

Darsteller u.a.: Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Rihanna, Ethan Hawke

Verleih: Universum Film

Kinostart: 20. Juli 2017

Mehr Infos unter  www.facebook.com/valerian.film.

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