Call of Duty Infinite Warfare Test
Fans der Reihe werden von "Call of Duty: Infinite Warfare" nicht enttäucht sein | Foto: Activision

Games

09.11.2016

Gaming Highlights 2016

UNICUM Gaming-Tipps 2016

Die Spielekracher des Jahres

Auch 2016 dürfen sich alle Gaming-Fans wieder auf zahlreiche Highlights freuen. Unsere Gaming-Tipps bringen dich regelmäßig auf den neuesten Stand, was dich im Laufe des ... mehr »

Autorenbild

21. Nov 2016

Christopher Lymer

Games

Call of Duty: Infinite Warfare

Bombastisches Action-Spektakel, das an Tiefgang vermissen lässt

Plötzlich Captain

In ferner Zukunft erstreckt sich das Hoheitsgebiet der Menschheit nicht nur auf den blauen Planeten, sondern gleich auf das gesamte Sonnensystem. Während sich die United Nations Space Alliance (UNSA) der Förderung des interplanetaren Handels, der Industrie sowie zahlreicher Kolonisierungsprogramme widmet, erstarkt mit der Settlement Defense Front (SDF), einer auf dem Mars beheimateten Terror-Organisation, eine ernste Bedrohung für den Frieden im System.

Als die SDF die jährlich in Genf stattfindende Militärparade zum Anlass nimmt, einen verheerenden Anschlag auf die UNSA-Flotte zu verüben, wird letztere großteilig dezimiert. In der Rolle des Airforce-Piloten Nick Reyes werden wir alsbald aufgrund von akut eintretendem Personalmangel zum Captain eines der letzten UNSA-Kriegsschiffe befördert. Also klopfen wir uns schnell den Staub von den Schultern, finden uns auf der Brücke der Retribution ein und befehlen den Hypersprung zum nächsten Einsatzort!

Call of Duty Infinite Warfare Kotch

Ballerei3

Und so stürzen wir uns in den Kampf gegen die SDF, den wir nicht nur auf herkömmliche Weise in Bodeneinsätzen, sondern auch in der Schwerelosigkeit des Alls sowie hinterm Steuerknüppel eines Raumjägers ausfechten dürfen.

Hierbei kann Call of Duty: Infinite Warfare mit einem abwechslungsreichen Missionsdesign punkten: Sei es der großangelegte Frontalangriff auf eine SDF-Stellung inmitten der zerklüfteten Landschaft eines Mars-Mondes, die heimliche Infiltration eines feindlichen Kriegsschiffes, der brachiale Häuserkampf in den Ruinen des brennenden Genf oder die Rettungsmission auf einem wild rotierenden Asteroiden, der Richtung Sonne rast – jede Mission verfügt über ein szenisches Alleinstellungsmerkmal und kann so durchweg für Spannung sorgen.

Leider können die komplett neueingeführten Raumkampf-Missionen trotz ihrer kurzweiligen, fast Arcade-artigen Mechanik hier nicht mithalten. Bereits nach wenigen Einsätzen im Cockpit bekommen wir das Gefühl, nichts neues mehr geboten zu bekommen. Auch die neuen Waffensysteme, Panzerungen und Raketenwerfer, die wir nach erfolgreichem Abschließen von Einsätzen freischalten, können daran nichts ändern.

Call of Duty Infinite Warfare Dogfight

Hübsch aber hohl: Michael Bay lässt grüßen

Was die Inszenierung und optische Präsentation angeht, lässt Call of Duty: Infinite Warfare kaum etwas zu wünschen übrig. Insbesondere die spektakulären Kulissen, welche uns mit ihren atmosphärischen Beleuchtungseffekten, schwelenden Rauchwänden, funkensprühenden Bränden und in Schwerelosigkeit taumelnden Objekten in ihren Bann ziehen, bringen uns immer wieder ins Staunen. Das gilt auch für die hübsch inszenierten Cinematics, welche die lose aufeinanderfolgenden Missionen zu etwas wie einer Erzählung bündeln.

Doch genau hier offenbart sich der Flaschenhals des Sci-Fi-Shooters: Während Call of Duty: Infinite Warfare uns mit seinem Michael Bay’schen Inszenierungsbombast geradezu überrollt, offenbart sich die Story allzu schnell als eine sequenzielle Aneinanderreihung der abgedroschensten Hollywood-Klischees. Entsprechend gelingt es Call of Duty: Infinite Warfare zu keinem Zeitpunkt, uns emotional wirklich zu involvieren – und das ist bedauerlich. Schließlich bietet das Setting immenses Potenzial für eine fesselnde Geschichte.



Wenn die Pflicht ruft, gibt es viel zu tun!

Wie seine Vorgänger kommt auch Call of Duty: Infinite Warfare mit einem umfangreichen Multiplayer. Hierbei dürfen wir in verschiedenen Gefechtsmodi auf wechselnden Karten gegen andere Spieler antreten. Für gewonnene Matches und erfüllte Missionsziele steigen wir nicht nur im Level auf, sondern erhalten auch Ressourcen, die wir nach und nach beim Quartiermeister in neue Ausrüstung investieren dürfen.

Für Freunde des Koop hält auch der jüngste Teil der Call of Duty Reihe einen abgedrehten Zombie-Modus bereit. In einem verlassenen Vergnügungspark der 80er-Jahre gilt es hier, alleine oder mit Freunden gegen anstürmende Horden von Untoten zu bestehen.

Call of Duty Infinite Warfare Zombies

Fazit zu "Call of Duty: Infinite Warfare"

Mit seiner kurzen, aber abwechslungsreichen Kampagne bietet Call of Duty: Infinite Warfare ein opulent inszeniertes Action-Spektakel, das leider auf narrativer Ebene versäumt, erinnerungswürdige Momente zu erschaffen. Dafür schlägt Call of Duty: Infinite Warfare mit seinem Multiplayer- sowie Zombie-Modus bewährte Pfade ein, so dass Fans der Reihe hier keine bösen Überraschungen fürchten müssen.

Freunde von Militär-Shootern, die es mit dem Realitätsbezug nicht so genau nehmen, erwartet mit Call of Duty: Infinite Warfare ein insgesamt lohnendes Komplettpaket. Wer allerdings nur an einem fesselnden Singleplayer-Erlebnis interessiert ist, sollte nicht allzu hohe Erwartungen hegen.


Call of Duty Infinite Warfare ps4UNICUM Gaming-Tipp

Call of Duty: Infinite Warfare

Activision

Erhältlich für PC, Playstation 4 und Xbox One

Ab 18 Jahren

Online bestellen (Amazon): Call of Duty: Infinite Warfare

Mehr Infos unter www.callofduty.com/de/infinitewarfare

Artikel-Bewertung:

3.04 von 5 Sternen bei 146 Bewertungen.

Passende Artikel

Deine Meinung: