Destiny 2 Forsaken Test
Destiny 2: Forsaken ist das bisher größte Update für den aktuellen Bungie-Shooter. | Foto: Activision
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28. Sep 2018

Christopher Lymer

Games

Destiny 2: Forsaken

Die Rückkehr des Hobby-Faktors?

Neue Story-Kampagne: Rache für Cayde-6

Im Gefängnis der Alten ist ein Aufstand ausgebrochen. Gemeinsam mit Hüter-Superstar Cayde-6, machen wir uns auf, den aufmüpfigen Insassen ordentlich einzuheizen. Eigentlich eine leichte Fingerübung, die uns nicht ins Schwitzen bringen dürfte – wüssten wir nicht bereits aus Forsakens Werbe-Kampagne, dass dies wohl das letzte Mal sein wird, dass wir den Charmanten Exo, Cayde in Aktion erleben.

Nach wenigen Minuten ist es dann auch soweit und jene Szene, die wir schon in so vielen Trailern bezeugen durften, wird Realität: Uldren Sov, der verlorene Prinz aus dem Riff, pustet Cayde im wahrsten Sinne die Lichter aus. Voller Zorn reisen wir in die Wirrbucht, einem neu eingeführten Schauplatz im Riff, um Uldren samt seiner acht Gefallenen-Barone aufzuspüren, nach und nach auszuschalten und den charmantesten Hüter der Galaxie zu rächen!

Und obwohl der Verlust von Cayde-6 eine durchaus dramatische Disposition schafft, um eine emotionale sowie gewichtige Story zu erzählen, verpasst Forsaken leider schon zu Beginn die Chance, seine Narration jenseits etablierter Schablonen des Action-Genres zu entfalten. Schade! Dafür macht die gestaffelte Jagd auf die insgesamt neun Schurken aus spielmechanischer Perspektive eine überaus gute Figur: Schließlich erwartet uns mit jedem Baron eine einzigartige Boss-Begegnung.

Noch mehr Power!

Selbstverständlich bietet Destiny 2: Forsaken als klassisches Add-On auch diverse Upgrade-Möglichkeiten für unseren Hüter: Folglich steigt das neue Level-Cap gleich um ganze zwanzig Stufen auf 50, während das Powerlevel auf ein Maximum von 600 angehoben wird. Darüber hinaus erhalten Warlock, Titan und Jäger pro Fokus je eine neue Subklasse inklusive neuem, mächtigem Super – das ist doch was!



Neue Einsatzgebiete: Das System wächst

Gleichzeitig dürfen wir uns auf zwei neue Areale freuen: Die Wirrbucht, welche wir im Laufe der Story-Kampagne durchstreifen, offenbart sich als gigantische, zerklüftete Ebene bestehend aus miteinander verankerten Asteroidenschollen, die im violetten Sternennebel des Riffs treiben. Als No Man’s Land dient sie nicht nur marodierenden Gefallenen-Trupps als Rückzugsort, sondern auch "dem Hohn" – einer neuen Gegner-Fraktion, welche sich aus korrumpierten Gefallenen rekrutiert.

Mit der "Träumenden Stadt" erhalten wir  hingegen nicht nur ein neues Endgame-Gebiet, sondern erstmals auch einen Einblick in die ursprüngliche Heimatregion der Erwachten, die mit ihren lichtdurchfluteten Gebirgslandschaften, goldenen Laubbäumen, den mystisch vernebelten Küstenlinien und eleganten Architekturen an eine Sci-Fi-Version von Tolkiens Bruchtal erinnert. Ab Powerlevel 530 können wir uns hier auf Expedition begeben und später auch an den Endgame-Aktivitäten teilnehmen wie dem neuen Raid oder dem Event "Der blinde Quell" – einem neuen Hordemodus vergleichbar mit dem im Kriegsgeist-DLC eingeführten Eskalationsprotokoll.

Wie bei den bereits bekannten Schauplätzen warten auch die beiden neuen Einsatzgebiete mit allerlei Events, verlorenen Sektoren, Abenteuern und Truhen auf uns.

Ein Schritt zurück, aber in die richtige Richtung

Destiny 2: Forsaken führt jedoch nicht nur Neuerungen ein, sondern nimmt auch notwendige Modifizierungen am bestehenden System vor. Entsprechend finden nun die lang vermissten Random-Rolls für Waffen und Rüstungen ihren Weg zurück ins Spiel. Somit entscheidet – bis auf wenige Ausnahmen – endlich wieder der Zufall, über welche besonderen Eigenschaften ein Item verfügt. Eine gute und wichtige Design-Entscheidung: Nicht nur garniert der Faktor Glück jeden Loot-Drop ab sofort wieder mit einer Prise Nervenkitzel, er weckt auch nachhaltig unseren Jagdtrieb, da nun jedem einzelnen Engramm die Chance auf DAS perfekte Item innewohnt.

Eine großartige Ergänzung hierzu bildet die überarbeitete Infundierungs-Mechanik: Das Infundieren fordert ab sofort nicht nur mehr Ressourcen im Allgemeinen, sondern auch die überaus rar gesäten Meisterwerkskerne. Entsprechend überlegen wir uns dreimal, ob wir unsere Lieblingsmontur oder -waffe nun für den Dazugewinn von zwei oder drei Power-Punkten infundieren wollen, oder doch erstmal mit dem stärkeren Random-Drop weiterspielen, bis sich eine Infundierung wirklich lohnt. Die Folge ist ein abwechslungsreicheres Spielerlebnis, dass schnell in wahre Experimentierfreude münden kann – und genau dieser Aspekt hatte Destiny 2 gefehlt.

Kein Ende in Sicht … zum Glück!

Neben vielen neuen Mechaniken, Waffen und Rüstungen überschüttet uns Destiny: Forsaken – wie kein Add-On zuvor – mit unzähligen Beschäftigungsangeboten: Ob Beutezüge, Herausforderungen, öffentliche Events, heroische Abenteuer, Dailys, Weeklys, Kopfgeldaufträge, Flashpoints, Strikes, Dämmerungsstrikes, Schmelztiegel-Matches oder der brandneue PVE-PVP-Hybrid-Modus "Gambit" - wer sich nur einem Teil der gestellten Aufgaben widmet, wird sich über einen Zufluss an neuen Items sowie einem zwar langsamen aber stetigen Anstieg seines Power-Levels nicht beklagen können.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Bungie mit Forsaken eine bisher nicht dagewesene Balance zwischen Zeit-Investment und Spiel-Fortschritt gelungen ist. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen sich der gesamte Spielspaß pro Woche innerhalb weniger Stunden erschöpfte. Kurz: Destiny hat seinen Hobby-Faktor zurück!

Fazit zu Destiny 2: Forsaken

Destiny 2: Forsaken dreht an den richtigen Schrauben und sorgt endlich wieder für ein frisches Spielerlebnis, das dank Jagdfieber weckenden Random-Rolls und einer nicht allzu steilen, dafür aber fortdauernden Fortschrittskurve motivieren kann. Hüter a. D. dürfen ihre Montur also getrost wieder aus der Mottenkiste holen und den Ausflug in die Wirrbucht wagen. Neueinsteiger könnten von der überwältigenden Menge an Content und ihrer zugegebenermaßen nicht ganz intuitiv erschließbaren Präsentation zwar etwas abgeschreckt werden, sollten sich der Herausforderung aber dennoch stellen.


UNICUM Gaming-Tipp

Destiny 2 Forsaken PackshotDestiny 2: Forsaken (Add-On)

Activision

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Ab 16 Jahren

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3.34 von 5 Sternen bei 29 Bewertungen.

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