Greed Fall Test Verlosung
GreedFall nimmt dich mit in eine Fantasy-Welt der Renaissance. | Foto: Focus Home Interactive
Autor

26. Sep 2019

Christopher Lymer

Games

GreedFall im Test

Ambitioniertes Action-Rollenspiel mit außergewöhnlichem Setting

GreedFalls außergewöhnliches Abenteuersetting

In der Welt von GreedFall steht das Zeitalter der Entdeckungen in voller Blüte: Mächtige Kontinentalstaaten entsenden ihre Flotten, um die letzten weißen Flecken von der Weltkarte zu tilgen und den eigenen Wirkungsraum zu vergrößern. Während das theokratische Thélème Missionare und Inquisitoren aussendet, um auf der kürzlich entdeckten Insel Teer Fradee heilige Stätten zu annektieren und den wahren Glauben mit Nachdruck zu verbreiten, widmet sich die Brückenallianz der Erforschung und Nutzbarmachung wertvoller Ressourcen sowie der rigorosen Ausdehnung des eigenen Territoriums. Zeitgleich tragen jene Fraktionen nicht nur ihren seit Jahren anhaltenden Krieg in die fremde Welt, sondern schüren auch neue Konflikte: Schließlich stößt das gewaltsame Eindringen der Kolonisten bei den naturverbundenen Urvölkern Teer Fradees auf Widerstand. Während einige Stämme noch versuchen, mit den Neuankömmlingen friedlich in Kontakt zu treten, haben andere sich bereits auf den Kriegspfad begeben.

Zwischen all diesen Fronten positioniert sich die um Neutralität bemühte Handelskongregation, der auch unser Protagonist De Sardet angehört. Als frisch ernannter Legat, den wir sowohl in männlicher als auch weiblicher Ausgabe spielen dürfen, ist es fortan unsere Aufgabe, die Kolonisierungsbemühungen unserer Fraktion voranzutreiben, zwischen den einzelnen Fraktionen zu vermitteln und ein Heilmittel gegen den Malichor zu finden – einer todbringenden Seuche, welche unseren Heimatkontinent heimsucht.

Mit dieser spannenden Ausgangssituation sowie dem unverbrauchten Setting einer frühneuzeitlichen Fantasywelt, die sich die Kolonialzeit des 17. Jahrhunderts zum Vorbild nimmt, kann GreedFall bereits beim Entrée überzeugen.

GreedFall: Ein waschechtes Rollenspiel

Ansonsten wartet GreedFall mit einem klassischen Rollenspielsystem auf. Neben Geschlecht und Aussehen legen wir zu Beginn unsere Startklasse fest, um fortan bei jedem Level-Aufstieg insgesamt drei Talentbäume mit Skill-Punkten auszustatten: Während wir über "Fähigkeiten" verschiedene Kampfoptionen wie Magie, Schusswaffen, Fallen, Klingen- oder stumpfe Hiebwaffen freischalten, deren Handhabung verbessern oder mächtige Spezialangriffe aktivieren, erhalten wir durch "Attribute" passive Boni sowie die Möglichkeit, höherstufige Waffen und Panzerungen auszurüsten. "Talente" hingegen ermöglichen uns neue Optionen, um mit der Spielwelt zu interagieren.

Und genau hier entfaltet GreedFall eine seiner größten Stärken, da es uns die meisten Haupt- und Nebenquests auf zahlreiche Wege lösen lässt – vorausgesetzt unser Charakter verfügt über die nötigen Skills: Müssen wir bspw. eine festgesetzte Geisel befreien, können wir entweder a) an den Wachposten vorbeischleichen, um den Kerkerschlüssel zu stibitzen, b) auf unser Talent "Schlösserknacken" setzen, um das Schloss ohne Schlüssel zu öffnen, c) mit unseren Kenntnissen in "Wissenschaft" eine marode Mauer wegsprengen, um uns Zugang zu verschaffen, d) mithilfe von "Intuition" einen verborgenen Schleichweg ins Innere entdecken, e) unsere "Stärke" einsetzen, um eine Steilwand hinaufzuklettern, um von oben hineinzugelangen oder f) unser "Charisma" spielen lassen, um die Entführer in einem offenen Gespräch zu überzeugen.  

In kaum einem anderen Rollenspiel ermöglichen Charakterwerte eine derart große spielerische Vielfalt und verleihen somit jedem Level-Aufstieg eine merkliche Bedeutung. GreedFall kann hier wahrlich eine Vorreiterrolle einnehmen!


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Kämpfe in GreedFall: mit Zauber, Florett und guten Freunden

Selbstverständlich können wir aber auch auf all die friedlichen Optionen pfeifen und uns stattdessen beherzt ins Gefecht stürzen. Dann kommt GreedFalls kurzweiliges Kampfsystem zum Einsatz, das uns entweder in Echtzeit angreifen, ausweichen und parieren oder die taktische Pause nutzen lässt, um Tränke, Fallen, Zauber und Co. auszuwählen sowie den nächsten Angriff zu planen.

Tatkräftige Unterstützung bekommen wir dabei von unseren treuen Gefährten, welche wir im Laufe unserer Reise rekrutieren und von denen wir zu jeder Zeit zwei im Schlepptau haben. Diese dürfen wir zwar auch nach Belieben mit Waffen, Rüstungen und Upgrades ausstatten, haben aber weder Einfluss auf die Entwicklung ihrer Fähigkeiten, noch dürfen wir ihnen im Kampf Befehle erteilen, was hinsichtlich der pausierbaren, taktischen Gefechte durchaus defizitär anmutet.

Durchdachtes Missionsdesign trifft auf tiefgründige Erzählmotive

Dafür bringen sich unsere Begleiter umso mehr in die zahlreichen Dialoge ein, die wir mit NPCs führen und haben selbstverständlich auch ihre ganz eigenen Questreihen im Gepäck. Und diese sorgen nicht nur dafür, dass wir unsere Mitstreiter allmählich besser kennenlernen, sondern erzählen mitunter sogar die besten Stories des gesamten Spiels.

Doch auch an vielen anderen Stellen zeigt sich eindrucksvoll, wie bemüht GreedFall ist, interessante und erinnerungswürdige Geschichten zu erzählen: So begegnen uns immer wieder Missionen, deren Plots und Dramaturgie ausgesprochen gut durchdacht sind und zum Teil sogar zum Denken anregen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass GreedFall großen Wert darauf legt, eine glaubhafte Welt zu zeichnen, deren Protagonisten sich weniger im klassischen Gut-Böse-Schema als vielmehr in verschiedenen Grauzonen bewegen. Ein Aspekt, der auch die vielen von uns zu treffenden Entscheidungen umso schwieriger und gewichtiger macht.

Noch nicht ganz vorne mit dabei!

So gut GreedFall seine Sache auch macht, an vielen Stellen spüren wir, dass das Rollenspiel in Sachen Budget und Manpower weit von einer Bioware- oder Bethesda-Produktion entfernt ist. Davon zeugen sowohl die etwas angestaubten Charakteranimationen und die Einsparung von Cutscenes als auch die durchaus ansehnliche jedoch leider etwas leere Welt, in deren großräumigen Arealen bis auf Sammelkram und Gegnern nichts zu finden ist. Zudem fallen insbesondere in den Städten die regelmäßige Wiederverwertung von Gebäudeelementen, Innenräumen und Charaktermodellen negativ auf. Und auch bei der Qualitätssicherung scheinen bei Spiders einige Ressourcen gefehlt zu haben, sodass uns immer wieder irritierende plot holes begegnen sowie Dialoge und Dialogoptionen, die auf Ereignisse rekurrieren, die (noch) nicht stattgefunden haben. Mit Blick auf die Rahmenbedingungen der Entwicklung hat sich das französische Studio hier an einigen Punkten spürbar verhoben.

Fazit zu GreedFall

GreedFall ist eine echte Rollenspiel-Perle – so viel steht fest! Das Mantel-und-Degen-Setting, welches Fantasy, Kolonialisierungspolitik und frühneuzeitlichen Entdeckerdrang in sich vereint, ist ebenso unverbraucht wie spannend und hält eine Reihe fesselnder und zum Teil tiefgründiger Geschichten bereit. Zudem punktet GreedFall mit einem Rollenspielsystem, das die Charakterentwicklung durch zahlreiche Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Spielwelt belohnt. Zwar kann GreedFall in Sachen Grafik, Inszenierung und Polishing sicher nicht mit einem Mass Effect oder Dragon Age mithalten – Rollenspielfans, die innovative Settings und gute Erzählung schätzen, sollte dies aber keinesfalls abschrecken. Für sie könnte GreedFall eines der spannendsten Games 2019 sein. 


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