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16. Aug 2016

Games

Nintendo 3DS

-ARCHIV-

Im 3DS steckt tatsächlich ein kleines technisches Wunderwerk, denn er ermöglicht das große Erlebnis 3D ohne Brille und bietet jede Menge Funktionen, die zwar noch nicht in vollem Umfang nutzbar sind, aber dennoch schon jetzt für viel Unterhaltung sorgen. Der stereoskopische, also optisch erzeugte 3D-Effekt kann mit einem Schieberegler rechts neben dem Bildschirm stufenlos ein- und hochgestellt werden, so dass jeder für sich selbst entscheiden kann, wie stark der Effekt wirken soll. Je nach Software unterscheidet sich die räumliche Tiefe zusätzlich. Sie ist allerdings nur für denjenigen direkt am 3DS ohne Probleme sichtbar, denn man muss direkt und gerade mit einem gewissen Abstand auf das Gerät blicken, um den Effekt genießen zu können. Nichtsdestrotz kann der 3DS gut mit aktuellen 3D-TV-Geräten mithalten, die derzeit noch auf das Hilfsmittel der 3D-Brillen angewiesen sind. Mit dem dreidimensionalen Kinoerlebnis kann die mobile Konsole natürlich nicht konkurrieren, muss sie aber auch nicht. Der 3DS reicht in seinen Maßen an den DSi heran, liegt relativ schwer in der Hand, doch das trübt das Spielvergnügen keinen Moment, sondern fühlt sich angenehm an. Das liegt nicht zuletzt an der glatten, metallisch glänzenden Oberfläche, die Fingerabdrücken keine Chance gibt. Der 3DS wirkt durch sein Material sehr edel und ist mit drei Kameras, zwei außen und eine innen, ausgestattet. Mit den Außenkameras können 3D-Fotos aufgenommen werden, der obere Bildschirm dient als digitales Kameraobjektiv. Der zweite Bildschirm auf der unteren Hälfte des 3DS ist wie bisher auch ein Touchscreen.Der Touchpen wurde für den 3DS überarbeitet, ist nun bis auf die doppelte Länge ausziehbar und aus Chrom mit einer gummierten Spitze. Der Stift liegt gut in der Hand, ist aber nicht mehr an der Seite im Gerät verstaut, sondern auf der Rückseite, wodurch er manchmal schwer zu zücken ist. Auf der linken Seite befindet sich ein Steckplatz für eine SD-Karte, auf der Spielinhalte, Musik, Videos und Fotos gespeichert werden können. Eine 2 GB SD-Karte liegt dem Gerät bereits beim Kauf bei, diese kann jederzeit durch eine größere Karte ersetzt werden. Ebenfalls an den Seiten befinden sich Lautstärkeregelung und der Schalter für das Wireless Lan.Der 3DS ist internetfähig und kann neben beliebigen W-Lan-Verbindungen die Spot-Pass-Funktion nutzen. An verschiedensten öffentlichen Plätzen kann er sich so online verbinden und Updates, News oder Downloads herunterladen. Das Gerät bietet eine Online-Freundesliste, im Gegensatz zur Wii gibt es jetzt pro 3DS-Gerät und nicht mehr pro Spiel einen Freundes-Code, so dass man seine Freunde nur einmal registrieren muss und dann immer sehen kann, wer online ist und was derjenige spielt. Weitere Online-Funktionen wie bei Xbox Live oder dem Playstation Network schon lange üblich, gibt es allerdings immer noch nicht. Das heißt, dass man sich weder Nachrichten schicken, noch chatten oder einander zu gemeinsamen Spielen einladen kann. Ganz überzeugen können die Online- bzw. Community-Funktionen des 3DS daher leider nicht.

Dafür überzeugt das Konzept der neuen Street-Pass-Funktion umso mehr. Dieses System ermöglicht es, sich mit fremden 3DS-Besitzern zu verbinden, Miis oder Daten von verschiedenen Spielen auszutauschen und seine eigene Street-Pass-Lobby mit Leuten aus aller Welt zu füllen. In Verbindung mit dem eingebauten Schrittzähler entsteht so ein motivierendes System, den 3DS jeden Tag in die Hand bzw. sogar überall mit hinzunehmen, da man nie weiß, wen man wo treffen könnte. Leider ist es nicht möglich, die getroffenen Miis in die Freundesliste zu übernehmen, da man ihre Freundes-Codes nicht erhält.Neben Belohnungen für gekaufte Spiele bietet die Street-Pass-Lobby zwei eigene kleine Minispiele, den Puzzle-Tausch und Rette die Krone. Von jedem Mii, den man per Street Pass trifft, erhält man ein Puzzle-Teil für verschiedene Nintendo-Puzzle. Sind diese vollständig, ergeben sie Dioramen oder animierte 3D-Artworks von Mario Galaxy, Legend of Zelda oder Metroid. Im Minispiel Rette die Krone stürmen die getroffenen Miis ein Schloss, in dem das eigene Mii von Geistern gefangen gehalten wird. Wie in einem Rollenspiel können die Miis ihr Schwert oder Magie im Kampf benutzen und so schaltet man nach und nach auf dem Weg durchs Schloss neue Kopfbedeckungen für den eigenen Mii frei. Ergänzen kann man die getroffenen Miis durch Hilfskräfte, die man mit Münzen kauft. Diese Münzen sammelt man, indem man mit dem Schrittzähler Schritte sammelt. Pro 100 Schritte erhält man so eine Münze, maximal zehn am Tag.Abseits vom Street Pass System bietet der 3DS zwei weitere vorinstallierte Spielereien:  Face Raiders und die AR-Karten. Bei den Face Raiders fotografiert man beliebige Gesichter, sich selbst, seine Freunde und Familie oder irgendwelche Magazin-Schönheiten, deren Gesichter dann zu fliegenden Fratzen mutieren und die man im ganzen Raum, wo man sich aufhält bekämpfen muss. Denn hier entsteht wirklich der 3D-Eindruck, weil die Außenkameras permanent die Umgebung zeigen und die herumfliegenden Fratzen dort alles virtuell zerstören, sofern man sie nicht rechtzeitig daran hindert.

Die tatsächliche Umgebung wird auch für die Mini-Spiele mit den AR-Karten genutzt, die dem 3DS beiliegen. Die Hauptkarte mit einem Fragezeichen darauf dient als Orientierungspunkt für das System, das kleine Spielwelten mitten auf dem Tisch, dem Boden oder jedem anderen ebenen Untergrund entstehen lässt. Dort kann man plötzlich Fische angeln, Ziele abschießen oder eigene, auf dem Touchscreen gezeichnete Figuren in 3D zum Leben erwecken lassen.Der 3DS bietet also viele vorinstallierte Funktionen, die durch ein spätere Update um einen Internetbrowser und einen Online-Shop ergänzt werden sollen. Die eingebauten Kameras und der Musikplayer sind nette Gimmicks, ein Allround-Talent wird der 3DS jedoch trotzdem nicht. Das liegt vor allem am schwachen Akku, der fest eingebaut ist und nicht gewechselt werden kann. Dieser hält je nach Benutzung, also ob mit Sound und 3D-Effekt oder ohne, gerade einmal bis zu vier Stunden am Stück. Befindet sich das Gerät im Stand-By steigt die Akkulaufzeit natürlich an. Für eine mobile Konsole ist diese Akkulaufzeit jedoch mehr als dürftig, vor allem angesichts des hohen empfohlenen Verkaufspreises von 250 Euro.Optisch zeigt der 3DS ein kristallklares Bild, der obere Bildschirm ist allerdings glänzend und so lassen sich Fingerabdrücke nie ganz vermeiden, der Bildschirm verschmiert recht schnell und muss häufig geputzt werden. Auf Fahrten im Auto oder der Bahn ist das Bild bei strahlendem Sonnenschein auf diesem Glanz-Screen nicht mehr gut zu erkennen. Dafür ist der Sound hervorragend, ein Anschluss für Kopfhörer ist selbstverständlich vorhanden. Wie lange Steuerkreuz, Schiebepad und sonstige Buttons durchhalten, ohne auszuleiern, ist nicht leicht vorauszusagen. Das gummierte Schiebepad ermöglicht zwar eine angenehme und stufenlose 360-Grad-Steuerung, zeigt aber schnell Abnutzungsspuren. Eine Neuerung bei der Steuerung des 3DS stellt die Tastenreihe von Select-, Home- und Start-Button direkt unter dem Touchscreen dar. Der Home-Button dient dazu, jedes Spiel jederzeit unterbrechen bzw. beenden zu können, um ins Hauptmenü des Geräts zurückzukehren. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber ganz gut.

Fazit: Der 3DS bringt das 3D-Erlebnis ohne zusätzliche Brille in die mobile Konsolenwelt und kann mit seinen umfangreichen Funktionen insgesamt überzeugen, denn auch ohne große Software-Knaller bietet das Gerät jede Menge Spaß. Die geringe Akkuleistung und dürftigen Online-Funktionen trüben diesen jedoch etwas.Nintendo 3DSErhältlich in: Kosmos-Schwarzund Aqua-BlauPreis: ca. 250 EuroInfos: www.nintendo.deBewertung: 5/6

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