Borderlands: The Prequel Test
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09. Aug 2016

Entertainment

Im UNICUM Game-Test: Borderlands: The Pre-Sequel

-ARCHIV-

Bewährte Formel mit geringerer Anziehungskraft

Der Aufstieg des Handsome Jack

Im zweiten Teil war er noch unser Todfeind, im Pre-Sequel verhelfen wir ihm zur Macht: Handsome Jack. Der Chef des Waffen-Konzerns Hyperion und zukünftiger Befehlshaber jener Roboterarmee, die im Folgeteil den Planeten Pandora invadieren wird, hat zu Beginn des Borderlands Pre-Sequels nur sehr wenig unter Kontrolle. Schließlich wird die Hyperion-Basis Helios, die im Orbit von Pandora kreist, gerade von einem Söldnertrupp des konkurrierenden Konzerns DAHL geentert.

Als Glücksritter, der sich zu diesem Zeitpunkt zwecks Anmusterung ebenfalls auf der Helios befindet, geraten wir unmittelbar zwischen die Fronten. Da dem guten Jack schnell die Verbündeten ausgehen, verpflichtet er uns kurzerhand mit Credits winkend, ihn aus seiner Misere zu befreien. Und schon beginnt unsere Reise, nächster Stopp: Pandoras Mond Elpis!

Helden von Elpis: Drei Glücksritter und eine durchgeknallte Blechbüchse

Wie bei den Vorgängern stehen uns auch im Pre-Sequel vier Charaktere zur Auswahl, von denen jeder einen eigenen Special-Skill im Gepäck hat: Athena, die Gladiatorin, schützt sich und ihre Verbündeten mit einem Schild, den sie zugleich als mächtige Waffe einsetzen kann. Die zweite Dame, Nisha, erweist sich als schlagkräftige Revolverheldin, die auch größere Feindeshorden problemlos niedermäht, während Wilhelm als sogenannter "Enforcer" zwei unterstützende Drohnen aktiviert, wenn es brenzlig wird. Zu guter Letzt darf endlich auch das Borderlands-Maskottchen, der überdrehte Roboter Claptrap, im Pre-Sequel sein Debüt als Spieler-Charakter feiern.

Früher nannte man das "Expansion"

Viel hat sich im Vergleich zu den vorangegangen Teilen wahrlich nicht geändert, so dass sich die eigentliche "Innovation" hauptsächlich auf das neue Setting, den Mond Elpis, beschränkt. Die nicht vorhandene Atmosphäre sowie die geringe Gravitation des Trabanten sind folglich auch der einzige Anlass, ein paar neue Gameplay-Elemente einzuführen: So bestückt uns das Pre-Sequel nun beispielsweise mit Sauerstoff-Tanks, die es in regelmäßigen Abständen aufzufüllen gilt, um dem Erstickungstod zu entrinnen. Das gezielte Ablassen von o2 ermöglicht uns außerdem, der bereits geringen Erdanziehungskraft noch besser zu trotzen und gewaltige Weitsprünge auszuführen.

Darüber hinaus bietet das Pre-Sequel – passend zum vorherrschenden Sci-Fi-Thema – mit den Laser-Kanonen eine neue Waffengattung, die sich allerdings nicht maßgebend von den bisherigen abhebt.

Alles andere, das Sammeln von Erfahrungspunkten, das Aufleveln, die dreiteiligen Skill-Trees, das 4er-Koop-Gameplay sowie die in Borderlands 2 eingeführten Bad-Ass-Ränge wurden unverändert vom alten Spielsystem übernommen. Das gilt übrigens auch für die grafische Präsentation, die seit dem ersten Teil kaum einen Fortschritt gemacht hat.

Fazit zu Borderlands: The Pre-Sequel

Bitte nicht falsch verstehen: Borderlands: The Pre-Sequel ist ein solides Spiel und fügt sich nahtlos in die Serie ein – vielleicht liegt aber gerade darin das Problem: Denn auch wenn das neue Setting ein frisches Lüftlein mit sich bringt, so sind die Innovationen derart rar gesät, dass wir stets das Gefühl haben, ein weiteres Add-On zu Borderlands 2 zu spielen. Vor allem mit Blick auf das wachsende Angebot der Next-Gen-Konsolen stellt sich hier die Frage, ob dieses "mehr vom Alten" tatsächlich ausreicht.

Soviel ist sicher: Eingefleischte Fans des Franchise werden garantiert ihren Spaß mit dem Action-Spektakel haben! Alle anderen sollten die rund 60 Euro besser sparen oder in einen aktuellen Titel der Konkurrenz investieren.

 

Borderlands: The Pre-Sequel

Gearbox/2K

Erhältlich für PS3, Xbox 360 und PC

Release: 17. Oktober 2014

Ab 18 Jahren

 

 

Artikel-Bewertung:

3.06 von 5 Sternen bei 72 Bewertungen.