Goat Simulator
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09. Aug 2016

Entertainment

Im UNICUM Game-Test: Goat Simulator - Ziegen-Simulator

-ARCHIV-

Die Ziegen sind los!

Die Entstehung

Der Goat Simulator von den Coffee Stain Studios hat schon im Vorfeld einen großen Hype im Internet ausgelöst. Zunächst nur ein Spaßprojekt im Zuge eines Game Jams, hat Video-Material aus der Alpha-Phase des Spieles in kurzer Zeit mehr als eine Million Klicks auf Youtube erhalten.

Die Forderungen der Fans nach einem Release des Games wurden laut und am 1. April war es soweit: der Goat Simulator wurde veröffentlicht. Zunächst nur auf Valves Vertriebsplattform Steam erhältlich, hat sich Koch Media nicht lumpen lassen und auch einen Retail-Release des Goat Simulators in Deutschland auf die Beine gestellt. Dabei wurden dem Spiel ein kleines Kochbuch mit typischen Ziegengerichten und ein Poster beigelegt, ein nettes Schmankerl für Freunde der verrückten Ziege.

Aber worum geht es denn jetzt eigentlich in diesem Simulator?

Akkurate Simulation eines Ziegenlebens?

Der Goat Simulator simuliert mehr oder weniger realistisch das Leben einer Ziege, die nur eines will: Chaos!

Mittels klassischer WASD-Steuerung und Mausblick bewegt der Spieler das possierliche Haustier durch die eingangs erwähnte Kleinstadt. Die Ziege kann dabei nicht nur herumlaufen, sondern Hindernisse wie Menschen, Kisten oder Autos mit einer herzhaften Kopfnuss aus dem Weg räumen. Außerdem kann sie mit ihrer Zunge Objekte hinter sich herziehen, neu platzieren oder sich selbst anhaften und verrückte Moves ausführen. Der Transport von Objekten mit Hilfe der Zunge lädt den Spieler zudem zum Entdecken ein: Warum ist das gesamte Gebäude eigentlich eingezäunt und wie komme ich da rein? Das Schöne ist, dass es für die meisten Probleme tatsächlich einen Weg gibt, der von Spieler zu Spieler unterschiedlich sein kann.

Wer schon einmal Tony Hawk's Pro Skater und Konsorten gespielt hat, wird sich sofort heimisch fühlen – ähnlich wie in bekannten Funsport-Titeln bekommt die Ziege Punkte für angerichtete Zerstörung oder ausgeführte Bewegungen. Backflips auf einem Trampolin? Kein Problem für den flexiblen Vierbeiner!

Besondere Errungenschaften werden dabei durch amüsante Einblendungen hervorgehoben: Lässt man beispielsweise die Tankstelle in einer riesigen Explosion aufgehen, kommentiert das Spiel dies mit einem "Michael Bay - You know what to do!" Das gibt Extrapunkte und ist witzig umgesetzt.

Natürlich merkt man dem Titel deutlich seine Herkunft als Spaßprojekt an: Die verschiedenen Figurenmodelle der Ziege und der Stadtbewohner verformen sich mehr als unrealistisch und sorgen so für den ein oder anderen (lustigen) Grafikfehler. Der Goat Simulator möchte allerdings auch kein klassisches Spiel sein – die Entwickler haben bei verschiedenen Gelegenheiten betont, dass es sich bei der Parodie auf klassische Simulationsspiele wie den Landwirtschafts-Simulator um einen großen Spielplatz handelt, auf dem der Spieler experimentieren kann.

Nicht umsonst ist es möglich nach Belieben die Ragdoll-Physik der Ziege einschalten und durch die Spielwelt zu "wobbeln". Um dem Ganzen doch noch etwas Langzeitmotivation und Spieltiefe zu verleihen, erhält der Spieler nacheinander diverse Missionen: Bleibe eine gewisse Zeit in der Luft, erreiche eine bestimmte Punktanzahl usw. Allerdings hat die Spielwelt, die leider auf ein einzige Karte beschränkt ist, einige nette Gimmicks zu bieten, die der Spieler erst entdecken muss, – sei es eine Low-Gravity-Testanlage oder ein Ring, in dem man sich mit anderen Ziegen duellieren kann.

Es wird sogar gemunkelt, dass irgendwo in der Stadt satanische Mächte am Werk seien, die nur auf ein Menschenopfer warten...

Die Technik – hui oder pfui?

Sowohl grafisch als auch musikalisch gewinnt der Ziegen-Simulator keine Preise: das Spiel läuft solide auf der Unreal 3 Engine und sieht auf den höchsten Einstellungen angemessen aus. Dank der bekannten Nvidia PhysX Engine zaubern die Entwickler ansehnliche Physikspielereien auf den Bildschirm, die den Spieler zum Ausprobieren einladen. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass das Spiel nie für einen offiziellen Release entwickelt wurde, sondern in erster Linie zum Spaß entstanden ist – und den kann man einige Stunden haben, bis man alles in der chaotischen Welt der Ziege entdeckt hat.

Dass das Spiel nicht so richtig glatt läuft, sollte dann auch niemanden wundern, die Entwickler nehmen es mit Humor: Einer der zu erreichenden Erfolge nennt sich "Involuntary QA - Ooops, the game seems to have crashed".

Entgegen erster Aussagen haben die Coffee Stain Studios dem Ziegen-Simulator sogar einen Patch spendiert, der das Spiel um eine zusätzliche Karte erweitert, einen lokalen Multiplayer mit bis zu vier Spielern ermöglicht, der Ziege die Möglichkeit gibt Skateboards und Fahrräder zu benutzen und außerdem neue spielbare Ziegen einführt.

Fazit zu Goat Simulator - Ziegen-Simulator

Der Goat Simulator ist für knapp 10 Euro im Laden erhältlich und bietet für diesen Preis nicht nur ein erfrischend lustiges Spiel, in dem man eine Menge verrückte Dinge ausprobieren kann (und das von den Entwicklern zudem kostenfrei erweitert wird), sondern auch einige nette Dreingaben in der Retail-Version.

Eine Kaufempfehlung gibt es an dieser Stelle für alle Freunde von Spielen, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Der Ziegensimulator ist ein wunderbarer Spielplatz, auf dem man sich abseits von AAA-Titeln und ernsten Geschichten einfach mal ungestört austoben kann – spätestens, wenn man die Ziege samt Jetpack die Riesenrutsche hinunter jagt!

 

 

Goat Simulator - Ziegen-Simulator

Coffee Stain Studios/Koch Media

Erhältlich für PC

www.goat-simulator.com

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2.99 von 5 Sternen bei 138 Bewertungen.