Titanfall
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09. Aug 2016

Entertainment

Im UNICUM Game-Test: Titanfall

-ARCHIV-

Oh Herr, lass Titanen regnen!

Krieg der Titanen

Eines sollte von Anfang an klar sein: Titanfall ist ein reines Multiplayer-Game. Wer eine Singleplayer-Kampagne sucht, wird diese hier nicht finden. Zumindest nicht auf dem klassischen Wege.

In "Titanfall" befindet ihr euch in einer weit entfernten Zukunft, in dem Krieg zwischen dem Minenkonzern Interstellar Manufacturing Corporation, kurz IMC, und der Rebellen-Miliz herrscht. Die IMC hat sich von der Rüstungsfirma Hammond Robotics mit Titanen eingedeckt, um den verschiedenen Kolonien im Grenzland, sprich in den äußeren Bereichen des erforschten Weltraums, Druck zu machen.

Die IMC will an deren Bodenschätzen. Doch das lassen sich nicht alle gefallen:  So wurde die Miliz gegründet und leistet mit allen Mitteln wiederstand – natürlich auch mit Titanen.

Die Titanen sind bemannte, mehrere Meter hohe Roboter, die von euch, den Piloten, gesteuert werden – und zwar von innen heraus. Sie sind stark gepanzert und bestens für den Kampf auf offenem Feld ausgerüstet. Aus dem Orbit werden sie im freien Fall auf den Planeten abgeworfen, deswegen auch "Titanfall".

Aller Anfang ist schwer

Wie in fast jedem Spiel startet ihr in eurer Rolle als Pilot auch hier mit einem kleinen Tutorial und lernt die Grundlagen kennen. Dabei wird schnell klar: Laufen ist nicht die einzige Fortbewegungsart. Das (Doppel-)Springen und Laufen an den Wänden ist für den späteren Kampf gegen Gegner und Titanen überlebenswichtig. Zudem macht es einen Heidenspaß, sich im Parkour-Style durch die Maps fortzubewegen. Wer geschickt darin ist, kann sogar den einen oder anderen Gegner austricksen und sich durch einen Wandlauf plötzlich hinter ihm wiederbefinden.

Habt ihr die Grundlagen in Bewegung und Kampf drauf, könnt ihr euch in den Kampf stürzen. Hier wählt ihr entweder eines von fünf unterschiedlichen Spielmodis aus oder startet die Kampagne. Die Spielmodis sind: Materialschlacht, Last Titan Standing, Hardpoint-Herrschaft, Capture the flag und Pilotenjäger. In der Kampagne begegnen euch jedoch nur die zwei Spielmodis Materialschlacht und Hardpoint-Herrschaft.

Beim ersteren geht es einfach darum, den Gegner niederzustrecken und im Team aus sechs Piloten die meisten Punkte zu sammeln. Somit spielt ihr in der Regel immer mit bis zu elf weiteren Personen. Doch damit ist nicht genug: Jedes Team wird zudem von Frontsoldaten und sogenannte Spectres (Roboter) unterstützt. Diese werden kontinuierlich nachgeschickt und dienen als zusätzliches Kanonenfutter. Es soll schließlich nie langweilig werden.

Der Kampf beginnt

In den Kampagnen wird die Hintergrund-Story mit dem Spielgeschehen verknüpft. Je nachdem, auf welcher Seite man aufgestellt wird (IMC oder Miliz), gibt es zu Beginn jeder Runde immer ein kleines Intro mit Missionsbesprechung und Hintergrundinfos. Leider wirkt das Ganze etwas mau. Zumal auch während der Gefechte immer wieder "Handlungs-Dialoge" in der oberen Ecke eingeblendet werden, denen man aber kaum folgen kann. Schließlich befinden wir uns grad im Krieg und können uns schlecht auf was anderes konzentrieren, als auf das gegnerische Team und deren Titanen.

Es ist schwierig sich eine Pause zu gönnen und das prachtvolle Leveldesign zu bewundern. Dieses ist aufwendig gestaltet und protzt nur so mit Details. Jedoch wirken die Texturen bei näherer Betrachtung etwas schwammig, aber das flüssige Gameplay macht es wieder wett.

Feuer frei!

Ihr stürmt also das Schlachtfeld, euer Gewehr hungrig nach Frischfleisch und Metall, gebt Vollgas und Zack! – ihr liegt selbst auf dem Boden. Das geht schneller als gedacht, was aber von Vorteil ist. Denn meist reichen ein paar gut gezielte Schüsse, um das gegnerische Fußvolk platt zu machen. Hier wurde ordentlich gefeilt, um ein ausbalanciertes Spielgefühl wiederzugeben.

Jeder Pilot ist mit einer Handfeuerwaffe, einer primären und sekundären Waffe ausgerüstet. Letztere ist zur Abwehr von Titanen bestens geeignet – die können nämlich ordentlich einstecken. Im Laufe des Spiels stuft euer Pilot auf zu höheren Level und es werden immer mehr Waffen und Zubehör freigeschaltet. Je mehr ihr also spielt und Erfolge erzielt, umso mehr werdet ihr belohnt.

Später gibt es dann sogenannte Burn-Cards. Diese könnt ihr euch im Laufe des Spiels verdienen, sie beinhalten u.a. verstärkte Waffen oder Attribute für euren Pilot. Doch setzt diese mit Bedacht ein. Sie gelten nur ab dem Einsetzen der Burn-Card bis zu eurem Tode. Danach ist etwa eure verstärke Waffe wieder weg.

Alles Gute kommt von oben

Nach ca. drei Minuten ab Beginn der Matches steht euer Titan bereit (danach alle zwei Minuten). Der wird per Knopfdruck auf euren Wunsch geschickt und fällt buchstäblich vom Himmel. Macht euch keine Sorgen, dass ihn jemand vor der Nase wegschnappt. Er gehört nur euch und nur ihr könnt ihn steuern.

Den Titan könnt ihr im Vorfeld nach Belieben ausrüsten und eine von drei Klassen wählen. Wendig und schwach, ausgeglichen und robust oder langsam und stark. Aber alle drei sind bestens für den Kampf gerüstet. Verwandelt mit ihnen gegnerische Titanen zur Schrott oder trampelt freilaufende Piloten nieder. Doch Vorsicht! Die können sich Rodeo-mäßig an euren Titan klammern und ihm Schaden zufügen.

Ist euer Titan zu schwer beschädigt, müsst ihr schleunigst raus aus ihm, bevor er explodiert. Wartet ihr zu lange, geht ihr mit ihm in die Luft oder ein feindlicher Titan packt euch noch bevor ihr aussteigen könnt. Man merkt schnell, dass es sowohl zu Fuß als Pilot, als auch gepanzert im Titan Vor- und Nachteile gibt. Ein Mix aus beidem ist also das gute Mittelmaß und eine solide Strategie zum Überleben.

Verlasst ihr mal den Titan, steuert er sich automatisch weiter. Entweder folgt er euch dann auf Schritt und Tritt oder ihr befielt ihm, die Stellung zu halten. Es wird also nie langweilig in diesem actionreichen Multiplayer-Shooter.

Fazit

Titanfall bietet reichlich actiongeladene Multiplayer-Gefechte mit einem Mix aus Parkour und Metallschlachten á la Transformers. Die Grafik enttäuscht ein wenig für eine Next-Gen-Konsole und wirkt etwas veraltet. Leider fehlen auch Titanen wie Oliver Kahn oder Dieter Bohlen... Aber das rasante und ausgeglichene Gameplay lässt alle Sorgen verfliegen. Man will sich nur noch in den Kampf stürzen. Ein Muss für jeden Xbox-Besitzer!

Titanfall

EA Games

Erhältlich für PC, Xbox 360, Xbox One

Angespielt auf der Xbox One

USK ab 18

www.titanfall.com

Artikel-Bewertung:

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