Die Kino-Vorschau für das kommende Jahr
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09. Aug 2016

Entertainment

Kino-Vorschau: Die besten Filme des Jahres im Überblick

-ARCHIV-

Star Wars, Jurassic World, Terminator – 2015 wird ein Blockbuster-Jahr!

Marvel's The Avengers: Age of Ultron

Kino-Start: 30. April 2015

Franchise-Filme sind die Lieblinge der Studiobosse – weil sie auf eine bestehende Fanbasis zurückgreifen und garantiert Kohle ranschaffen. Und keiner steuert sein Franchise so erfolgreich wie Marvel mit ihrem Cinematic Universe (MCU). Eine Kino-Welt, in der Superhelden wie Iron Man, Captain America, der Hulk und Thor ihre eigenen Abenteuer erleben können und sich alle paar Jahre zum großen Mega-Event-Krawumm-Klassentreffen versammeln. Das erste, "The Avengers", war nicht nur ein Kassenschlager, sondern auch richtig gutes Popkorn-Kino. Nummer zwei dürfte genauso einschlagen – selbst wenn nur Die-Hard-Marvelisten etwas mit dem Superroboter Ultron anfangen können.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: Hoch. Weil sich Joss "Firefly" Whedon wieder für das Drehbuch verantwortlich zeichnet und der Mann einfach ganz hervorragende Dialoge schreiben kann! Und weil jeder Film, in dem Robert Downey Jr. einen Exzentriker spielt, einfach nicht schlecht sein kann.

Terminator: Genisys

Kino-Start: 09. Juli 2015

Wer hätte schon gedacht, dass es Arnie so ernst meinte, als er 1984 "I'll be back!" knurrte. 31 Jahre und eine politische Karriere später schließt sich für Mr. Schwarzenegger der Kreis. Nach einem vermurksten vierten Teil bekommt die Reihe mit "Terminator: Genisys" einen Reboot verpasst. Statt Linda Hamilton schlüpft Emilia Clarke in die Rolle von Widerstandskämpfermama Sarah Connor. Genau, die sexy "Mother of Dragons" kämpft gegen Skynet – und wenn wir dem Trailer glauben dürfen, macht sie auch ohne schuppige Kinderlein eine gute Figur. Bleibt nur zu hoffen, dass gleiches auch für Arnie gilt.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: So lala. Der "Terminator" ist einfach ein Kind der Achtziger, diesem Jahrzehnt, als wahre Action-Helden noch schwitzend, blutend und völlig unironisch über die Leinwände marodierten. Alles, was danach kam, hätte man sich auch sparen können.

Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht

Kino-Start: 17. Dezember 2015

Ach, George. Jahr um Jahr dokterte der "Star Wars"-Erfinder an den Klassikern herum, ein Übervater, der einfach nicht loslassen konnte. Bis er es dann doch tat. Und alle so: yeah! Mit Lawrence Kasdan schreibt jetzt ein erfahrener "Star Wars"-Veteran am Drehbuch und Regisseur J.J. Abrams hat mit seiner "Star Trek"-Neuauflage bewiesen, dass er launige Weltraumabenteuer auf die Leinwand zaubern kann. Wenn Abrams jetzt noch auf's Reboot-Knöpfchen drückt und Jar Jar Binks aus dem "Star Wars"-Gedächtnis löscht, kaufe ich als Dankeschön auch Tonnen von völlig überteuertem Merchandise.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: Mega. Spätestens, als der Millennium Falcon durch den Trailer raste, standen meine Armhärchen Spalier, und das alte Gefühl war wieder daa-daa-dadadadaa-daa-dadadadaa-daa-dadadadaa. Spannend wird's auf jeden Fall. Ich bin fest überzeugt, dass nicht alle alten Recken die neue Trilogie überleben: Luke, Leia oder Han – wer muss sterben?

Jurassic World

Kino-Start: 11. Juni 2015

Zu gruselig. Befand meine Mutter und verweigerte mir das Kinoticket zu "Jurassic Park". Spielbergs Dinos sah ich daher erst viel später im Miniformat – und war trotzdem begeistert. Zum ersten Mal kamen T-Rex und Co. lebensecht und bedrohlich rüber, hinzu kam eine Geschichte so leichtverdaulich wie ein XXL-Eimer Popcorn. Nach drei Teilen war erstmal Schluss. Ein vierter, der 2005 in die Kinos kommen sollte, litt unter zahlreichen Casting- und Drehbuchproblemen. Zehn Jahre danach öffnet die Jurassic World doch noch ihre Pforten - ein Themenpark mit echten Dinos, wie ihn sich John Hammond schon im Urfilm vorgestellt hatte. Aber natürlich geht wieder alles schief.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: Könnte was werden. Der Trailer verspricht Spezialeffekte vom Feinsten und einen völlig neuen Cast, der nervige Callbacks zu den Vorgängerfilmen unnötig macht. Klar: inhaltlich wird wohl nichts anderes geboten, als ein lauer Aufguss der Geschichte von 1991. Aber wer geht schon in einen "Jurassic Park"-Film und erwartet eine hochkomplexe Story?

Shades of Grey – Geheimes Verlangen

Kino-Start: 12. Februar 2015

Seitdem "Shades Of Grey" die Bestsellerlisten stürmte, sind sadomasochistische Sexpraktiken in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gut, zumindest wird nicht mehr ganz so laut gekichert, wenn von Fesselspielen die Rede ist. Bei so viel Geld im Spiel war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich eine findige Produktionsfirma des Stoffes annahm. Pünktlich zum Valentinstag läuft der erste (und sicher nicht letzte) Teil um die Affäre zwischen Studentin Anastasia Steele und Milliardär Christian Grey in den deutschen Kinos an. Ein Film für alle, denen Bilder im Kopf nicht ausreichen.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: Zero. Schon das Buch las sich wie schlechte Fan Fiction (was es ursprünglich auch war). Wer einen glaubwürdigen und gut gemachten Film über eine BDSM-Beziehung sehen will, schaut lieber "Secretary" mit James Spader und Maggie Gyllenhaal.

Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2

Kino-Start: 19. November 2015

"Twilight", "Harry Potter" – und jetzt die "Hunger Games". Hoffentlich hört dieser bescheuerte Trend bald auf, den letzten Teil einer Filmreihe in zwei Teile zu zerstückeln. Aber solange der Rubel rollt, werden wir in Zukunft wohl noch viele Filme sehen, deren Handlung mitten in der Dramaturgie abbricht. Im jetzt-aber-wirklich-letzten Teil der "Hunger Games"-Reihe ist Payback angesagt. Die unterdrückten Distrikte tragen den Kampf in die Hauptstadt – und mittendrin ist Katniss Aberdeen, die nun von der ach-so-guten Seite als Propaganda-Girl missbraucht wird.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: Indifferent. Während ich die Bücher nicht mehr aus der Hand legen konnte, sind mir die Filme fremd geblieben. Liegt es an Jennifer Lawrence, deren Katniss keine Gefühle in mir wecken will? Oder ist es die Inszenierung, die nie ein wirkliches Gefühl der Beklemmung aufkommen lässt? Einziger Lichtblick: Donald Sutherland als fieser Präsident Snow.

Trailer: noch nicht veröffentlicht

Fack ju Göhte 2

Kino-Start: 10. September 2015

Wo andere herumeiern und sich verzweifelt um Political Correctness bemühen, teilt Bora Dagtekin aus. Egal ob Dicke, Dumme, Türken oder Deutsche – jeder bekommt sein Fett weg. Massenkompatibel werden die Filme, weil trotz aller Kabbeleien am Ende doch die Liebe siegt – ob zwischen Marc Meier und Gretchen Haase ("Doctor's Diary"), Lena Schneider und Cem Öztürk ("Türkisch für Anfänger") oder Zeki Müller und Lisi Schnabelstedt. "Fuck ju Göhte", der neue deutsche Lehrerkultfilm des 21. Jahrhunderts, bildet da keine Ausnahme. Aber für ein Leben glücklich bis ans Lebensende war die Komödie zu erfolgreich. Sieben Millionen Besucher: das schrie nach Fortsetzung. Worin es in "Fuck ju Göhte 2" geht? Keine Ahnung. Aber eins ist klar: Zu einem Pantoffelhelden wird Fräulein Schnabelstedt ihren Zeki wohl nicht gemacht haben.

Persönlicher Vorfreude-Faktor: Hoch. Ich glaube fest daran, dass Dagtekin einen Plot aus dem Hut zaubert, der mehr ist als nur bloße Wiederholung des ersten Teils in abgewandelter Form. Obwohl – war der "Türkisch für Anfänger"-Kinofilm nicht genau das?

Trailer: gibt's noch nicht

Was kommt sonst noch in die Kinos?

  • Christoph Waltz legt sich im neuen Bond ("Spectre", 5.11.) mit Daniel Craig an.
  • Die kleinen gelben Helferlein aus "Einfach unverbesserlich" kriegen mit "Die Minions" endlich ihren eigenen Film, suchen im New Yorker der 1960er nach einem neuen Oberbösewicht, dem sie dienen können, und finden – Sandra Bullock (2.7.).
  • Um kleine Männchen geht es auch in Pixars neuestem Steifen "Inside Out". Die leben im Kopf der jungen Riley und steuern von dort aus ihre Emotionen (1.10.).
  • Johnny Depp vertreibt sich derweil als Großer Böser Wolf in noch so einem Märchenfilm ("Into the Woods") die Zeit (19.2.), während Lily James in einer Live-Action-Verfilmung von Disney die "Cinderella" (12.3.) geben darf.
  • Marvel traut sich mit "Ant Man" (17.7.) an den kleinsten Superhelden in Repertoire (mit Michael Douglas!) und Fox gelobt Besserung mit einem Reboot der grottigen "Fantastic Four"-Filmreihe (7.8.).

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