Jördis Tielsch
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16. Aug 2016

Musik

Göttin der Geige: Jördis Tielsch

-ARCHIV-

Mit der Violine zieht sie aus, die Charts zu erobern

Ihre Waffe ist die Geige

Der Name Jördis kommt aus dem Isländischen und bedeutet "Göttin des Schwertes" – kein Wunder, dass Jördis Tielsch so für ihren Traum, die Musik, kämpft. Ihre Waffe ist dabei ein Geigenbogen.

Mit sechs Jahren hat die heute 20-Jährige mit dem Instrument angefangen. Eher durch Zufall, weil Jördis und eine Freundin auf die Geigengruppe im Heimatdorf Sinn aufmerksam wurden. Ihre Eltern haben sie gerne unterstützt. Dafür wurden sie mit "wunderschöner Katzenmusik" belohnt, wie die Hessin lachend zugibt: "Es gibt sicherlich Instrumente, die schneller zu ertragen sind." Und auch sie selbst hätte ihre Geige manchmal am liebsten aus dem Fenster geworfen.

Ein Küken wird flügge

Es zeigte sich jedoch schnell, dass Jördis Talent hat, und nach zwei bis drei Jahren ging es richtig los. Aus den anfänglichen 15 bis 20 Minuten Üben wurden vor "Jugend musiziert"-Wettbewerben bis zu zwei Stunden am Tag. Das sei aber noch gar nichts, zumindest nicht für Leute, die die klassische Laufbahn anstreben.

Doch Jördis wollte lieber Pop-Songs spielen und schloss sich mit zwölf Jahren einer Band an, in der sie zusätzlich auch sang. Ihre Bandkollegen sind alle mehr als doppelt so alt. Aber es macht ihr nichts aus, "das Küken" zu sein: "Anfangs war ich ein bisschen schüchtern. Aber sie haben mir ganz viel Input gegeben." Und mittlerweile sei man auf einer Wellenlänge. Schließlich wird das Küken jetzt auch flügge, tauscht das heimatliche Nest gegen eine Musiker-WG in Köln.

Die Wise Guys sind ganz angetan

Jördis studiert seit diesem Semester Musik und Englisch auf Lehramt. Das soll allerdings nur Plan B sein. Klar, denn sie hat gerade erst einen Plattenvertrag in der Tasche und die Wise Guys als Mentoren im Rücken. Nach einem Konzert drückte sie den Vocal- Pop-Jungs mal eine selbstproduzierte CD in die Hand und war seitdem oft mit ihnen auf Tour. Aber da Jördis noch nicht weiß, was aus ihrem Debüt-Album "Kleine Stadt, großes Kino" wird, "ist ein Studium erstmal nicht verkehrt".

Die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule war für das Musiktalent alles andere als ein Klacks: "Es war schon krass, was alles an Gehörbildung und Harmonielehre verlangt wird. Das lernt man nicht im Musik-LK." Hinzu kamen praktische Teile, natürlich mit ihrer Geige - und am Klavier. Schließlich muss sie ihre Schüler später auch mal begleiten können. Wenn es denn dazu kommt.

Tu, was dir am Herzen liegt

Ob es nicht Verschwendung sei, mit ihrem Einser-Abi "nur" Musik zu studieren, wird Jördis öfter gefragt. Tatsächlich hat sie eine Freundin einen Tag zum Medizin-Studium begleitet, doch die Einsicht kam schnell: "Man muss schon machen, was einem am Herzen liegt und was man wirklich will." Deswegen lässt sie sich mit ihrer Musik auch nicht in eine Mainstream-Ecke drängen, sondern gibt ihr eine ganz persönliche Note. Die gefühlvollen Lieder ihres Albums sind in zahlreichen Songwriting-Sessions mit Frank Ramond (Texte für Annett Louisan, Roger Cicero oder Ina Müller) und Jörn Heilbut in Hamburg entstanden.

Man spürt deutlich, wie heimatverbunden die Künstlerin ist: "Es ist wichtig, dass man einen Ort hat, an dem man immer wieder willkommen ist, auch wenn einen diese Sehnsucht nach Leben und Erfahrungen erstmal von zuhause wegtreibt.

Um Großstadtluft zu schnuppern, muss die Naturverbundene auf ihr Pferd und die Nähe zum Wald verzichten: "Beides werde ich sehr vermissen. Ich genieße es sehr, einfach mal nur Vogelgezwitscher zu hören. Und hier ist natürlich immer viel los und eine große Geräuschkulisse." Doch mit dem Lärmpegel in ausverkauften Hallen, in denen sie auf der Bühne steht, wäre die Vollblut-Musikerin sicherlich einverstanden.

UNICUM Musik-Tipp

Kleine Stadt, großes Kino

Jördis Tielsch

Sony Music

VÖ: Bereits erschienen

Mehr Infos: www.joerdistielsch.de und www.facebook.com/JoerdisTielsch

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