Maggie Rogers
Die Uni machte Maggie Rogers (23) zum musikalischen Allround-Talent | Foto: Universal Music

Musik

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Musik

Maggie Rogers: Mit der Abschlussarbeit in den Charts

Pharell Williams benotet Studierende

Genau ein Jahr ist die Sache mit Pharrell her. Daran erinnert Maggie Rogers bei ihrem Kölner Konzert im Rahmen ihrer fast ausverkauften Europatour, bevor sie ihren Song "Alaska" anstimmt. Die Demoversion hatte sie als Studentin am Clive Davis Institute of Recorded Music, das zur Tisch School of the Arts der New York University (NYU) gehört, als Master-Class-Arbeit angefertigt.

Pharrell Williams wurde vom Institut als Experte eingeladen und beurteilte die Arbeiten der Studierenden vor laufender Kamera. Das Video, das unter anderem zeigt, wie beeindruckt der erfolgreiche Produzent von "Alaska" ist, verbreitete sich viral und ist bis heute mehr als zweieinhalb Millionen Mal bei YouTube geklickt worden. Inzwischen ist die fertige Fassung Teil der EP "Now That The Light Is Fading", die Maggie selbst geschrieben, ursprünglich als Abschlussarbeit fürs Studium eingereicht und mit Freunden koproduziert hat.



"Songwriting und Journalismus haben viel gemeinsam"

Als Maggie sieben war, fing sie an, Harfe zu spielen, danach folgten Piano, Gitarre und Banjo. Zwar kommt sie nicht aus einer Musikerfamilie, aber ihre Eltern unterstützten sie, ermöglichten ihr, Musikunterricht zu nehmen, erzählt die heute 23-Jährige: Mit etwa zwölf, dreizehn Jahren fing sie an, Songs zu schreiben, begann, als sie fünfzehn, sechzehn war, Musik zu produzieren und brachte ein Jahr später ihre erste Platte heraus.

Mit einigen der dabei entstandenen Songs bewarb sich Maggie am Clive Davis Institute der NYU – wegen dessen, wie sie findet, tatsächlich anwendungsorientierten Konzepts. Dort, so dachte sie, könnte sie ihre Fähigkeiten in Produktion und Technik verbessern und auch einen klassischen Abschluss machen. So studierte sie neben Musik auch Englisch an der Uni.

Als hätte sie angesichts des angestrebten Doppelabschlusses nicht genug zu tun, war sie parallel dazu journalistisch tätig für ein paar Magazine, unter anderem für das Fashion-Magazin "Elle" und für Musikmagazine wie etwa "Spin". Journalismus und Songwriting seien eigentlich ziemlich ähnlich, meint die Künstlerin. Bei beiden gehe es um Storytelling.

Die Schmiede für musikalische Allround-Talente

Neben Seminaren zum kritischen Schreiben und Musikjournalismus umfasst der Lehrplan des New Yorker Instituts auch Business-Kurse, die auf die spezifischen Bedürfnisse der heutigen Musikindustrie ausgerichtet sind, in Kombination mit Lehrveranstaltungen zu musikalischem Können, zur Produktion und zur Geschichte. Konkret heißen die Kursangebote "Producing the Record", "Writing About Popular Music", "The Business of Music: Creativity, Innovation & Entrepreneurship" oder "Artists & Audiences in Historical Context".

Mit diesem Ansatz soll die nächste Generation von Führungskräften und kreativen Unternehmern im Musiksektor ausgebildet werden. Für den Studienabschluss ist ein unternehmerisches Projekt, ein maßgeschneidertes Music Business Venture, zu entwickeln, das dann im Rahmen eines 5-Minuten-Pitches samt Businessplan vor renommierten Musikbranchengrößen präsentiert werden muss.


Sängerin Maggie Rogers

Maggie Rogers und ihr eigenes Label Debay Sounds

Maggie erklärt: "Es gab gewissermaßen vier Komponenten meiner Ausbildung: Journalismus und Recorded Music History, Engineering, Production sowie Business." Sie habe alle gleichermaßen studiert, da diese wirklich wichtig seien, um heute als Musiker zu arbeiten. Denn sie wisse dadurch nicht nur, wie das Publishing funktioniert, sondern auch, wie man einen Vertrag schreibt beziehungsweise liest und interpretiert. Und sie könne ihre eigene Musik aufnehmen und produzieren.

Dass sie das Ganze nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis beherrscht, beweist die 23-Jährige mit ihrem eigenen Label Debay Sounds, über das sie ihre Musik an das zur Universal Music Group gehörende Capital Records lizenziert.

Unterwegs in Europa

Doch natürlich versteckt sich das Multitalent nicht nur im Studio, sondern ist auch viel in der Welt unterwegs. Gerade hat sie ihre erste Tour beendet. Und im Sommer kommt sie für einige Festivalauftritte nach Europa. Dort hat sie übrigens im dritten Studienjahr einige Zeit gelebt, in Frankreich und auch für einige Tage bei einer ihrer Kommilitoninnen und besten Freundinnen in Berlin, wo sie die Dance Music in einem Club als inspirierend empfand. Diese Einflüsse finden sich nun auf ihrer Debüt-EP wieder.


EP Now That The Light Is FadingUNICUM Musiktipp

Auf Maggie Rogers EP "Now That The Light Is Fading" findet man neben ihren Hit-Singles "Alaska" und "Dog Years" noch drei weitere Songs, die sie alle nicht nur eigens geschrieben und eingespielt, sondern auch selbst produziert hat. Das Cover stammt auch von ihr.


Tour-Termine Maggie Rogers

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