Schmutzki Album Rezension
Mit dem bereits dritten Album bleiben Schmutzki ihrem Sound treu. | Foto: Uncle M Music
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18. Sep 2018

Julian Baltruschat

Musik

"Mehr Rotz als Verstand": Schmutzki bleibt sich treu!

Von Stuttgart aus durch ganz Deutschland!

Nach ihrer Debüt-EP "Mob" (2014) unterzeichneten die Stuttgarter Jungs von Schmutzki für ihre erstes Album "Bäm" einen Plattenvertrag bei der Sony-Tochter Four Music und starteten als Vorband von WIZO und Beatsteaks durch. Es folgen erste Headliner-Touren und Mitte 2015 spielten die Punk-Rocker vor knapp 70.000 Menschen als Vorband für Die Toten Hosen und Bad Religion auf der Festwiese in Leipzig. Auf der Welle der Euphorie brachten Schmutzki ihr zweites Album raus. "Spackos Forever" wurde jedoch größtenteils von Musikkritiken zerrissen und bekam durchweg schlechte Bewertungen. Für die Jungs von Schmutzki kein Grund, die Musikkarriere an den Nagel zu hängen. Am 14. September erschien ihr neues Album. Es versucht, an den Erfolg der ersten CD der Band anzuknüpfen.

"Mehr Rotz als Verstand": Konzentration auf das Wesentliche

Wer sich schon mit den letzten beiden Schmutzki-Alben nicht anfreuden konnte, wird auch mit diesem Album definitiv kein Mitglied des Schmutzki-Mobs. Ihrem Stil bleibt das Trio nämlich auch auf "Mehr Rotz als Verstand" treu. Trotzdem muss man den Jungs von Schmutzki zugutehalten, dass sie sich im Vergleich zum Vorgänger wieder darauf konzentrieren, Songs zu schreiben, die den Fans im Kopf bleiben. "Mr. Dejot" ist dabei mit Abstand der stärkste Song des Albums. Im Kraftklub-Stil laden die Schmutzki zur Meuterei gegen den DJ ein, wenn der mal wieder schlechte Musik im Club spielt. Der knackige Viervierteltakt führt dazu, dass man zwangsweise mit dem Fuß oder Kopf mitwippen muss. "Zu Jung" und "Das bist nicht du" sind ebenfalls ideale Kandidaten, um sich bei Start des Songs in den nächstgelegenen Pogo zu stürzen.



Politische Message auf "Mehr Rotz als Verstand"? Fehlanzeige!

Wer auf "Mehr Rotz als Verstand" Songs mit politischer Message à la "Schrei nach Liebe" von den Ärzten oder "Ganz klar gegen Nazis" von WIZO erwartet, wird bitter enttäuscht. Denn die Songs handeln mehr vom Saufen, Feiern und Verliebt sein, als dass sie sich politisch positionieren. Einzig "Kalifornia" äußert eine unterschwellige Kritik an der übermäßigen Handynutzung beim täglichen Zeitvertreib auf Instagram und Co. "Ich scroll mir einen runter" soll dabei wohl das Motto der heutigen Smartphone-Generation darstellen.

Punk, Indie oder Alternative? Schmutzki!

"Mehr Rotz als Verstand" ist keine klassische Punkrock-Platte. Dafür klingt das Stuttgarter Trio zu sehr nach Indie- und Alternative-Rock. Songs wie "Jeder Kater" klingt vom Sound eher nach Madsen, anstatt nach Punk-Bands wie NOFX oder ZSK. "Das bist nicht du" erinnert besonders durch die Gitarrenriffs stark an The Hives. Aber vielleicht ist es genau das, was den Schmutzki-Sound definiert: eine bunte Mischung aus Punk-, Indie- und Alternative-Rock. Die Stimme von Gitarrist und Leadsänger Beat Schmutz gibt dem Schmutzki-Sound einen eigenen und unverkennbaren Klang. Nicht Punk, Indie oder Alternative, sondern eben Schmutzki!


Hier kannst du "Mehr Rotz als Verstand" anhören:


"Mehr Rotz als Verstand": Ein Fazit

Das Album des Jahres haben die Stuttgarter definitiv nicht herausgebracht. Dafür erfüllt es jedoch seinen Zweck. In Eigenregie haben die Jungs von Schmutzki ihr drittes Album produziert, auf dem sich der eine oder andere Ohrwurm finden lässt. Leute, die auf Gute-Laune-Punk stehen, werden mit diesem Album auf ihre Kosten kommen. Tiefgründige Texte mit politischer Note liefern Schmutzi mit "Mehr Rotz als Verstand" leider nicht ab. Hier stehen Songs im Vordergrund, die die guten Seiten des Lebens feiern und das sind aus Schmutzkis Sicht wohl das Feiern, Saufen und die Liebe.


Schmutzki Album UNICUM Musik-Tipp:

Mehr Rotz als Verstand

Schmutzki

BÄM Records/Cargo Records

VÖ: 14. September 2018

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