Allgemeine Geschäftsbedingungen im Internet
Den AGB einfach so zustimmen? Lieber nicht! | Foto: Thinkstock/artemsam

Netzwelt

12.07.2013

Konto löschen im Internet

Konto löschen im Internet: Die Tricks von Google, Facebook und Co.!

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31. Mär 2013

Rita Martens-Baentsch

Netzwelt

AGBs im Internet: Auf das Kleingedruckte kommt es an!

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Netz

Schutz der persönlichen Daten

Die wenigsten Nutzer wissen, worauf sie beim Akzeptieren von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (englisch: Terms of Service, kurz ToS) im Internet achten müssen. Oft fehlt den Usern die Geduld, die überlangen Erläuterungen überhaupt zu lesen. Oder sie ackern sich mühsam durch den Paragrafen-Dschungel und verstehen am Ende doch nur Bahnhof. Dabei sollte es sie doch interessieren, denn einige Dienste entziehen den Nutzern sogar die Rechte an einmal veröffentlichten Daten.

Beispiel Twitpic, ein mittlerweile eingestellter Service, bei dem man Fotos hochladen und mit Freunden teilen konnte:

  • "By submitting content, you grant Twitpic a worldwide [...] license to use, reproduce, distribute [...] the content ..." heißt es in den ToS.
  • Auf gut Deutsch: Wenn ich Bilder auf Twitpic lade, gestatte ich dem Anbieter und seinen Partnern, meine Bilder beliebig und auf Dauer zu nutzen und zu reproduzieren.

Änderungen der Bedingungen

Bei vielen Services können sämtliche personenbezogenen Informationen vom Anbieter genutzt und weitergegeben werden, etwa an Dritte, die diese Daten für Werbezwecke nutzen.

  • Aufgepasst! Facebook teilt Informationen automatisch mit Bing, Pandora, TripAdvisor, Yelp, Rotten Tomatoes, Clicker, Scribd und Docs, außer du entfernst ein Häkchen in den AGBs.

Transparent ist das nicht, und um das Ganze noch undurchschaubarer zu machen, ändern Dienste due Bedingungen gerne auch mal ganz diskret. Da sollten sich Nutzer auch nicht von scheindemokratischen Abstimmungsmöglichkeiten wie bei Facebook blenden lassen: Die Wahl gilt nur, wenn 30 Prozent der knapp eine Milliarde Mitglieder abstimmt. Die Änderungen der AGB werden auf der "Facebook Site Governance"-Seite mitgeteilt, die man aber auch selbstständig besuchen muss, um davon zu erfahren.

So heißt es: "Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen." Wer sich also nicht informiert, stimmt den Änderungen automatisch zu.


Account löschen

Wer auf einer Website ein Profil erstellt, kann es auf gleichem Wege auch wieder löschen? Nicht unbedingt. Entweder ist die Löschfunktion auf Unterseiten gut versteckt, oder dem Recht auf Löschung wird in den AGB der Anbieter gleich widersprochen. Netzwerke wie Twitter löschen den Account auf Wunsch nach rund 30 Tagen, doch die Copyrightrechte an den eigenen Inhalten verbleiben sogar dann noch beim Kurznachrichtendienst ("the copyright license survives termination").

Nutzer, die sich juristisch dagegen wehren wollen, haben es schwer, weil oft der Firmensitz im Ausland liegt und dann auch an dieser Stelle und nach den landesüblichen Gesetzen geklagt werden muss. Am besten achtest du auf den Ausdruck in den AGBs: "You may cancel your Account at any time." Umgekehrt nehmen sich einige Anbieter heraus, jeden beliebigen Account jederzeit löschen oder deaktivieren zu können.


Umfang der Urheberrechtslizenz

Was passiert mit dem Inhalt, den du auf Serviceseiten hinterlasst, zum Beispiel, welche Posts du auf Facebook geschrieben hast? Normalerweise steht dein Content unter deinem Copyright. Du kannst also entscheiden, was damit passiert.

  • Achte darauf, dass in den AGB steht: "if you delete content, it is hidden from view immediately, and deleted entirely from their servers in maximum two weeks." Dann ist es für immer gelöscht.

Leider wird das aber nicht überall so gehandhabt. Bei Google beispielsweise steht: "The content you post on a particular Google service can be used by Google on other services you may not be aware of". Kurz: Google kann deinen Content in anderen Bereichen verwerten ohne dich darüber in Kenntnis setzen zu müssen. Ähnlich ist es auch bei Facebook.

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