Beste Freundinnen Interview
Max und Jakob sind als "Beste Freundinnen" erfolgreich | Foto: David Streit

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David Streit

Netzwelt

Beste Freundinnen: Max & Jakob im Interview über Liebe an der Uni

Als "Beste Freundinnen" lassen Max und Jakob die Hosen runter

UNICUM: Was war denn der Start für das Projekt "Beste Freundinnen"?
Max: Es gab eine Zeit, da haben wir keine andere Möglichkeit gefunden, miteinander Zeit zu verbringen, als ein gemeinsames Projekt zu starten. Dann haben wir ausprobiert unsere Gespräche aufzuzeichnen und geschaut, was daraus entsteht. Dass wir jetzt ein Buch geschrieben haben, kann ich immer noch nicht begreifen.

Jakob: Vor allem, dass wir nun sogar Lesungen haben! Wie surreal. Beim Podcast dachten wir uns nicht wirklich etwas. Aber schon nach der ersten Folge haben wir Hörerpost bekommen. Ziemlich lange Dinger! Das war unsere Bestätigung, dass es sich lohnt, die Hosen herunterzulassen.

Wie konnte aus dem Podcast überhaupt ein Buch werden?
Jakob: Neun oder zehn Monate nach dem Start des Podcasts wurden wir schon von einer Verlegerin gefragt, ob wir nicht Lust darauf hätten, ein eigenes Buch zu schreiben. Aber anfangs erschien uns das noch viel zu arbeitsintensiv. Auf ein Treffen hat sie trotzdem bestanden und schwubs lag der Vertrag unter unserer Nase. Die Harmonie war einfach sofort da – und das Versprechen von absoluter kreativer Freiheit auch.

Hat euch denn die Abgabefrist gut getan?
Max: Auf jeden Fall. Aber wir haben den Anfängerfehler gemacht und waren wirklich bei der ersten Deadline fertig. Später haben wir erfahren, dass das nur die Vorab-Deadline war. (lacht)

Jakob: Bei der Arbeit mit Künstlern sind solche Fake-Deadlines aber gang und gäbe, weil die sich auch mal im Prozess verlieren können.


Über "Beste Freundinnen"

Beste Freundinnen Buch

"Wie streitet man in einer Beziehung richtig?", "Welchen Einfluss haben unsere Eltern auf unsere Beziehungen?", "Woran liegt es, wenn Männer keinen hoch kriegen?": Das sind nur drei der Themen, mit denen sich Max – Mitte dreißig, frischgebackener Vater – und Jakob – Anfang dreißig, Single – in ihrem Podcast "Beste Freundinnen" auf mitvergnuegen.com beschäftigen.

In ihrem Buch "Beste Freundinnen: Wenn Männer über Frauen, Sex und den Sinn des Lebens reden" klären die beiden Berliner in gedruckter Form weitere Fragen: "Woran erkennen Männer ihre Traumfrau?", "Zählt Sex mit der Ex wirklich als Fremdgehen, oder gilt der nicht, weil man mit ihr ja schon mal was hatte?", "Wie gerät eine Frau eigentlich in die Kumpelecke?"


Dating an der Uni: "Eine Hausarbeit zusammen schreiben oder an den See fahren"

Das müsste man auch mal an der Uni einführen! Apropos: Wie schätzt ihr das Beziehungspotential beim Studieren ein?
Max: Stellt euch mal vor, ihr lernt jemanden kennen, empfindet mehr, eröffnet eure Gefühle und plötzlich werden die nicht erwidert. Dann sitzt man noch in den nächsten Jahren zusammen in Vorlesungen. Übel! Dasselbe Problem ergibt sich, wenn man sich im Freundeskreis verliebt. Nur dass man sich in der Uni zur Not noch etwas besser aus dem Weg gehen kann. Ich empfehle daher unbedingt erst langsam vorzutasten, ob aus der Beziehung mehr werden kann, bevor man mit der Tür ins Haus fällt.

Jakob: Ja, wenn man merkt, dass einem jemand gefällt, dann sollte man es unbedingt ruhig angehen lassen. Der Trick ist es, möglichst viel Zeit miteinander zu verbringen. Man kann zum Beispiel eine Hausarbeit zusammen schreiben oder gemeinsam an den See fahren. An der Uni gibt es so viele Möglichkeiten sich besser kennenzulernen. Nicht umsonst ergeben sich so viele funktionierende Beziehungen während des Studiums. Es bringt oft einen ähnlichen Interessenshorizont mit sich – wenn man nicht gerade BWL studiert. (lacht)

Was habt ihr studiert?
Max: Mein Lehramtsstudium habe ich abgebrochen und mich für eine Erzieherausbildung entschieden.

Jakob: Psychologie. Ich kann mich noch gut an die Einführungswoche erinnern, weil da sofort das große Umschauen losging. In der Psychologie gibt es übrigens einen herrlichen Frauenüberschuss – um die 80 Prozent.

Max: Stimmt, der Frauenanteil ist nicht zu verachten. Mein gesamter männlicher Freundeskreis hat zum Beispiel versucht, die TU Berlin zu umgehen und es auf die FU Berlin zu schaffen, weil sie genau wussten, dass sie sonst in einer reinen Männerdomäne landen.

"Es ist doch das Größte, wenn man in echt jemand Neues anspricht"

Jetzt geht ihr aber stark davon aus, dass man neue Frauen nur im direkten Umfeld kennenlernt. Dabei gibt es doch auch zig digitale Plattformen.
Jakob: Schon. Wir wollen auch von unseren Hörern und Lesern, dass sie im realen Leben mehr auf Leute zugehen. Es ist doch das Größte, wenn man in echt jemand Neues anspricht. Das setzt super viele Endorphine frei und man fühlt sich richtig gut. Viel mehr, als durch den nächsten Match auf Tinder.

Max: Ich würde es toll finden, wenn wir uns wieder etwas von Facebook und Tinder entfernen würden. Aber in der Realität ist das Gegenteil der Fall. In meiner Arbeit mit Jugendlichen geht es fast um nichts anderes mehr. Ich versuche trotzdem sie so gut es geht sie von ihren Handys wegzubekommen.

Ich finde es übrigens erfrischend, dass ihr euch nicht als klassische Influencer inszeniert, sondern als Personen bewusst zurücknehmt.
Jakob: Wir erleben ja auch nichts Besseres oder Schlechteres als andere Menschen. Aber wir können gut über die Dinge reden, die uns passieren, oder die die Hörer an uns herantragen.

Max: Ich denke, wir haben da eine gute Mischung gefunden. Mit unserem Output stellen wir uns natürlich auch dar – aber nicht, indem wir unser Privatleben zelebrieren oder echte Bekanntschaften bloßstellen. Das ist uns extrem wichtig.

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