Cookies im Internet blockieren
Cookies sind lecker – im Internet aber eine Gefahr | Foto: Thinkstock/deanrobot

Netzwelt

12.07.2013

Konto löschen im Internet

Konto löschen im Internet: Die Tricks von Google, Facebook und Co.!

Infos zum Datenschutz im Netz

Laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale weist das Löschen von Online-Konten noch immer Schwächen auf. UNICUM versucht mit Facebook, Twitter und Google zu klären, ... mehr »

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10. Jun 2014

Martin Przegendza

Netzwelt

Cookies: Die stille Gefahr

Die Kekskrümmel sind überall – und sammeln deine Daten!

Überall im Internet sammeln Cookies deine Daten

Hast du dich schon einmal gefragt, woher Amazon weiß, welche Artikel du angeschaut hast und was dir gefällt? Die Antwort lautet: Cookies. Gemeint ist aber nicht die Lieblingsspeise des Krümelmonsters, sondern kleine Dateien, mit denen Webseitenbetreiber dein Surfverhalten aufzeichnen können.

Wann immer du eine Webseite wie beispielsweise www.unicum.de ansurfst, sendet der Server der Seite einen Kekskrümel an deinen Browser, der die kleine Textdatei speichert. Wenn du zur nächsten Seite ziehst, wird ein neuer Cookie gesetzt.

Das Ganze hat zwei Hintergründe: Internet-Händler wollen dir den Einkauf so leicht wie möglich machen. Amazon möchte dich sofort erkennen und dir Einkaufsvorschläge machen, wenn du die Seite besuchst – ohne, dass du dich jedes Mal aufs Neue einloggen musst. Direkter Zugriff auf die zuletzt angesehen Produkte, auf deinen Wunschzettel und den Einkaufskorb. Mit jedem angeklickten Artikel weiß Amazon besser, was du magst und kann dir entsprechende Produktvorschläge machen. Der Internethändler sammelt dabei einerseits fleißig Daten über deinen Geschmack; andererseits kannst du auf diese Art und Weise auf Artikel aufmerksam werden, die du sonst wahrscheinlich nicht gefunden hättest.

Big Brother is watching you

Auf der anderen Seite steht die Werbeindustrie. Sie will dich mit personalisierter Werbung ködern und so Geld verdienen. Sucht du bei Google beispielsweise nach Urlaubsreisen, dann sind die ersten drei Treffer (die farbig hinterlegten) Werbeanzeigen. Rechts neben den Treffern der Suche steht weitere Werbung. Surfst du jetzt auf eine beliebige Seite, die Google-Werbung anzeigt, (was mittlerweile beinahe alle Webseiten machen), weiß die Seite, dass du vorher nach Reisen gesucht hast. Im Artikel bei www.spiegel.de seht du dann Werbung für Urlaubsreisen.

Nach diesem Prinzip funktionieren die meisten Cookies. Die Werbefirmen sammeln unbemerkt fleißig Daten über dich, um dir möglichst passgenaue Werbeanzeigen zu liefern. Für sie ist das ein Riesengeschäft. Der Umsatz der Online-Werbewirtschaft lag 2011 bei 25,3 Milliarden US-Dollar (19,8 Milliarden Euro).

Um diesen Umsatz zu generieren, schneiden sie nebenbei dein gesamtes Surfverhalten mit. Sie wissen genau, dass du von UNICUM.de zu Amazon, von dort zu Google und anschließend zu Spiegel Online gesurft bist. Big Brother is watching you.

Wer kann meine Daten überhaupt auslesen?

Man kann der Meinung sein, dass auch dieses Ausspähen nicht weiter schlimm ist. Wenn schon überall Werbung ist, dann doch bitte passgenau auf mich zugeschnitten. So leicht sollte aber niemand die Sammelwut der Webfirmen abtun – von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Google+ und App-Anbietern gar nicht zu reden. Schließlich fallen auch sensible Daten in ihre Hände, die nichts mit deiner Person zu tun haben müssen.

Recherchiert du beispielsweise für eine Semesterarbeit über das Dritte Reich, speichern die Werbefirmen diese Daten undifferenziert ab. Sie wissen nicht, dass deine Suchanfragen und Seitenbesuche einen wissenschaftlichen Hintergrund haben und kein Privatvergnügen sind.

Wie diese Daten verarbeitet und wo sie nach welchem Recht gespeichert und ausgewertet werden, darüber herrscht Unklarheit. Spätestens seit den Enthüllungen vom ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden ist jedoch sicher, dass die Geheimdienste der USA nahezu uneingeschränkt auf die gigantischen Datenbestände von Google, Amazon, Facebook und co. zugreifen können.

Die Gegenmittel: Do Not Track, Ghostery

Wer seine Privatsphäre im Netz schützen möchte, kann mittlerweile auf recht einfache Weise Big Brother aussperren. Dank des kleinen Browser Plugins Ghostery kann jeder mit einem Klick das Tracking der Werbefirmen ausschalten. Nutzt eine Webseite Tracking-Dienste, erscheint neben der Adresszeile ein kleines Gespenst, das anzeigt, wie viele dieser Dienste gerade vergebens versuchen, dich zu verfolgen. Ghostery funktioniert mit allen gängigen Browsern (Firefox, Chrome, Safari, Opera, Internet Explorer) und ist über die Plugin-Seiten der Browser-Hersteller kostenlos zu finden. Weitere Tools, die ähnlich funktionieren, sind Do Not Track Plus und AdBlock Plus.

Eine weitere Möglichkeit sich gegen Tracking zu wehren, besteht im Einsatz von Script-Blockern. Da die Tracking-Dienste in der Regel mit JavaScript arbeiten, kann man sie blockieren, indem man JavaScript ausschaltet. Viele Webseiten sind aber auf JavaScript angewiesen. Ohne JavaScript kannst du beispielsweise keine Videos mehr bei YouTube gucken. Daher bietet sich eine Lösung an, die einzelne Scripte gezielt blockieren kann. Die Plugins NoScript für Firefox und ScriptSafe für Chrome bieten genau das. Mit einem Klick kannst du einzelne Scripte verbieten, während andere parallel laufen. 


Cookies direkt im Browser ausschalten

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InfoAchtung!

Das grundsätzliche Blockieren von Cookies kann dazu führen, dass einige Webseiten nicht mehr korrekt dargestellt werden. Amazon wird dich nicht mehr automatisch erkennen und dir Empfehlungen machen und bereits gelesene Themen in Foren werden die beim ersten Besuch auch wieder angezeigt. Dafür kannst du aber ruhigen Gewissens durch das World Wide Web surfen, ohne Big Brother fürchten zu müssen. 

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