Datenrettung PC Absturz
Totalabsturz? Viele Festplatten-Daten sind trotzdem noch zu retten! | Foto: Thinkstock/anabgd

Netzwelt

28.04.2016

Studium Apps

9 Apps und Websites, die dich durch den Campus-Alltag bringen!

Danke, liebes Internet!

"Es ist zwar recht gut, eine Zeit lang in einer großen Bibliothek zu studieren, aber sich darin vergraben, ist eine Raserei" sagte schon Lessing und spielt damit auf die ... mehr »

Autorenbild

01. Mär 2013

Achim Wagenknecht

Netzwelt

Datenrettung beim PC-Crash

Sichern, retten, Hilfe suchen!

Datencrash vorbeugen

Gegen Datenverlust hilft nur eins: Backups, am besten in mehreren Versionen, das Ganze mindestens täglich. Apple-Jünger machen das mit dem Programm "Time Machine", LinuxFans mit "Back In Time". Microsoft-Hörige geben nach einem Klick auf das Startmenü das Wort "Sichern" ins Suchfeld ein, um zum Backup-Programm von Windows zu kommen.

Speicher deine Sicherungen auf mehreren USB-Sticks, mobilen Festplatten oder Speichern im Smartphone. Komfortablere Backups unter Windows bietet Areca (areca-backup.org). Es kann Sicherheitskopien auch online und verschlüsselt speichern. Wer noch öfter sichern will, kann das kostenlose Programm AutoVer benutzen (beanland.net.au/autover/). Es legt jedes Mal, wenn eine Datei gespeichert wird, eine neue Kopie davon an. Wichtig: Hin und wieder stichprobenartig überprüfen, ob die Sicherungskopien auch wirklich funktionieren.

Absturz absichern

Hacker, Viren und Trojaner haben es auf deinen Rechner abgesehen. Sie saugen das BAföG vom Konto und kidnappen die Bachelorarbeit, indem sie diese verschlüsseln – dechiffriert wird nur gegen Cash. Dagegen hilft die Firewall deines Betriebssystems, ein Antivirenprogramm und etwas gesunder Menschenverstand: Wer jede Porno-Mail oder Gewinnbenachrichtigung anklickt, darf sich hinterher nicht wundern. Geld braucht man deshalb nicht auszugeben: Gute kostenlose Schutzprogramme wie "Microsoft Security Essentials", "Avira Free Antivirus" und "AVG Antivirus Free" genügen.

Das Open-Source-Programm "ClamWin" dagegen ist nur etwas für Mutige: Es erkennt deutlich weniger Schadprogramme und bietet kaum Komfort. Und wer mal einen USB-Stick verloren hat, der weiß, wie fies sich der Gedanke anfühlt, dass jetzt irgendein Fremder in den privaten Daten herum schnüffelt – dagegen helfen Verschlüsselungsprogramme.

Daten retten

Und wenn es passiert ist? Die Masterarbeit ist weg, die Backups haben versagt – was jetzt?

  • Erstens: keine Panik! Viele Schäden entstehen erst durch panische Rettungsversuche.
  • Zweitens: Im Modus "nicht schreibend" auf die Festplatte zugreifen!
  • Drittens: Finger weg von Windows-Bordmitteln, die machen es oft noch schlimmer. Greif stattdessen zu den kostenlosen Rettungsringen "TestDisk" und "PhotoRec" (cgsecurity.org). PhotoRec rettet nicht nur Fotos, sondern beliebige Dateien, die versehentlich gelöscht wurden. TestDisk ist darauf spezialisiert, gelöschte Partitionen wieder herzustellen. Beschädigte CDs und DVDs liest das Programm "IsoBuster" aus.

Wenn der PC gar nicht mehr starten will, hilft oft ein Live-System auf CD, DVD oder USB-Stick. Geeignet sind vor allem "SystemRescueCd" und "RedoBackup". Anschließen, neu starten, verloren geglaubte Dateien kopieren und freuen, dass es nochmal gut gegangen ist.

Hilfe beim PC-Experten suchen

Der GAU: Die Daten sind weg, Sicherungskopien gibt es keine, die kostenlosen  Datenrettungsprogramme können nichts ausrichten. Jetzt müssen Profis ran, und das heißt: Es wird teuer. Die Preise sind drei- bis vierstellig. Wenn möglich, solltest du deinen Datenträger zum Hersteller einschicken. Das geht zum Beispiel bei Festplatten von Seagate. Hier stehen die Chancen am besten, dass die passenden Ersatzteile und das richtige Know-how vorhanden sind.

Geht das nicht, führt der Weg zu unabhängigen Datenrettungsexperten wie "Convar" oder "KrollOntrack". Bis vor ein paar Jahren gab es neben den beiden Marktführern kaum Anbieter. Aber neuerdings schießen Datenrettungs-Firmen wie die Pilze aus dem Boden. Oft sind das aber nur Annahmestellen, die keine eigene Technik haben, sondern die Datenträger sonst wohin schicken.

Ob eine Firma einen eigenen Reinraum (ein steriler Technik-OP) und ein großes Ersatzteillager hat, lässt sich schlecht überprüfen, aber beim Blick ins Impressum sollte sich zumindest ein Firmensitz in Deutschland und ein Eintrag im Handelsregister finden lassen. Denn wer seinen Datenträger erst einmal aus der Hand gegeben hat, hat kaum noch eine Wahl, als die Rechnung zu bezahlen.

  • Unabhängige Informationen zu seriösen und unseriösen Datenrettern findet ihr auf datenrettungblog.com.

Artikel-Bewertung:

2.89 von 5 Sternen bei 122 Bewertungen.

Deine Meinung: