Bitcoins
Noch sind Bitcoins im Stadium, vergleichbar mit dem Internet von 1995 | Foto:Thinkstock/allanswart

Netzwelt

27.03.2017

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Wie düster wird die digitale Zukunft?

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20. Apr 2017

Max Sprick

Netzwelt

Bitcoins: Das musst du jetzt über das "Internet-Geld" wissen!

Wie funktioniert Bitcoin?

Der Begriff steht für drei Dinge: für eine Geldeinheit, für ein komplexes elektronisches System (Protokoll) und für ein Phänomen, das sich mit Social Media vergleichen lässt.

Durch Anwendung des Bitcoin-Protokolls können in diesem Netzwerk Werte digital ausgetauscht werden – eine Währung im Netz entsteht. Wer Bitcoins nutzen will, muss sich ein Bitcoin-Wallet installieren, zum Beispiel über blockchain.info. Im nächsten Schritt besorgt man sich Bitcoins (auf Webseiten, bei Börsen oder Marktplätzen), deren Wert gemessen wird wie der von Aktien.

Ende März 2017 entsprach ein Bitcoin rund 908 Euro. Will man mit ihm bezahlen, funktioniert das ähnlich leicht wie das Verschicken einer E-Mail. Alle Transaktionen gehen dabei jedoch über eine dezentrale Datenbank, die "Blockchain" genannt wird. Sie registriert zwar die Wege der Transaktionen, aber keine persönlichen Daten.

Friedemann Brenneis

Wie sicher sind Bitcoins?

Bitcoin ist für Friedemann Brenneis "das leistungsstärkste Computer-Netzwerk, das wir überhaupt haben". Zwar könne dieses, wie überhaupt niemand, eine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Weil aber der Code von Bitcoin offen im Internet steht, ist das Netzwerk quasi rund um die Uhr Hackerangriffen ausgesetzt – und da es denen bislang standhält, garantiert es für Brenneis "eine Sicherheit, die selbst für Banken schwer zu erreichen ist".

Auch, weil im Wallet oder Web-Account keine Bitcoins gespeichert werden, sie lagern verteilt im Netz in der Blockchain. Im eigenen Account verwahrt man nur die Zugriffsschlüssel. Verliert man sein Passwort dazu oder sein Smartphone, von dem man kein Backup gemacht hat, verliert man sämtliche angehäuften Bitcoins.

Was kann man mit Bitcoins bezahlen?

"Generell", sagt Brenneis, "findet das Bitcoin-Ökosystem noch heraus, was funktioniert und was nicht." Grundsätzlich sei es perfekt für alle Zahlungen im Internet. Amazon und eBay akzeptieren die digitale Währung noch nicht, Microsoft schon. Es gibt Webseiten, die digitale, aber auch echte Läden auflisten, wo Bitcoins als Zahlungsmöglichkeit funktionieren. Coinmap.org zum Beispiel. Berlin, das für die "Welt" schon vor drei Jahren die "weltweite Bitcoin-Hauptstadt" war, hat einen eigenen "Bitcoinkiez" in Kreuzberg, in dem man in mehreren Läden und Cafés mit Bitcoins zahlen kann.

Für wen ist dieses Zahlungsmittel geeignet?

Für jeden, der schnell und direkt Geld über das Internet verschicken will. Brenneis vermutet, dass aktuell zwischen einer und zehn Millionen Menschen weltweit Bitcoins nutzen, genaue Zahlen gibt es nicht. Die Währung befindet sich noch in einem frühen Stadium, "man kann sie mit dem Status des Internets von 1995 vergleichen", sagt Brenneis. Schon nutzbar, aber noch von der Massentauglichkeit entfernt. "Ich denke, wir sind in zehn Jahren so weit, dass auch Nicht-Technik-Affine Bitcoin im Alltag nutzen werden."

Welche Zukunft wird den Bitcoins vorausgesagt?

Extreme Nutzer haben schon jetzt Chips in ihre Hände implantiert, die sie an Kassen und Automaten halten, um zu bezahlen. Die Zukunft vorherzusagen, ist schwierig, weil durch die fehlende Instanz dahinter niemand die Kontrolle hat. Alle Änderungen müssen gemeinsam bestimmt werden – also auch jene, die die Nutzung einfacher und massentauglicher machen. Sind diese eines Tages vollzogen, könnte Bitcoin verschiedene Bereiche verändern, glaubt Brenneis.

Beispiel Journalismus: Internet-Content ließe sich besser vermarkten, jede Zeile könnte der Anbieter abrechnen. Gleichzeitig ließen sich Nutzer monetär dafür belohnen, dass sie Werbung sehen. Facebook-Likes und Kommentare könnten so programmiert werden, dass sie Bitcoins liefern. Plattformen wie Spotify oder Netflix könnten überflüssig werden, weil der Nutzer für das bezahlt, was er konsumiert, und das Geld direkt an die Künstler/Produzenten fließt.

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