Soziale Netzwerke Unis
Thumbs up für manche Hochschul-Social-Media-Aktionen | Foto: Thinkstock/welcomia
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05. Mai 2015

Rita Martens-Baentsch

Netzwelt

Hochschulen: Find us on Social Media

Unis in sozialen Netzwerken

Hochschulen bei Facebook, Twitter, Youtube und Co.

Auf Facebook sind sie fast alle. Und auch bei Twitter, Instagram und YouTube posten sie mittlerweile News zum Studium, laden Fotos oder Videos hoch und beantworten Fragen der Nutzer. Gemeint sind die deutschen Hochschulen, die vor ein paar Jahren endlich erkannt haben, wie wichtig eigene Profile in sozialen Netzwerken sind. Denn: Ihre Studierenden (oder die, die es mal werden könnten) verbringen täglich viel Zeit bei Facebook und Co. Eine Umfrage der Agentur MindStore Marketing zeigte kürzlich, dass Studis knapp 50 Minuten am Tag soziale Netzwerke besuchen und nochmal mehr als eine halbe Stunde online surfen. Und gefragt wurde hier nur nach der Smartphone-Nutzung!

Reicht es den Unis also, ab und zu ein paar Nachrichten auf ihren Social-Media-Kanälen zu teilen? Nein, denn Facebook oder Twitter sind nicht Olympia, wo dabei sein alles ist. Gefragt sind vielmehr eine Strategie, klare Zuständigkeiten und die Bereitschaft, mit den eigenen Studenten online ins Gespräch zu kommen. "Statt nur redaktionelle Inhalte in den sozialen Medien zu verarbeiten, wollen wir die Studierenden erreichen und sie für andere Uni-Angebote begeistern", sagt Dr. Madlen Mammen als verantwortliche Social-Media-Referentin der Uni Leipzig. Für ihr Engagement in den sozialen Medien wurde die Referentin mit dem Preis für Hochschulkommunikation 2013 ausgezeichnet.

Das Besondere an der Social-Media-Strategie der Uni Leipzig ist, dass sie "user generated content" fördert - also Beiträge, die von den Nutzern stammen. So gibt es auf der Facebook-Seite der Uni Leipzig eine monatliche Kolumne einer Studierenden, die sächsische Meisterin im Poetry Slam ist. Auf dem YouTube-Kanal der Uni veröffentlichten im vergangenen Semester fünf Erstsemester, die sich vorher dafür beworben hatten, jede Woche einen kurzen Film über ihr Leben als Studienanfänger.

Für Jeden der passende Kanal

Facebook Universität Leipzig

"Ins Blaue posten und twittern" kommt für Denis Elbl aus der Kommunikationsabteilung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nicht in Frage – auch wenn das zu Beginn vor fünf Jahren noch so war: "Aber inzwischen schauen wir uns sehr genau an, welche Interaktionsgruppe wir auf welchem Kanal am besten erreichen. Darauf reagieren wir, indem wir den Content an die unterschiedlichen Nutzergruppen anpassen.

Auf Facebook sind das vor allem die Studierenden. Die breite Öffentlichkeit, Medien, andere Wissenschafts- und Lehreinrichtungen erreichen wir dagegen besser auf Twitter", sagt Elbl. "Für Alumni gibt es am KIT eine eigene Abteilung, die auch ein eigenes Facebook- und XING-Profil betreibt." Was ihre Studenten in sozialen Netzwerken erwarten, hat die Ruhr-Uni Bochum (RUB) im vergangenen Jahr sogar evaluiert.

"Sowohl unser Themenmix als auch der rasche Service wurde von den Befragten sehr positiv bewertet", sagt Sabrina Kauschke. Sie ist Social-Media-Managerin der RUB und transportiert das Uni-Motto "menschlich – weltoffen – leistungsstark" über Facebook und Twitter. "Wir sehen Facebook und Twitter als Servicekanäle, über die wir Erste Hilfe leisten und möglichst flott auf Anfragen antworten." Die Außenwahrnehmung der Universität könne sich ihrer Meinung nach durch Social Media verändern: "Wir möchten mit dem Klischee der grauen Beton-Uni aufräumen und die Identifikation mit der RUB steigern."

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