Konto löschen im Internet
Die Internet-Riesen müssen nicht alles von euch wissen | Foto: Thinkstock/Rawpixel Ltd.

Netzwelt

10.10.2014

Sicheres Passwort erstellen

Die Checkliste für dein sicheres Passwort im Netz!

So schützt du deine Daten

Datendiebstähle, Hackerangriffe und geknackte E-Mail-Konten: immer wieder sorgt die mangelnde Sicherheit im Internet für Schlagzeilen. Doch es liegt in unserer Hand, unse ... mehr »

Netzwelt

31.03.2013

Allgemeine Geschäftsbedingungen im Internet

AGBs im Internet: Auf das Kleingedruckte kommt es an!

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen...

"Ja, ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelesen und bin einverstanden!" Hand aufs Herz: Wer hat diesen Satz auf Websites nicht schon angeklickt, ohne auc ... mehr »

Autorenbild

12. Jul 2013

Svenja Friedrichs

Netzwelt

Konto löschen im Internet: Die Tricks von Google, Facebook und Co.!

Infos zum Datenschutz im Netz

Konto löschen

Ein Nutzerkonto zu erstellen ist einfach, es wieder zu löschen birgt nicht selten Schwierigkeiten. Das hat auch seine Gründe. Die Konten werden meistens kostenlos angeboten, finanziert werden die Seiten durch Werbung, die sich oft den Interessen des Nutzers anpasst. Je mehr User, desto mehr Werbemöglichkeiten, desto höher die finanzielle Unterstützung. Möchte ein Anwender sein Konto wieder löschen, wird die Werbemöglichkeit für den Anbieter geringer.

Bei der Untersuchung der Verbraucherzentrale wurden neunzehn Plattformen unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass acht davon eine direkte Löschmöglichkeit anbieten:

  • GMX
  • Web.de
  • Wer-kennt-Wen
  • Outlook
  • Tchibo
  • Gutefrage
  • Jappy
  • Computerhilfe

Bei Sieben findet man die Löschfunktion über die Hilfe- oder Suchoption:

  • Yahoo
  • Facebook
  • Xing
  • Amazon
  • Tierforum
  • Kochrezepte
  • Stayfriends

Bei den restlichen vier Anbietern AOL, Weltbild, Otto und Gamestar, war keine eigenständige Löschung möglich. Aber selbst, wenn man das Konto vermeintlich gelöscht hat, sind die Daten oft noch vorhanden. In der Hoffnung, der User würde sich noch mal umentscheiden, deaktivieren manche Anbieter die Konten nach einem Löschungsaufruf für die erste Zeit nur.


Facebook

Profil deaktivieren und löschen

Bei der Registrierung im weltweit größten sozialen Netzwerk muss man seinen Vor- und Hilfe Funktion FacebookNachnamen angeben. Mit dem Einverständnis der Nutzerbedingungen verpflichtet man sich sogar, keine falschen persönlichen Angaben zu machen. Sollte man falsche Daten angeben, behält Facebook sich das Recht vor, das Konto zu löschen. Der angegebene Name wird gleichzeitig auch als Nutzername genutzt, der für jeden sichtbar ist. Da es unter Dreizehnjährigen verboten ist Facebook zu nutzen, wird auch nach dem Geburtsdatum gefragt.

Aktive Nutzer posten des Öfteren Inhalte wie Statusmeldungen oder Fotos. Möchte man diese wieder löschen, bleiben sie nach dem Vorgang noch für einige Zeit als Sicherheitskopie bei Facebook gespeichert, erst dann werden sie endgültig entfernt. Hat man sich entschieden, Facebook nicht weiter zu verwenden, besteht die Möglichkeit, das Konto zu löschen oder auch nur zu deaktivieren. Bei einer Löschung muss man die Hilfe-Funktion unter dem Einstellungsrädchen aufrufen.

Dadurch öffnet sich der Hilfebereich mit einer eigenen Suchfunktion, dort gibt man am besten direkt "Konto löschen" ein. So wird man per Verlinkungen zu der Seite geführt, auf der man sein Konto entfernen lassen kann. Nachdem man das Konto gelöscht hat, bleiben die Daten laut den Datenverwendungsrichtlinien noch weitere 90 Tage vorhanden. Die Deaktivierungsmöglichkeit hingegen ist schnell unter den Kontoeinstellungen, im Punkt Sicherheit, zu finden. Nach der Deaktivierung ist die eigene Chronik für Freunde und andere Nutzer nicht mehr einsehbar, die Inhalte sowie die Freundschaften bleiben für einen selber jedoch bestehen. Zur Reaktivierung muss man sich einfach, wie gewohnt, wieder anmelden.

Problematisch: "Freundefinder" und Smartphone-Synchronisation

Freundefinde Facebook

Eine problematische Funktion auf Facebook ist der "Freundefinder". Selten ist den Personen, die ihn verwenden, klaren, welche sensiblen Daten sie bedenkenlos an den Weltkonzern weitergeben. Man bestimmt seinen E-Mail-Anbieter und gibt seine E-Mail-Adresse und Passwort ein. In Schritt zwei kann man die Freunde mit bekannten E-Mail-Adressen hinzufügen, in Schritt drei die Freunde der unbekannten Adressen einladen. Schließt man den Prozess ab, könnte man meinen, dass die Adressen nicht gespeichert wurden. Dass dies nicht der Fall ist, kann man unter dem Link "verwalte deine importierten Kontakte" sehen. Dort erscheint nun eine Liste der importierten Kontakte. Man hat die Möglichkeit einzelne zu entfernen oder direkt alle auf einmal.

Dieselbe Funktion wie der "Freundefinder" hat auch die Synchronisierung des Kontaktbuches auf dem Smartphone. Hier kommen allerdings zusätzlich die Telefonnummern hinzu, auf die Facebook nun ohne Schwierigkeiten Zugriff hat. Löscht man die importierten Kontakte, lässt aber die Synchronisation auf dem Handy an, werden bei der nächsten Synchronisation alle wieder neu importiert. Nicht-Mitgliedern bekommen von der ganzen Sache nichts mit, außer sie bekommen eine Einladungsmail. Denn genau dafür werden die gespeicherten Daten genutzt, um Mails zu verschicken und so für neue User zu werben.


Twitter

Bei der Registrierung muss man den Vor- und Nachnamen angeben sowie einen frei wählbaren, zusätzlichen Nutzernamen. Die getwitterten Inhalte sind weltweit für Mitglieder sichtbar und dürfen auch von Dritten weiterverbreitet werden, so steht es in den Nutzerbedingungen. Möchte man seinen Twitter-Account entfernen, muss man sein Konto zunächst im Benutzerbereich deaktivieren. Der Account ist ab dem Moment nicht mehr sichtbar, die Daten werden aber noch 30 Tage gespeichert. Innerhalb dieser Zeit kann man sich neu anmelden, was die Deaktivierung rückgängig macht. Werden die 30 Tage überschritten, wird das Konto innerhalb einer weiteren Woche komplett gelöscht.


Google

Google bietet fast alles an, von Google Mail über Google Maps bis hin zu YouTube und der Google Suchmaschine. Wer alles von Google nutzt, sollte sich nicht wundern, dass das Unternehmen auch viel über einen weiß. Durch bestimmte Kontoeinstellung lässt sich allerdings ein Teil der Privatsphäre wieder zurückgewinnen oder durch die Verwendung alternativer Anbieter.

Die Suchmaschine ist die mit Abstand am meisten genutzte in Deutschland, was auch der Grund für ihre gute Leistung ist. Je mehr Menschen eine Suchmaschine nutzen, desto besser kann diese die Ergebnisse einschätzen und listen. Um das kostenlose Angebot finanzieren zu können, schaltet Google Werbung und um diese möglichst angepasst für jeden Nutzer anzuzeigen, müssen Informationen gespeichert werden. Für die Speicherung setzt Google, und auch andere Anbieter, sogenannte Cookies ein.

Auch die IP-Adresse des Computers wird gespeichert, die Suchbegriffe können also einem Endgerät zugeschrieben werden. Die IP-Adresse wird nach neun Monaten wieder anonymisiert, Cookies erst nach eineinhalb Jahren. So werden die Daten bei jeder Anfrage analysiert und die Werbung dem Suchverhalten entsprechend angepasst. Dies kann man verhindern, indem man in den Browsereinstellungen die Cookies regelmäßig löscht oder einstellt, dass sie immer dann gelöscht werden, wenn man den Browser schließt. Man kann sich aber auch Add-Ons runterladen, mit denen die Google-Suche kontrolliert werden kann.

Abgesehen davon können auch andere Sicherheitslücken durch einfache Einstellungen geschlossen werden. Zunächst einmal sollte jede Suchanfrage verschlüsselt versendet werden, um sie somit für Dritte unzugänglich zu machen, das ist über die URL https://encrypted.google.com/ möglich. Das HTTPS-Protokoll verschlüsselt den Inhalt automatisch. Aus dem standardgemäßen Hypertext Transfer Protocol (http) wird ein Hypertext Transfer Protocol Secure (https).

Eine weitere Einstellung ist das Safe Browsing. Mit dieser Option werden Webseiten vor dem Besuch darauf überprüft, ob sie möglicherweise eine Schadsoftware, zum Beispiel ein Virus, beinhalten. Dies funktioniert mit einer, von Google erstellten Liste, auf der alle bekannten Seiten, mit einer Schadsoftware, festgehalten werden. Die Webbrowser haben durch entsprechende Einstellungen auf diese Liste Zugriff. Ist man letztendlich in Begriff eine dieser Seiten zu öffnen, erscheint eine Meldung, die einen darauf aufmerksam macht. So kann man selber entscheiden, ob man auf die Seite zugreift oder nicht.


Safe Browsing einstellen

Firefox

  1. Extras
  2. Einstellungen
  3. Sicherheit
  4. Häkchen bei "Webseite blockieren, wenn sie als attackierend gemeldet wurde" und "Webseite blockieren, wenn sie als Betrugsversuch gemeldet wurde"

Internet Explorer

  1. Einstellung
  2. Internetoptionen
  3. Sicherheit
  4. "Vertrauenswürdige Sites"
  5. Schieberegler auf "Hoch" setzen

Safari

 
  1. Einstellungen
  2. Sicherheit
  3. Häkchen bei "Bei betrügerischen Inhalten warnen"

Google-Konten

Besitzt man ein Google-Konto sind automatisch bei der Einrichtung die Felder "Webprotokoll erstellen" und "Angemeldet bleiben" aktiviert. Es wird geraten, diese zu deaktivieren, dies ist auch nachträglich über die Kontoeinstellung möglich. Bleibt man dauerhaft angemeldet, wird bei jeder Suche das Protokoll erweitert und Google bekommt immer mehr persönlichen Input. In den Datenschutzrichtlinien wird relativ genau erklärt, welche Daten gespeichert und weitergegeben werden.

Sowohl für das Google-Konto als auch für Google Mail gilt, dass bei der Einrichtung nicht der richtige Vor- und Nachname angegeben werden muss, sondern auch ein Pseudonym möglich ist. Betreibt man Google Plus, hat man sich wahrscheinlich mit seinem bestehenden Google Konto dort angemeldet. Scrollt man in den Einstellungen von Google Plus ganz bis unten, gibt es die Option "Konto deaktivieren". Eine komplette Löschung ist nur über die Löschung seines gesamten Google-Kontos möglich, da dort alle Konten, die man bei Google besitzt, miteinander verbunden sind.


Google-Alternativen

Suche mit Google-Ergebnissen

Wer Google möglichst weit den Rücken kehren will oder zumindest einen Teil seiner Informationen nicht dem Konzern überlassen möchte, kann auf Alternativen zurückgreifen. Wer trotzdem nicht auf die Google-Ergebnisse verzichten will, wählt die alternative Suche über Startpage/Ixquick, eine sogenannte Metasuchmaschine. Das bedeutet, dass der Suchdienst selber bei den etablierten Suchmaschinen anfragt und somit nicht die eigene IP, sondern die von Ixquick angegeben wird. Also stellen sich die Suchergebnisse trotzdem auch aus den Ergebnissen von Google zusammen.

Um weiterhin die IP-Adresse zu verbergen, sollte man die gesuchte Webseite über den Link "proxy" öffnen, somit wird bliebt die IP der Suchmaschine bestehen. Ixquick selber speichert, nach eigenen Angaben, weder die IP des Anwenders, noch die Sucheinträge und hat damit das erste europäische Datenschutzsiegel European Privacy Seal bekommen.

Suche ohne Google-Ergebnisse

Es gibt aber auch andere Suchmaschinen, die ganz ohne die Google-Ergebnisse arbeiten. Die "grüne" Suchmaschine WeGreen zum Beispiel, die bei den Suchergebnissen die Nachhaltigkeit von Unternehmen, Marken und Produkten über einen Stempel anzeigt. Eine weitere Alternative ist DuckDuckgo, auch hier wird anonymes Suchen angeboten.

E-Mail-Service

Für Google Mail gibt es die andern bekannten Freemail-Anbieter wie GMX oder Web.de auf die man ausweichen kann. Statt Google Maps bietet sich Open Street Maps an und statt You Tube tape.tv. Weitere alternative Seiten Großkonzernen wie Google, Microsoft, Yahoo und Apple findet ihr auf der Seite http://prism-break.org/.

Artikel-Bewertung:

3.04 von 5 Sternen bei 206 Bewertungen.

Deine Meinung: