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Idris Elba macht als Supersoldat Brixton den Agenten Hobbs und Shaw das Leben schwer. | Foto: Universal Pictures

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Jason Statham über "Hobbs and Shaw", Action und Liebe zu seinen Filmen

Mit "Fast and Furious: Hobbs and Shaw" startet nun das erste Spin-off der "Fast and Furious"-Reihe in den Kinos. Zusammen mit weiteren Journalisten haben wir Jason Statha ... mehr »

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01. Aug 2019

Sandra Ruppel

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Idris Elba im Interview: "Ich will mich nicht festlegen"

Idris Elba: Das Beanie ist immer dabei!

Ein bisschen müde wirkt Idris Elba, als er zum Gruppeninterview um die Ecke biegt – vielleicht nicht verwunderlich, da er, genau wie sein "Fast and Furious"-Kollege Jason Statham, gerade erst in Köln gelandet ist und direkt in das Fragenmeer eintauchen muss, das wir Journalisten ihn bereithalten.

Sein Look ist smart aber entspannt: Zum schlichten weißen T-Shirt trägt er ein dunkelrotes Woll-Beanie – obwohl die Außentemperatur bei ca. 27 Grad liegt und die Sonne mit einiger Kraft vom Himmel auf den Rhein strahlt. Aber das Beanie trägt er immer, wie er uns wissen lässt. Es ist sein absolutes Lieblingsstück, das er vor zwei Jahren etwa – so genau weiß er es nicht mehr – mal in Paris gekauft hat. Einmal dachte er, er habe es verloren – und sei fast ausgeflippt. Die Geschichte ist aber nochmal gut ausgegangen, denn das rote Beanie ruht lässig und ein bisschen schief, ein Ohr bedeckend eins freilassend, auf seinem Kopf.  

Idris Elba über seine Rolle und die Challenge beim Dreh von "Hobbs and Shaw":

"Brixton ist sarkastisch, gleichzeitig muss er aber auch richtig böse sein. Er ist sich durchaus bewusst, wer er ist und was er kann. Er liebt seine Fähigkeiten. Er kommt mit seinem dicken Anzug daher, und ist teilweise sehr ernsthaft – besonders im Gegensatz zu den Figuren von Dwayne und Jason: Zwischen den beiden gibt es viele Momente im Film, die sind lustig! Und machen den Film zu einer Komödie. Unser Regisseur David Leitch ist sehr anglophil, auch was die Art des Humors betrifft. Er mag diesen britischen, trockenen Humor. Und davon gibt es im Film einiges. Eine Balance zwischen all dem herzustellen, war eine echte Herausforderung.

David Leitch ('Atomic Blonde', 'John Wick', Anm. d. Red.) und ich haben sehr viel über die Figur gesprochen und wir waren uns schnell einig, dass wir ihn wie den Joker machen wollten: Böse, ernsthaft, leicht ironisch, von sich selbst überzeugt – aber eben von allem nicht zu viel. Die Stimmung sollte schließlich nicht jedes Mal total absinken, wenn Brixton auf der Leinwand auftaucht."



Idris Elba über seine Liebe zum Kämpfen:

"Wir haben für 'Hobbs and Shaw' viel Kampftraining gemacht – und das habe ich echt geliebt. Vor allem auch, weil ich selbst einige Jahre Muay Thai gemacht habe, von 25 bis Mitte 30 etwa. Eine Zeitlang habe ich gekickboxt und kürzlich habe ich für einen professionellen Kampf trainiert."

Idris Elba über unsere Zukunft:

"Ich denke, dass Teile unseres Körpers Technologien in der Zukunft noch stärker nutzen werden – ein bisschen, wie man es bei Brixton sieht. Die Verbindung zwischen Menschen und Technik besteht ja schon längst – wenn wir unsere Telefone benutzen, zum Beispiel. Und es gibt auch schon länger die Idee, dass man sich seinen Pass oder den Zugang zum Konto in die Fingerspitzen einpflanzen lässt – ich verliere wirklich alles, also… (lacht). Wenn ich das machen lassen würde, wäre ich auf der sicheren Seite.

Das alles wird sich stetig weiterentwickeln und noch stark beeinflussen, wie wir denken, wie wir arbeiten. Es liegt außerdem auf der Hand, dass Menschen, die trainiert sind, um zu kämpfen, irgendwann auch genetisch manipuliert werden könnten, um noch besser zu werden. Das wird sicherlich irgendwann passieren. Und das macht mich schon irgendwie traurig, denn Menschen sind so schöne, komplexe Kreaturen. Aber andererseits ist Weiterentwicklung unvermeidlich."

Idris Elba über Veränderung:

"Wenn du dir meinen Lebenslauf anschaust, dann merkst du, dass ich mich nie auf eine bestimmte Art von Rolle festgelegt habe. Egal ob es ein großer Film mit viel CGI ist oder ein kleiner Arthouse-Film: Der Prozess ist der gleiche – mir ist dabei einfach wichtig, dass es eine Herausforderung ist. Etwas, das ich vorher noch nie so gemacht habe. Ich würde sogar sagen, das ist mein Motto: immer etwas anderes zu machen. Darüber, und ob ich schon mal was ähnliches gemacht habe, denke ich viel nach."

Idris Elba über das Wichtigste, das er in den letzten Jahren gelernt hat:

"Geduld zu haben ist das Wichtigste, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Es braucht Zeit, sich eine Karriere aufzubauen. Es braucht Zeit, zu dem Punkt zu kommen, an dem man kreative Freiheit hat. Es ist ein langwieriger Prozess und teilweise echt mühselig. Meist arbeitest du schon eine sehr lange Zeit als Schauspieler, bevor du bekannt wirst. Und manchmal verlierst du dabei das Ziel aus den Augen und musst den Fokus neu justieren. Und um ehrlich zu sein: Manchmal ist es dann so, dass du müde bist, wenn du endlich dein Ziel erreicht hast (lacht)."

Idris Elba über Glück:

"Glück bedeutet für mich, frei zu sein in meinen kreativen Entscheidungen. Wir alle arbeiten, um Geld zu verdienen, aber ich wollte und will nie aus finanziellen Gründen eine Entscheidung treffen. So sehe ich es im Moment jedenfalls. Ich mache Musik, ich lege auf, ich produziere Filme, ich schauspielere – das alles macht mich in kreativer Hinsicht glücklich. Es ist viel Arbeit, aber es bedeutet Glücklichsein für mich.

Privat bedeutet Glück für mich, in Harmonie mit allen Leuten um mich herum zu sein. Harmonie und Ehrlichkeit sind mir wirklich wichtig und das macht mich glücklich."



UNICUM Film-Tipp:

hobbs and shaw filmplakat"Fast and Furious: Hobbs and Shaw"

Regie: David Leitch

Mit: Jason Statham, Dwayne Johnson, Idris Elba, Vanessa Kirby

Verleih: Universal Pictures

Kinostart: 01. August 2019

Artikel-Bewertung:

2.48 von 5 Sternen bei 21 Bewertungen.

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