Dschungelcamp 2017 Honey
Honey hat Husten und kann leider heute nicht an der Prüfung teilnehmen | Foto: RTL/Stefan Menne
Autorenbild

23. Jan 2017

Sandra und Nina

Studibuzz

Dschungelcamp 2017: Soll Honey bleiben?

-ARCHIV-

Warum Honey im Camp bleiben sollte!

Aufgeben? C'mon!

Eine Dschungelprüfung, die eigentlich ganz vielversprechend schien: Acht Kandidaten, die sich mehr oder minder willig in den kleinen "Ausstellungskasten" quetschten. Und Honey – ein Mann, eine Bronchitis, ein Grinsen. Seine Masche war so platt und durchschaubar, dass es sich fast gar nicht lohnt, auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Trotzdem herrschte direkt Kasalla im Camp – und in der Dschungelcamp-guckenden Bevölkerung. Und das, obwohl das Honigkuchenpferd es mit seiner jämmerlichen Aktion ja nicht einmal wirklich schafft, zu polarisieren: Alle hassen Honey. Außer vielleicht Gina-Lisa, aber die Gründe dafür sprengen selbst die Grenzen meiner eigenen jugendlichen Naivität. Nur so viel: Dass sie in ihrem Leben einiges Leid erleben musste, wundert ab sofort niemanden mehr. Honig im Kopf erhält hier eine ganz neue Dimension.

Ein Honey, ein Grinsen

IBES Kommentar UNICUMJa, Honeys vorgetäuschte Platzangst-Bronchitis-Stiernacken-Krupphusten-Attacke war arschig. Aber was wäre Honey schon, wenn er nicht einmal mehr ein Arsch sein dürfte? Richtig: Nicole Mieth mit einem dicken Hals. Und genau darum ging es doch auch. Als es am Samstagabend hieß: "Honey, du bist es…vielleicht", da ging dem Ärmsten sein süßes Popöchen auf Grundeis. Akuter Handlungsbedarf. Wenn selbst Busen-Schmusen mit Gina und ausgeprägtes Balzverhalten in Form von Liegestützen vor den Camp-Damen nicht mehr reichen, dann packt Honey halt sein furchterregendstes Grinsen aus. Vor Honey muss man sich "in Achtung nehmen" – bis auf Gina-Lisa sollte das inzwischen jeder kapiert haben.

Der Honig unter den menschlichen Abgründen

Also tut doch bitte jetzt nicht so überrascht, dass sein lahmer Plan aufgegangen ist und er das Camp – natürlich! – nicht verlassen musste. Zu denken, dass das IBES-Publikum Gerechtigkeit vor Drama stellt, ist nun wirklich Anfänger-Niveau. Die Sendung ist stumpf, die Zuschauer sind stumpf – Punkt (oder um es mit Larissa Marolt zu sagen: Bunkt!). Klar, auch ich hätte dem Hustelinchen seine Kippe gestern am liebsten in sein süffisantes Grinsen gehämmert, aber wir gucken das Dschungelcamp ja wohl kaum wegen der intellektuellen Erhabenheit des Formats, sondern nur, weil es da ordentlich auf die Fresse gibt. Wir wollen menschliche Abgründe sehen – und tiefer als Honey kann man doch eigentlich gar nicht sinken. Also lassen wir ihm doch noch wohlwollend ein paar Tage, bis er endgültig an seinem eigenen, zähflüssigen Bronchitis-Schleim erstickt (oder Kader ihm tatsächlich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Kissen aufs perfekt gebotoxte Gesicht drückt).

Außerdem gibt es sowieso gar keinen ernsthaften Grund zur Sorge: Honeys muskulöser Hals hat es heute nicht einmal auf die Titelseite der Bildzeitung geschafft. Faith in humanity restored!


Dschungelcamp Tag 10


Warum Honey das Camp verlassen muss!

Skype dich zum Erfolg

Zugegeben, dass er überhaupt ins Dschungelcamp einziehen konnte, muss einem schon einiges an Respekt abringen: Wenn Honey Keen irgendwo eine Gelegenheit am Straßenrand liegen sieht, dann schnappt er zu. Wie eine Schlange, der unverhofft die fake-benagelten Finger einer nervös nach Sternen tastenden Kader Loth vors Maul kommen. Schließlich ist strenggenommen alles, was Alexander Kühn (oder eben Keen, wie er sich selbst schreibt) bisher geleistet hat, mit seiner heulenden (Ex-)Freundin Kim zu skypen und dabei ihre neue Frisur zu dissen. Weil da aber halt zufällig Pro Sieben dabei war, hockt der Honey jetzt im Camp und sorgt dafür, dass man sich vor Verzweiflung ebenso hart an den Haaren ziehen möchte, wie Kim einst beim Skypen mit ihrem Liebsten, in der Hoffnung, dass sich die verlorene Fisselmähne vielleicht doch wieder aus der Kopfhaut hervorzerren lässt. Zumindest tut man das seit gestern Abend.

Honey: Ein Mann, ein Ego

Dschungelcamp Kommentar UNICUMDenn während der ersten Tage hat Honey ja durchaus das geliefert, was man sich von ihm mit vorfreudig klopfendem Zuschauerherzen erhofft hat. In aller Ruhe konnten wir ihm beim klebrigen Ganzkörperbad im eigenen Ego zuschauen. Dabei, wie er seine allgegenwärtige Bronchitis mit Zigarettenrauch und Sport – beziehungsweise der Verweigerung desselben, wenns drauf ankommt – bekämpft. Oder auch dabei, wie er den edlen Ritter gibt. Nämlich indem er die schlotternde Gina-Lisa an Tag 3 bei der Dschungelprüfung zuerst aus dem vor Kleingetier krabbelnden Glaskasten steigen lässt, während er selbst, todesmutig und heldenhaft, an Hals und Körpermitte angeschnallt wie Schneewittchen im Sarg liegen bleibt. – Hier passt die Manschette komischerweise trotz seines enormen Nackenumfangs noch. Nicht mehr aber gestern, an Tag 10, als der honig'sche Hals auf keinen Fall zum Teamspirit zu bewegen und in den Gummikragen zu zwängen war.

Ein Trick, so unschön wie ein Maden-Bad

Und an diesem Punkt, meine lieben Freunde der niederschwelligen Unterhaltung, ist für mich bei aller Sehnsucht nach Amüsement eine Grenze erreicht. Denn zu einer solch billigen Ausrede, einem solch durchschaubaren Trick zu greifen, weil einem nur Stunden zuvor aufgeht, dass die so dringend benötigte Screentime in einer quotenstarken Show wie IBES schon sehr bald aufgebraucht sein könnte, weil sich draußen im Grunde nämlich doch keine Sau dauerhaft für einen interessiert, ist wirklich enttäuschend. Und so ekelhaft, wie kein Maden-Bad je sein könnte. Sich in der gemeinschaftlichen Dschungelprüfungssituation allein aus Kalkül zu verweigern, sollte selbst für den mediengeilen Honey Keen doch ein bisschen zu schmutzig, zu fad, zu easy sein.

Ein Honey muss tun, was ein Honey tun muss - aber wir müssen es nicht dulden

Ja, dem Honey ist der Arsch auf Grundeis gegangen. Ja, der MUSSTE irgendwie handeln – und sich als Einziger aus fadenscheinigen Gründen der Prüfung zu entziehen, war die schnellste Lösung in diesem Moment. Aber dass er nach dieser schmierigen letzten Liane gegriffen hat, darf auf keinen Fall dazu führen, dass wir jenem babyhäutigen Krupphusten-Kandidaten auch noch das geben, was er haben will: Mehr Sendezeit. Hier muss das Prinzip und der letzte verbleibende Zuschauerstolz doch über die Lust nach Entertainment siegen. Die Gier nach Beef muss zurückbleiben hinter der moralisch unbedingt angezeigten Pflicht, dem Honey mal zu weisen, wo das Nest hängt. Wer drinbleiben und womöglich auch noch nach der blumenumrankten Dschungelkrone greifen will, der muss sich schon ein bisschen mehr einfallen lassen, als diesen nach Kakerlaken stinkenden Trick! Nur wer reinen Herzens ist, darf auf den Dschungel-Thron. Das sind wir uns und unserer Zuschauer-Ehre doch wohl immerhin schuldig.


Deine Meinung ist gefragt - Soll Honey im Camp bleiben: Ja oder Nein?

Artikel-Bewertung:

3.52 von 5 Sternen bei 116 Bewertungen.

Deine Meinung: