Fachschaft
Erkennst du einen der Fachschaftstypen wieder? | Illustrationen: Sarah Matuszewski
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01. Sep 2017

Sandra Will

Studibuzz

Vom Fachnerd bis zum Partytier: Diese sechs Typen gibt's in jeder Fachschaft

Fachschaften sind die Vertreter der Studierenden – und das nicht nur im politischen Sinne, sondern auch charakterlich. Je nach Universität und Studienrichtung haben ihre Mitglieder einen guten oder schlechten Ruf.

Wenn du dich selbst in einer Fachschaft engagierst, wirst du wissen, dass dort oftmals Welten aufeinanderprallen. Oder kennst du Kommilitonen, die Teil davon sind? Dann erkennst du vielleicht folgende Eigenschaften wieder.

Die Streberin

Die StreberinSie ist meistens akkurat gekleidet, sehr höflich und jede Woche in der Sprechstunde ihrer Dozenten. Im 2. Semester hat sie sich schon den begehrten Hiwi-Job am Lehrstuhl gekrallt und strebt eine Junior-Professur an, noch bevor sie 30 ist. Ihren Erasmus-Aufenthalt verbringt die Streberin in Oxford, wo sie per Direktmandat als Vorsitzende der Studierendenvertretung einzieht, obwohl Austauschstudenten nur eingeschränkt Zugang dazu haben.

So erkennst du sie:

Zückt ihren Lebenslauf, sobald auch nur ein Dozent in Sichtweite ist

Das Partytier

PartytierEr ist kaum an Uni-Politik interessiert und studiert das Fach nur, weil es NC-frei war. Dafür sorgt er beim Stammtisch für gute Laune und überredet die Dozenten hinterher sogar, in die ranzigsten Kneipen mitzukommen. Zu den fakultätsinternen Feiern bringt er die meisten externen Leute mit und sorgt damit immer für einen guten Umsatz. Durch seine Mitarbeit in der Fachschaft sichert sich das Partytier freie Getränke auf der nächsten Feier – oder kann zumindest billigen Alkohol reinschmuggeln.

So erkennst du ihn:

Egal zu welchem Thema in der Fachschaftssitzung, er plädiert für Freibier.

Die Planerin

Die PlanerinSie schreibt Hunderte Mails am Tag, spricht von "Jahresplanung" und "Budgetkürzungen" und verweist auf die To-do-Listen, die im Dropbox-Ordner der Fachschaft vorgespeichert sind. Die Planerin organisiert jedes Treffen ins kleinste Detail, kümmert sich um Schlüsselübergaben und erstellt Aufgabenreminder in der Facebookgruppe. Ihr Organizer hat die Größe eines Ipads und wenn sie diesen einmal vergessen sollte, so sagt sie, sei ihr ganzes Leben verloren.

So erkennst du sie:

Kaffeebecher in der rechten, Organizer in der linken Hand.

Der Fachnerd

Der FachnerdEr beschäftigt sich mit existenziellen Fragen zum Fach und plädiert dafür, nur noch drei ECTS-Punkte für eine 90-Minuten-Klausur zu vergeben anstatt sechs – immerhin hat Bologna schon genug versaut. Er organisiert freiwillige Seminare und Workshops, deren Abstracts länger sind als Thomas Manns "Der Zauberberg". Eine wahre Hilfe ist der Fachnerd aber bei Hausarbeiten, denn du triffst ihn rund um die Uhr in der Bibliothek an und kannst ihn alles über Sekundärliteratur und Stilanforderungen fragen.

So erkennst du ihn:

Je nach Fachrichtung hat er von Hobbes bis Hegel immer das passende Zitat.

Der alte Hase

Der alte HaseEr hat schon mindestens eine Doktorandenstelle inne und ist damit offiziell kein Vertreter der Studierenden mehr. Da er sich aber nach wie vor noch als junger Student fühlt, bleibt er der Fachschaft treu, und entschuldigt sein Alter durch die Regelstudienzeit von neun Semestern vor Bologna. Er spricht immer noch von den Diplomstudenten und wird in der Fachschaft nur aus zwei Gründen geduldet: 1. Er legt am Lehrstuhl immer ein gutes Wort für die Studenten ein. 2. Die Frauen finden ihn ja ach so erwachsen.

So erkennst du ihn:

Trägt noch immer das Abi-Shirt von 2004.

Die Quasselstrippe

Die QuasselstrippeIn der Vorstellungsrunde jedes Seminars ist sie diejenige, die mehr spricht als alle anderen zusammen. Sie lässt niemanden ausreden und kandidiert für das höchste Amt der Studierendenvertretung, weil sie damit ihre Redezeit selbst bestimmen darf. Die Quasselstrippe verkauft im Foyer die meisten Eintrittskarten oder Studentenmagazine, weil ihr niemand davon kommt, ohne den Geldbeutel gezückt zu haben. In der Bibliothek wird sie regelmäßig verwarnt, Erstis freuen sich jedoch immer, von ihr angesprochen zu werden, um nicht allein in der Gegend zu stehen.

So erkennst du sie:

Meldet sich stets in der Vorlesung, um eine Frage zu stellen, die sich dann zu einem 15-Minuten-Vortrag entwickelt.

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