Big Bad Wolves Szene
Foto:

09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: Big Bad Wolves

-ARCHIV-

Der israelische Thriller ist ab dem 27.11. auf DVD und Blu-ray erhältlich

Rache kennt kein Erbarmen

Drei Kinder spielen im Wald Verstecken. Eines der Mädchen wählt einen alten Kleiderschrank aus, um sich vor ihren Freunden zu verbergen. Als diese den Schrank öffnen, finden sie nur noch einen ihrer Schuhe. Szenenwechsel. Drei Polizisten schlagen den vermeintlichen Kindesentführer Dror (Rotem Keinan) in einer verlassenen Lagerhalle zusammen, um ihm den Aufenthaltsort des Mädchens zu entlocken. Was sie nicht bemerken: ein Junge filmt das Geschehen und lädt das Video bei YouTube hoch. Das kostet den Polizisten Micki (Lior Ashkenazi) seinen Job.

Ein anonymer Anrufer führt die Polizei zur geschändeten und kopflosen Leiche des Opfers. Während einer seiner Kollegen den Fall übernimmt, zieht Micki auf eigene Faust los. Er will den Hauptverdächtigen entführen. Gidi (Tzahi Grad), der Vater des getöteten Mädchens, kommt ihm dabei jedoch in die Quere und verschleppt beide in ein verlassenes Haus. Hier soll der mutmaßliche Mörder genauso gequält werden und sterben wie seine Opfer - und Micki soll Gidi dabei helfen.

Komik trifft Thriller

Die Folter des unscheinbaren Religionslehrers Dror wird immer wieder durch komische Zufälle unterbrochen. Mal klingelt das Handy von Gidi, mal wendet Micki unter einen Vorwand weitere Qualen ab. Dadurch wird der Film aufgelockert. Genauso wie durch den schwarzen Humor der Charaktere, die damit die Schärfe aus dem Thriller nehmen. Wie in fast allen Thrillern trägt vor allem die Musik zum Spannungsaufbau bei. Doch wenn die spannendste Musik läuft, passiert meistens nichts. Dennoch: rohe Gewalt, Abgebrühtheit und ausgerissene Zehennägel tragen durchaus zum kurzen Wegschauen bei. Dabei sind diese expliziten Gewaltdarstellungen vergleichsweise selten und vor allem eines: kurz.

"Big Bad Wolves" wurde von Meisterregisseur Quentin Tarantino als bester Film des Jahres 2013 bezeichnet - eigentlich müsste er es wissen. Allerdings gewann der Film weder einen der weltweit zahlreichen Filmpreise noch startete er in den deutschen Kinos, was wiederum kein negative Bedeutung hat. Wer jedoch einen reinen Gänsehaut-Thriller im Tarantino-Stil erwartet, ist bei diesem Film nicht an der richtigen Adresse. Letztendlich macht die Mischung aus einem Humor wie in "Adams Äpfel, einer Story wie bei "Prisoners" und einem überraschenden Ende á la "Sieben", den Film zu einem kurzweiligen Erlebnis - auch für Angsthasen und Weicheier.

 

Big Bad Wolves

Thriller, Israel 2014

Regie: Navot Papushado und Aharon Keshales

Darsteller u.a.: Tzahi Grad, Lior Ashkenazi, Rotem Keinan 

Verleih: Constantin Film

VÖ: 27. November 2014

Artikel-Bewertung:

2.83 von 5 Sternen bei 120 Bewertungen.