Luke Evans Dracula Untold
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: Dracula Untold

-ARCHIV-

Die Geschichte des blutdurstigen Transsilvaniers jetzt auf DVD und BluRay

Vom Kindersklaven zum Familienmenschen

Der transsilvanische Fürst Vlad Tepes III (Luke Evans) sichert seinem Volk seit geraumer Zeit eine anhaltende Periode des Friedens. Mit seiner Frau Mirena (Sarah Gadon) und seinem Sohn Ingeras (Art Parkinson) verbindet ihn eine tiefe Liebe. Doch nicht immer prägten diese schönen Momente und Gefühle sein Leben. Als Kindersklave musste er im Osmanischen Reich kämpfen und töten. Schon bald hatte er den Ruf, der gefürchtetste Krieger seiner Zeit zu sein. Davon zeugen jedoch nur noch die Narben auf seinem Rücken. Doch bald holt Vlad seine Vergangenheit ein.

"Manchmal braucht die Welt ein Monster"

Der türkische Sultan Mehmed II (Dominic Cooper), ein ehemals enger Freund von Vlad, fordert für seine Welteroberungspläne 1000 Jünglinge aus Vlads Reich. Darunter befindet sich auch dessen Sohn. Um die Kinder und ihre Familien vor diesem schrecklichen Schicksal zu bewahren, sieht Vlad nur einen einzigen Ausweg: Er muss sich unmenschliche Kräfte aneignen, um das Heer des Sultans besiegen zu können.

Deshalb sucht er den Vampir Caligula (Charles Dance) auf. Dieser gab dem Teufel seine Seele, um das ewige Leben zu erlangen. Doch der Teufel betrog ihn und schenkte ihm das ewige Leben in der Finsternis. Erlösung findet er nur, wenn ein Mensch sein Blut trinkt und somit seinen Platz als Vampir einnimmt. Aus lauter Verzweiflung tauscht Vlad sein menschliches Leben gegen die "Superkräfte" eines Vampirs ein. Doch eine Hoffnung besteht, um vom ewigen Leben als Vampir verschont zu bleiben: Widersteht er drei Tage lang dem Durst nach menschlichem Blut, verliert er die Kräfte wieder und bleibt ein Sterblicher. Kann er das Monster in sich wirklich zähmen?

Fledermäuse, Action und wahre Begebenheiten

Zuerst das Positive: Die Actionszenen und Gruseleffekte entfalten ihre Wirkung. Wenn Luke Evans als Fledermausgeschwader das osmanische Heer im Alleingang vernichtet, beindruckt das durchaus. Dank der Computeranimationen können zumindest die Kulissen und die Szenen mit Menschenmassen überzeugen. Auch der Vampir Caligula kommt so gruselig daher, dass Zuschauer mit schwachen Nerven besser kurz wegschauen.

Der Versuch, die Geschichte um Dracula möglichst nah an wahren Begebenheiten auszurichten, funktioniert dagegen leider nicht. Zu einseitig werden die Osmanen als blutrünstige und gefühlslose Schlächter dargestellt. Das mythische Potenzial verpufft gänzlich in der übertriebenen Vermenschlichung Vlads, der mehr Familienmensch denn Held sein möchte. Sein Kampf gegen den Blutdurst klingt manchmal dramatisch an, bei der Andeutung bleibt es dann aber auch. Das liegt an der recht kurzen Spielzeit von 92 Minuten. Kaum nimmt der Film an Fahrt auf, ist er schon zu Ende. Insgesamt rauscht die Handlung recht schnell am Zuschauer vorbei und es bleiben keine besonderen Szenen in Erinnerung. Wer Kampfgetümmel, dunkle Gemäuer und ein bisschen Emotionalität gepaart mit spitzen Zähnen und Pfählen mag, sollte dennoch den Blu-ray-Player anschmeißen.

Dracula Untold

Action/Fantasyfilm, USA/GB 2014

Regie: Gray Shore

Darsteller u.a.: Luke Evans, Sarah Gadon, Art Parkinson, Dominic Cooper, Charles Dance

Verleih: Universal Pictures Germany

VÖ: 12. Februar 2015

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