Edge of Tomorrow mit Tom Cruise
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: Edge of Tomorrow

-ARCHIV-

Live. Die. Repeat. Ab dem 09. Oktober auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich

... und täglich grüßt das Alien

Major Bill Cage (Tom Cruise) ist ein PR-Profi - und als solcher versteht er sich darauf, durch die Welt zu reisen und neue Rekruten für den Krieg gegen eine der Menschheit überlegene Alienrasse anzuwerben. Als er sich jedoch weigert, auf Befehl von General Brigham (Brendan Gleeson) an vorderster Front einen Film zu drehen, wird er kurzerhand zum einfachen Soldaten degradiert und regelrecht außer Gefecht gesetzt.

Cage kommt in einem rauen Soldatencamp zu sich, einen Tag vor der großen Schlacht gegen die sogenannten Mimics an der französischen Küste. Vollkommen kampfunerprobt wird er in einen mechanischen Waffenanzug buxiert und aus einem Flugzeug über der Normandie abgelassen. Es kommt, wie es kommen muss: Cage stirbt. Und erwacht. Nach seinem Tod scheint sich die Zeit zurückzudrehen, alles beginnt erneut am Morgen seiner Ankunft im Basislager der Truppen.

So durchlebt Bill Cage ein ums andere Mal die Hölle der Schlacht, versucht immer neue Wege, um zu Überleben. Doch erst als Rita Vrataski (Emily Blunt) auf ihn aufmerksam wird, ändert sich das Blatt: Die als "Full Metal Bitch" verehrte Kriegsheldin befiehlt Cage sie aufzusuchen, wenn er wieder aufwacht.

Ein etwas anderer Kriegsfilm

"...und täglich grüßt das Murmeltier" trifft "Starship Troopers" - so lässt sich die Verfilmung des japanischen SciFi-Romans "All You Need Is Kill" für Cineasten wohl am besten auf den Punkt bringen. Regisseur Doug Liman würzt die Zeitschleifen-Story mit jeder Menge deftiger Action, einer superben Optik und humorvollen Einschüben. Die Mischung geht auf und bietet fesselnde wie kurzweilige Unterhaltung.

Wie Hauptfigur Bill Cage jedes Mal aufs Neue aufwacht und immer wieder versucht, am Leben zu bleiben, ist an sich sehenswert. Richtig interessant wird es durch das Zusammenspiel mit der Kriegsheldin Rita: Während er sie jeden Tag besser kennen- und schätzenlernt, fängt sie stets bei Null an - und hat dementsprechend auch keine Hemmungen, bei Cage durch einen gezielten Kopfschuss den Reset-Knopf zu drücken.

Dazu kommt, dass Tom Cruise eine tadellose und sympathische Leistung abliefert, gegen die selbst Cruise-Hasser kaum Einwände vorbringen können. Das liegt sicherlich zum großen Teil am Zusammenspiel mit der wunderbaren Emily Blunt ("Looper", "Fast verheiratet"), die einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit in dieser knallharten Actionrollen beweisen kann. Die Chemie zwischen den Charakteren stimmt, gleichzeitig kann man zur Beruhigung einwerfen: Mit unnötiger Romantik hält sich "Edge of Tomorrow" nicht auf.

Darüber hinaus sind die besagten Action-Szenen der Knaller; vor allem die Animation der als Mimics bezeichneten Aliens geht unter die Haut. Solchen Monster will man garantiert nicht begegnen. Ebenso detailliert sind die Schlachtplätze und Kriegsverweise gestaltet: Der Kampf der Truppen am Strand erinnert nicht zufällig an den "D-Day", an dem die Allierten in der Normandie landeten und der auch im Film "Der Soldat James Ryan" thematisiert wird. Dass Rita nach der ersten gewonnenen Schlacht in Frankreich als "Engel von Verdun" bezeichnet wird, ist ein sehr offensichtlicher Hinweis auf den Ersten Weltkrieg. Die Geschichte der Menschheit scheint sich ebenfalls ständig zu wiederholen. Nur dass diesmal Aliens die Gegner sind.

"Edge of Tomorrow" ist ein raffiniertes und hochspannendes Stück Action-Kino, das richtig Spaß macht. Zum Glück wird auf unnötigen Patriotismus, Kitsch und eine allzu offensichtliche Auflösung verzichtet - diesen Film schaut man sich gerne noch ein weiteres Mal an!

 

Edge of Tomorrow

Action/Sci-Fi, USA 2014

Regie: Doug Liman

Darsteller u.a.: Tom Cruise, Emily Blunt, Bill Paxton, Brendan Gleeson 

Verleih: Warner Bros. Home Entertainment

VÖ: 09. Oktober 2014

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