UNICUM Filmkritik: Fack ju Göhte
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: Fack ju Göhte

-ARCHIV-

Die Komödie gibt’s ab dem 08. Mai auf DVD und Blu-ray

Ausgerechnet Lehrer!

Endlich frei! 13 Monate saß Bankräuber Zeki Müller (Elyas M'Barek) im Gefängnis. 13 Monate, in denen er nur darauf gewartet hat, endlich seine Beute zurückzubekommen. Diese hat er vor seinem Einzug in den Knast Charlie (Jana Pallaske), einer befreundeten Stripperin, anvertraut. Charlie hat das Geld damals für ihn auf dem Gelände der Goethe-Gesamtschule vergraben, doch als sie Zeki die Stelle zeigen will, steht dort eine neugebaute Sporthalle! Der einzige Weg zur Beute: Zeki muss von der Schule aus einen Tunnel graben. Dafür erschleicht er sich einen Job als Aushilfslehrer, bekommt einen Universalschlüssel und kann nachts unbemerkt den Tunnel bauen.

Vormittags steht allerdings Unterricht auf dem Plan. Da kommt der Ober-Proll mit Knast- und Drogenvergangenheit, der selbst nur bis zur Achten in die Schule ging, nicht drum herum. Sein Motto: Die Schüler gucken ihre Lieblingsfilme, alle stehen auf Eins, wer nervt, rutscht eine Note ab. Aber da ist ja noch die übermotivierte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth), die rausfindet, dass Zeki seine Zeugnisse nur gefälscht hat und seine Methoden bei Schulleiterin Gudrun Gerster (Katja Riemann) petzen will. Es sei denn, er übernimmt die im Kollegium gefürchtete Chaosklasse 10b rund um die Anführer Danger (Max von der Groeben) und Chantal (Jella Haase).

Authentischer Proll-Charme

Mit über sieben Millionen Kinobesuchern war "Fack ju Göhte" in Deutschland der erfolgreichste Film 2013 – und das nicht umsonst. Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin hat eine herrlich überspitzte Schulwelt mit wunderbaren Charakteren kreiert. Die naive, tollpatschige und überaus engagierte Referendarin Lisi, die kleberschnüffelnde, desillusionierte Direktorin, die verzweifelte Veteranin Frau Leimbach-Knorr (Uschi Glas), der rebellische Klassenanführer Danger und die völlig überschminkte und vorlaute Chantal. Karoline Herfurth, Katja Riemann, Uschi Glas, Max von der Groeben und Jella Haase verkörpern ihre Rolle so authentisch und witzig, dass man allen den Spaß an dem Film ansieht.

Im Vordergrund steht jedoch Elyas M'Barek, der wie schon bei "Türkisch für Anfänger" vollkommen in seiner Rolle als liebenswerter Super-Macho mit fragwürdigen Erziehungsmethoden aufgeht. Korrekte Grammatik, Unterricht nach Plan? Fehlanzeige! "Achtet auf eure Ausdrucksweise ihr Wichser!", "Chantal, heul leise", "Friss nicht so viel. Oder willst du als Jungfrau sterben?". Er begegnet seinen Schülern aus "bildungsfernen Schichten" auf Augenhöhe und mischt den bürokratischen Schulalltag, der weit weg vom echten Leben ist, ordentlich auf. Eigentlich nur, um an seine Beute zu kommen, aber nach und nach schwächt seine kriminelle Energie ab und genau das ist das Schöne an "Fack ju Göhte". Die Charaktere machen im Laufe des Film eine Wandlung durch, jeder auf seine eigene Art und Weise. Teilweise unrealistisch und vorhersehbar, aber man nimmt es ihnen ab und es macht einfach Spaß zuzusehen.

"Fack ju Göhte" ist definitiv nicht nur was für Elyas M'Barek-Liebhaber. Der Film überzeugt durch viel Charme, Humor und hervorragende Darsteller, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Tipp: Unbedingt den Abspann laufen lassen!

Fack Ju Göhte

Komödie, Deutschland 2013

Regie: Bora Dagtekin

Darsteller u.a.: Elyas M'Barek, Karoline Herfurth, Max von der Groeben, Jella Haase

Verleih: Constantin Film

VÖ: 08. Mai 2014

www.fjg-film.de

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