Godzilla Monster Film
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: Godzilla

-ARCHIV-

Mit 60 geht Godzilla noch lange nicht in Rente! Ab dem 25. September auf DVD und Blu-ray

Godzilla vs. Muto

In Japan hat der "Kaijū Eiga", der Monsterfilm, eine lange Tradition. Zu den bekanntesten Ungeheuern zählt in diesem Genre unbestritten Godzilla, der in 28 Filmen des ältesten dort ansässigen Produktions-Studios Tōhō K.K. wütete – zuletzt zum 50. Echsen-Jubiläum im Jahr 2004 ("Godzilla: Final Wars"). Hollywood hat sich erst zweimal an Godzilla herangewagt: 1998 in dem verrissenen Action-Spektakel von Roland Emmerich und nun, 2014, zum 60. Geburtstag des Monsters. Die zweite US-Verfilmung des Mythos konnte zum Kinostart bei Fans und Kritikern punkten und spielte mehr als 525 Mio. US-Dollar ein. Zwei weitere Teile sind bereits geplant. Das Erfolgsrezept des "neuen" Godzilla lässt sich auf zwei einfache Zutaten herunterbrechen: Krawall. Und Remmidemmi.

1999: Bei Minenarbeiten auf den Philippinen erwecken die Arbeiter ein mysteriöses Wesen, welches jedoch schnell das Weite sucht. Kurze Zeit später kommt es in einem japanischen Atomkraftwerk zu einer verheerenden Katastrophe. Der dort tätige US-Spezialist Joe Brody (Bryan Cranston) hat zwar im Vorfeld merkwürdige Signale erkannt, konnte diese aber nicht rechtzeitig deuten. So muss er mitansehen, wie seine Frau Sandra (Juliette Binoche) in dem Reaktor ums Leben kommt.

2014: Auch nach 15 Jahren kann Joe Brody nicht glauben, dass ein Erdbeben die Ursache für das Unglück war. Denn so lautet die offizielle Erklärung von Seiten der Verantwortlichen. Immer wieder treibt es ihn in das Sperrgebiet um das ehemalige Kraftwerk. Als er wieder einmal verhaftet wird, reist sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson), der als Bombenentschärfer bei der US-Armee arbeitet, nach Japan, um seinen Vater endlich in die Heimat zu holen.

Doch Brody Senior will noch einen letzten Trip in die gesperrte Zone wagen. Endlich im Atomkraftwerk angelangt, werden Vater und Sohn Zeugen einer erneuten Katastrophe: Ein Monster namens Muto hatte sich im Reaktor eingenistet, um sich von der atomaren Strahlung zu ernähren. Endlich satt bricht es aus – und steuert geradewegs auf Hawaii zu. Das Militär ist ratlos, zumal die Signale plötzlich auch noch das Aufkommen eines weiteren Monsters anzeigen. Doch Wissenschaftler Ichiro Serizawa (Ken Watanabe) weiß, was nun folgt: Godzilla, der Erzfeind von Muto, bezieht Kampfstellung...

Anschnallen und Festhalten!

Die 2014er-Version von Godzilla geizt nicht mit Superlativen: Alles ist größer, schneller, actionreicher und krachender. Die Special Effects-Experten haben wirklich alles gegeben, um die Monster, die Explosionen und die Verwüstungen möglichst real und eindrucksvoll in Szene zu setzen. So ist dieser US-amerikanische "Kaijū Eiga" allein wegen der finalen Kampfszene zwischen Godzilla und seinen Feinden sehenswert. Hier darf tatsächlich einmal von einem Action-Spektakel die Rede sein.

Was die Neuauflage jedoch von ihren japanischen Vorgängern unterscheidet, ist die fehlende menschlische Note – hier stehen ganz klar die Monster und die Effekte im Fokus. Und das, obwohl man mit Ford Brody und seiner kleinen Familie um Frau Elle (Elizabeth Olsen) sympathische Figuren ins Spiel bringt. Theoretisch gesehen. Denn so richtig will man sich für deren Schicksal nicht erwärmen – da bangt der Zuschauer letztendlich mehr um das Wohlbefinden Godzillas als um das des kleinen Brody-Nachwuchses.

Den eigentlichen Wermutstropfen liefert "Godzilla" aber leider mit den oft Fußballfeld-großen Logiklöchern. Ohne zu viel verraten zu wollen, fragt man sich doch des Öfteren, was sich die Story-Verantwortlichen Max Borenstein und Dave Callaham sowie Regisseur Gareth Edwards da bloß gedacht haben.

Godzilla stampft solche Kritik aber schnell in Grund und Boden: Wer nach bombastischer Action mit großartiger Animation sucht, wird hier fündig. Mitdenken ist zwar nicht angesagt, dafür anschnallen und festhalten. Wir sind schon einmal gespannt, gegen wen Godzilla in den Fortsetzungen kämpfen darf und drücken King Kong ganz fest die Daumen.

Godzilla

Monster-Action, USA 2014

Regie: Gareth Edwards (II)

Darsteller u.a.: Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Ken Watanabe,  Sally Hawkins, Bryan Cranston, Juliette Binoche 

Verleih: Warner Home Video

VÖ: 25. September 2014

www.facebook.com/GodzilladerFilm

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