Ashton Kutcher als Steve Jobs | Foto: Concorde Filmverleih
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs

-ARCHIV-

Erste Biopic über Steve Jobs ab dem 27. März auf DVD

Vom Hippie zum Unternehmensgründer

"jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs" beginnt mit Applaus. Applaus für Steve Jobs auf einem Apple-Mitarbeitertreffen 2001. Das Treffen, auf dem er eine kleine Sensation vorstellt, den iPod. Doch der Film verweilt nicht lange bei diesem Ereignis. Nicht Jobs Erfolge, sondern wie alles begann, steht im Vordergrund. Deswegen geht es im Film zurück in die 1970er Jahre. Steve Jobs bricht sein Studium ab, nimmt Drogen und fährt nach Indien. Mit stimmungsvoller Musik und gelbstichigem Look wird diese Episode unterlegt. Kurz darauf entsteht in der Garage seiner Adoptiveltern die erste Werkstatt für den Apple-Computer.

Steve Jobs geht mit blindem Aktionismus vor und kennt keine Freunde, wenn es um seinen Perfektionismus, seine Vision geht. Ein Mitarbeiter der ersten Stunde umschreibt dieses Verhalten im Film äußerst treffend: "Das ist Steve. So ist er eben." Links und rechts neben Jobs bleiben Leute zurück, werden gnadenlos gefeuert - bis Steve Jobs selbst auf die Nase fliegt ... Denn die Erfolgsstory, wie es im Filmtitel heißt, war ein langer, entbehrungsreicher Weg. Wer den Werdegang des Apple-Mitbegründers nicht besonders gut kennt, wird überrascht sein, was für ein mieser Kerl zuweilen in ihm steckte. Steve Jobs ist ebenso ein verehrtes Genie wie ein skrupelloses Arschloch. Diese Spannbreite in der Charakterdarstellung lässt der Film zu und darin ist er stark. Kleine Anekdoten, wie das Parken auf dem Behindertenparkplatz oder die Feindschaft zu Bill Gates, werden geschickt aufgegriffen.

Film vs. Leben

Ashton Kutcher stand unter enormen Druck, wurde seine Besetzung doch im Vorhinein eher als Fehl-, denn als Starbesetzung bewertet. Doch Kutcher verkörpert Steve Jobs ausgesprochen gut. Er hat sich die typische Mimik und Gestik von Jobs angeeignet. Man spürt das Charisma dieses Mannes genauso wie seine Frustration, wenn er am Leben scheitert.

Das Werk von Regisseur Joshua Michael Stern hat sicherlich nicht den Anspruch, eine vollständige Dokumentation des Schaffens von Steve Jobs zu sein. Dafür ist der Zeitausschnitt auch zu spezifisch gewählt. Es ist vielmehr eine kreative Auseinandersetzung mit Jobs Leben. In den USA floppte der Film, weshalb er in Deutschland nur auf DVD erscheinen wird. Dokus gibt es dagegen seit Jobs Tod im Jahr 2011 wie Sand am Meer.

Doch noch jemand wagt sich daran das Leben von Steve Jobs filmisch zu inszenieren: Der Regisseur Aaron Sorkin will durch eine andere Herangehensweise in seinem Film überraschen. An dem Projekt wirkt auch Steve Jobs Kompagnon Steve "Woz" Wozniak mit. Man darf gespannt sein, ob der Film von Aaron Sorkin die entscheidende Spur Genie aufweist, die auch Steve Jobs zum Erfolg verholfen hat. Denn Ashton Kutchers Leistung überzeugt den geneigten Zuschauer, aber ein Meisterwerk ist "jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs" nicht, eher gutes Popcornkino für Apple-Anhänger und Kutcher-Fans.

jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs

Drama/Biographie, USA 2013

Darsteller u.a.: Ashton Kutcher, Dermont Mulroney, Josh Gad, Matthew Modine

Verleih: Concorde Home Entertainment

VÖ: 27.03.2014

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