Bandenchef Delarue und Jon
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Filmkritik: The Salvation

-ARCHIV-

Seit 24. Februar hinterlässt Mads Mikkelsen eine Spur der Vergeltung auf DVD/Blu-ray

Dänische Vendetta im wilden Westen

Wir schreiben das Jahr 1871, irgendwo im nordamerikanischen Westen: Der ehemalige dänische Soldat und Einwanderer Jon (Mads Mikkelsen) wartet am Bahnhof auf seine Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und seinen Sohn. Sieben Jahre lang musste der Aussiedler auf seine Familie, hatte er diese doch in Dänemark zurückgelassen. Gemeinsam mit seinem Bruder Peter (Mikael Persbrandt) wanderte Jon nach Amerika aus, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Doch die Wiedersehensfreude währt nur kurz. Schon auf der Kutschfahrt wird Marie von zwei Mitreisenden belästigt und Jon aus der Kutsche gestoßen. Auf der Verfolgungsjagd kann der Cowboy seinen Sohn nur noch tot bergen. Kaum an der stehenden Kutsche angekommen, rächt er sich an den Mördern und erschießt diese, um dann auch noch seine Frau tot vorzufinden.

Mit seiner Selbstjustiz ruft Jon den grausamen Bandenführer Delarue (Jeffrey Dean Morgan) auf den Plan, war doch einer der getöteten Männer sein Bruder. Delarue setzt nun alles daran, Rache zu üben und Jon zu töten. Von der Dorfgemeinschaft kann der Siedler keine Hilfe erwarten, leidet der Ort doch schon seit Jahren unter der Gewalt und den Schutzgelderpressungen des Revolverhelden. Dass Delarue dabei gemeinsame Sache mit dem Bürgermeister Keane (Jonathan Pryce) macht, ahnt niemand. Um sich vor Delarue zu schützen, liefern die Bewohner Jon an den Bandenchef aus. Noch auf der Straße wird Jon von der Bande zusammengeschlagen, in deren Lager gezerrt und an einen Pfosten gehängt. Als sein Schicksal längst besiegelt scheint, taucht Peter auf und befreit ihn unter Einsatz seines Lebens. Jon flieht und schwört erbarmungslose Rache...

Der Showdown des Mads Mikkelsen

Schon mehrmals wurde der Western tot gesagt, doch ausgerechnet der Film aus Dänemark zeigt, dass dieses uramerikanische Genre noch lebt. Den größten Anteil daran hat Hauptdarsteller Mads Mikkelsen, der den sich rächenden Lonesome-Cowboy beeindruckend verkörpert. Dafür benötigt er fast keine Dialoge, sondern nur Mimik und Gestik. Ein wenig erinnert die Rolle dabei an die von ihm verkörperte Figur des Lucas in "Die Jagd", wo er sich als Einzelner gegen die Dorfgemeinschaft stemmte, um Ehre, Recht und Gerechtigkeit wiederherzustellen. Auch Jeffrey Dean Morgan ("The Resident") spielt den Bandenchef so überzeugend, dass man die Figur Delarue einfach hassen muss.

Regisseur Kristian Levring nutzt die beeindruckende Kulisse Südafrikas, um einen harten Western im Stile Sergio Leones zu drehen. Gerade die Landschaften, das Spiel mit warmen Farben sowie Licht und Schatten stehen im krassen Gegensatz zur Handlung des Films. Denn diese zeigt Amerika als Sehnsuchtsort, der sich zum Vorort der Hölle entwickelt, abseits von jeglicher Wild-West-Romantik. Dabei wird die Gewalt nicht immer explizit dargestellt, sondern oft nur angedeutet oder die Resultate gezeigt. Wenn es überhaupt etwas an diesem straffen Western zu mäkeln gibt, dann, dass man bereits nach einer Viertelstunde den Showdown am Ende bereits ahnt.

The Salvation

Western, Dänemark/Südafrika 2014

Regie: Kristian Levring

Darsteller u.a.: Mads Mikkelsen, Nanna Øland Fabricius, Jeffrey Dean Morgan, Mikael Persbrandt, Jonathan Pryce

Verleih:Concorde Home Entertainment

Veröffentlichung: 24. Februar 2015

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