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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: 77 Bombay Street "Oko Town"

Ab dem 12.04.2013 ist der Eintritt in die Phantasiewelt möglich

Familienband á la Jackson 5?

77 Bombay Street, ein Name mit Geschichte. Die vier Geschwister haben mit ihrer Großfamilie zwei Jahre in Australien gelebt und wie es der Zufall so will, hat sich dieses Leben an der 77 Bombay Street im Vorort Oaklands Park bei Adelaide abgespielt. Matt, Joe, Esra und Simri-Ramon Buchli sind ein eingespieltes Quartett, dessen Markenzeichen die Uniform ist. Jeder der vier Schweizer ist sowohl Sänger, als auch Songwriter und kann dazu noch ein Instrument spielen.

Nächstes Ziel Europa?

In der Schweiz haben sie es bereits mit ihrem ersten Album wochenlang in die Charts geschafft, ob sie dies auch mit ihrem zweiten Album schaffen? Und das vielleicht sogar jenseits der schweizerischen Grenze? Das Potential dazu ist da. Der teilweise aufmunternde, teilweise sentimentale Folk-Rock der Jungs aus Graubünden führt auf eine Reise in die Phantasiewelt nach Oko Town. Das gleichnamige Lied, einer der 14 Titel der CD, ist leider etwas albern geraten und erinnert im Refrain etwas an „Der Gorilla mit der Sonnenbrille“. Eine Ausnahme.

„and all I wanna do forever dream“

Die Reise beginnt mit dem Titel “Follow The Rain”: „down to the place where I will see the sun again”. Es öffnet sich eine Traumwelt mit Helden wie James Bond und Superman, Phantasiefiguren wie Drachen und Meerjungfrauen und bezaubernden Tieren wie Delfinen und Wildpferden. Ein Ausbruch aus dem tristen Büroalltag: „but now I´m sitting in my office […] need to go back to Koh Phi Phi out of this city”, in die Weiten der Prärie zu den Indianern “going with the wind, […] fly with the butterflies, no high-tech, no rainy eyes”.

Hoffnungsvoll geht es in “Clown” zu, was sowohl in der Musik, als auch textlich nachvollziehbar ist: „I was born to make you happy so I´m smiling all the time […] and I´ll do the best  I can to keep that jingle jangle in your mind”, rhythmisch hinterlegt mit Gitarre, Schellenringen und Schlagzeug. Die am 01.03.2013 veröffentlichte Single „Angel“ erzeugt besonders durch den Gesang in sehr hoher Stimmlage und der dezenten Gitarrenmusik eine bedrückende Stimmung. „I´m walking down a lonely row of lights, I´m whispering to a picture on my phone and it´s you I´m waiting for”. Die Reise endet im letzten Lied “Gotta Get Home” sehr melancholisch, denn es geht, wie der Name schon sagt, zurück nach Hause: „and I know for sure deep down in the core now it´s time to go to my loved ones”.

Begleitet wird jedes Lied unter anderem von einem Piano, Gitarren und Effektinstrumenten. Das Album-Cover steht für die Aussage der Songs. Das Foto wurde in der Normandie aufgenommen, dem sogenannten „Land im Wasser“ und symbolisiert den Ausbruch aus dem Alltag hinaus in die weite Welt.

Fazit

Insgesamt überzeugt Oko Town mit der musikalischen Leistung und einer ausgewogenen Gefühlsmischung von Fröhlichkeit, Sehnsucht und Trauer. Lasst euch berieseln von den wohltuenden Klängen der Ferne, Hoffnung und Melancholie. Einen neun Fan hat die schweizerische Band auf jeden Fall gewonnen.

77 Bombay Street

Oko Town

Embassy of Musik / Warner

VÖ: 12.04.2013

Umbedingt hören: Titel 2 "Planet Earth", Titel 7 "Clown", und Titel 10 "Idian"

www.77bombaystreet.com

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