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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Biffy Clyro "Opposites"

Das neue Album der schottischen Band ist seit dem 25. Januar erhältlich

Der richtige Weg

Für Biffy Clyro gab es irgendwann nur noch zwei Optionen: Entweder aufgeben und die Band auflösen – oder weitermachen, stärker werden, die alten Dämonen besiegen. Das schottische Trio hat sich nach vielen inneren und äußeren Kämpfen für den zweiten Weg entschieden und liefert mit Opposites ein eindrucksvolles Zeugnis ihrer musikalischen wie persönlichen Entwicklung ab. Vor allem die Alkoholsucht von Schlagzeuger Ben Johnston und deren gemeinsame Überwindung hat Biffy Clyro zusammengeschweißt. "Wir hatten immer noch unsere gemeinsame Vergangenheit, die ständig irgendwie durchschimmerte. Unsere gegenseitige Liebe brachte uns wieder zusammen. Eine andere Band hätte wahrscheinlich resigniert und gesagt: Fuck this, lets go home. Doch wir achten aufeinander und wir haben es irgendwie geschafft, alles wieder ins Ruder zu bekommen. Und wir können sagen, dass wir heute stärker als je zuvor sind! Es gibt immer zwei Wege, schwere Zeiten gemeinsam zu durchstehen. Ich bin froh, dass wir den richtigen gewählt haben," berichtet Bens Zwillingsbruder und BC-Bassist James.

So wagen alle Songs auf Opposites den schwierigen Balance-Akt zwischen düsterer Melancholie und hoffnungvoller Lebenslust. Das spiegelt sich unter anderem in den Lyrics wider: "Baby if you could would you go back to the Start? Take any fresh Step or watch it all fall apart again?" heißt es z.B. in dem grandiosen Track "Biblical". Oder im tiefgründigen "Skylight": "I don't know where we're going from here but it's time to sing the saddest Song". Oder in "Spanish Radio": "Hey, you can be lost at the same time as being found".

Nicht nur textlich widmen sich Biffy Clyro auf Opposites den großen Gefühlen. Auch musikalisch wählen sie oft die große Geste und scheuen auch nicht vor dramatischen Akzenten zurück. So kommt zum Beispiel in dem schon oben erwähnten "Biblical" gar ein Kinderchor zum Einsatz. Sänger Simon, mit einer wirklich unverwechselbaren Stimme gesegnet, James und Ben führen den Hörer durch ein abwechslungsreiches Album. Da gibt es todtraurige Balladen ("Black Chandalier"), mitreißende Rock-Hymnen ("Picture a Knife Fight") und richtige Gitarrenbretter ("Stingin' Belle"). Auf dem (Doppel-)Longplayer sitzt einfach jeder Track.

Biffy Clyro mussten erst ganz nah an dem Abgrund gelangen, um endlich zu wahrer Größe zu gelangen. Mit Opposites ist ihnen der ganz große Wurf gelungen, der die drei Schotten, die schon seit 1995 zusammen Musik machen, in die oberste Musikliga katapultieren wird. Ein tolles Album!

Biffy Clyro

Opposites

Warner Music

VÖ: 25.01.2012

Für Fans von: Stadionrock á la Foo Fighters, toller Rockmusik mit Gefühl und Inhalt, abwechslungsreichem Gitarrensound, gutaussehenden Schotten

www.biffyclyro.com

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