Foto:

21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Foals "Holy Fire"

Das dritte Album der Engländer ist ab dem 08. Februar erhältlich

Selbstbewusster Indie-Funk

Das Cover der neuen Foals-Platte wirft anfangs Rätsel auf. Zu sehen ist eine Strandszene, mehrere Reiter treiben ihre Pferde im Sonnenuntergang durch das Wasser. Gut, der Bandname bedeutet zu Deutsch "Fohlen", aber sonst? Erst beim ersten Durchhören von Holy Fire  erschließt sich ein (kleiner) Zusammenhang. So entspannt, wie die Ummantelung kommen auch die elf Tracks des Longplayers daher. 

Gemeinsam mit dem Produzententeam Flood & Moulder (u.a. Smashing Pumpkins, PJ Harvey, Ninch Inch Nails, The Killers) haben die fünf Mitzwanziger von Foals ein abwechslungsreiches, sphärisches wie tanzbares Album auf den Weg gebracht.

Nach dem "Prelude", das trotz der leicht düsteren Stimmung Vorfreude weckt, geht es direkt mit "Inhaler" und einem der härtesten Gitarrenriffs des Albums weiter. Doch zwischen Textzeilen wie "So can you not go away? If just for a day?" ist noch Platz für funkige Beats, die eine perfekte Überleitung zur Singleauskopplung  "My Number" bilden. Ein Ohrwurm im Foals-Gewand mit viel "Uuuh-Oooh".

Auch die weiteren Tracks folgen dem eingeschlagenen Pfad: Melodiös, präzise und selbstbewusst. Holy Fire  klingt, als müssten Foals sich und auch sonst niemandem etwas beweisen. Sie spielen ihre Songs so, wie sie klingen müssen. Und das ist ganz groß. Neben schnelleren Nummern wie dem treibenden "Providence", bei dem einem die Gitarrenseiten nur so um die Ohren gehauen werden, begeistern auch langsamere Songs wie "Late Night", "Milk & Black Spider" oder "Stepson". Auch die ausgeklügelten Texte erzeugen einen Sog – in eine durchaus dunkle Gedankenwelt. So heißt es z.B. in "Bad Habit": "I know you've fallen again, the way I fell before. Cause I'm a bad Loser when you get your way." Oder in "Everytime": "Everytime I see you I want to sail away".

Mit dem in sich versunkenen Abschlusstrack "Moon" schicken uns Foals dann wieder zurück in die Realität, die sich ohne ihre Klänge auf einmal ganz kalt anfühlt. Man wünscht sich schnell zurück, an diesen Strand mit all den Pferden, der warmen Sonne und der Musik.

Foals

Holy Fire

Warner Music

VÖ: 08.02.2012

Für Fans von: Indie-Rock mit Funkanstrich, Hipster-Style mit Stil, Indie-Rockern wie Friendly Fires oder Two Door Cinema Club

www.foals.co.uk

Artikel-Bewertung:

2.91 von 5 Sternen bei 114 Bewertungen.