Foto: Universal Music/Gregory Nolan
Foto:

21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Frank Turner "Tape Deck Heart"

Alles aus tiefstem Herzen und zu kaufen ab dem 19.04.2013

Auch auf Kassette erhältlich

Begonnen hat er als Sänger der Hardcore-Band Million Dead, entwickelt hat er sich als Singer-Songwriter zum Solokünstler, mit mehr als 300.000 verkauften Alben. Frank Turners neue Platte ist eine Hommage an die 90-Minuten-Kassette, die seine Jugend geprägt hat. So passen die Songs, die insgesamt auf 45 Minuten kommen, genau auf eine Kassetten-Seite. Und um auch den Sound von früher richtig zu vermitteln, bringt er in die einen oder anderen Lieder das Rauschen, Knistern und Rumpeln, das bis Ende der Tape-Ära Mitte der 90er noch jedes Lied begleitete, mit ein. Um das Ganze noch zu perfektionieren, gibt es das Album auch in limitierter Anzahl auf Kassette. Wenn schon die alten Zeiten wieder aufblühen lassen, dann auch richtig.

Und immer ist es die Liebe

Tape Deck Heart beginnt mit "Recovery" und zeigt damit direkt, worum es in diesem Album geht: um Liebeskummer, speziell in diesem Lied, von der Erholung davon und dem schweren und zähen Weg bis dahin. "It‘s a long road up to recovery from her, a long way back to the life". Und das ganze läuft besonders im Refrain ziemlich lautstark ab, mit Akustikgitarre und Klavier. "Recovery" ist auch die erste Singleauskopplung des Albums, die am 05.04.2013 veröffentlicht wurde. In "The Way I Tend To Be" steht die Selbstkritik im Vordergrund und wie positive die Liebe einen Menschen verändern kann: "and if you remembered me, you could save me from the way I tend to be". Ein Lied, das eher vor Hoffnung strotzt als vor Trauer, unterstützt von recht hohen und meist abgedämpften Gitarrenanschlägen. "Four Simple Words" beginnt jazzig mit einem Piano und so auch der Gesang, was allerdings nach knapp anderthalb Minuten ein Ende hat. Und da ist er dann wieder, der, vom gebürtigen Bahrainer, so bekannte Folk-Punk. "Anymore" ist der mit Abstand leiseste und gefühlvollste Song von Tape Deck Heart. Bis auf die sehr schwach im Hintergrund gezupften Saiten, wird der Gesang, oder besser Sprechgesang, kaum musikalisch begleitet. Ganz anders hört sich "Oh Brother" an. Direkt zu Beginn schwellen Klavier und Gitarre dramatisch an. Der lebendige Anklang hält den kompletten Song über an und endet mit starker Verzerrung und lautem Rauschen, wodurch wieder die Kassette in Erinnerung gerufen wird. Zum Abschluss beginnt auch "Broken Piano" eher leise und melancholisch, bis nach über drei Minuten endlich das Schlagzeug den Takt angibt und ein einheitlicher und wirklich schöner Rhythmus entsteht.

Fazit

Die Akustikgitarre beherrscht jedes Lied, regt zum gemütlichen Mitwippen an und macht den Sound des Albums aus. Die Lieder sind hauptsächlich ruhig, was aber zum Thema gut passt. Meine persönliche Meinung: Tape Deck Heart ist nicht das beste Album Turners, schlecht ist es aber auch nicht und ein paar gute Lieder sind dabei. Aber hört rein und urteilt selber.

Frank Turner

Tape Deck Heart

Universal Music

VÖ: 19.04.2013

Anspieltipps: Recovery, Four Simple Words, Broken Piano

www.frank-turner.com

Artikel-Bewertung:

2.86 von 5 Sternen bei 105 Bewertungen.