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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: HIM "Tears on Tape"

Das achte Album der Dark Rocker erscheint am 26. April

Track by Track

  • Unleash The RedDer Opener überzeugt durch eine verträumte Melodie kombiniert mit einer elektronischen Basis und starken Gitarren. Trotzdem geht von dem Instrumentalstück viel Melancholie aus und stimmt somit gut auf das Album ein.
  • All Lips Go Blue"All Lips Go Blue" zeichnet sich durch das dominante und harte Gitarrenspiel aus, das kombiniert wird mit einer verspielten Melodie. Die Strophen sind zwar gefühlvoll gesungen, aber Ville Valos Stimme kommt etwas zu kurz und kann sich im Refrain nicht voll entfalten. Insgesamt aber einer der stärksten Songs des Albums.
  • Love Without TearsDer Ohrwurm: Viel präsenter erscheint die schön traurige Stimme von Villo Valo in den Strophen des dritten Tracks, der insgesamt etwas poppiger und leichter klingt. Gerade zum Ende hin entfaltet sich zudem eine spannungsvolle Atmosphäre bis zum Finale. "Love Without Tears" erinnert an frühere Stücke und ist ein Highlight des Albums.
  • I Will Be The End Of YouSehr viel Gitarrenbeats, wenig Gefühl- so könnte man "I Will Be The End Of You" zusammenfassen. Der Gesang ist hier nur ein gehauchtes Beiwerk und überlässt den Gitarren die Hauptrolle. Schade, denn so vergibt der Song seine Möglichkeiten.
  • Tears On TapeDie verträumten Klänge der Ballade nehmen einen sofort gefangen. Der Metal-Sound ist dabei sehr reduziert und überlässt der pianobestimmten Melodie die Oberhand. Leider singt Ville den Refrain eine Spur zu zurückhaltend. Warum gerade dieser, für das Album eher untypische Song, als Titelsong ausgewählt wurde, bleibt allerdings unklar.
  • Into The NightDer eher ruhigere Song findet eine gute Balance zwischen Gesang und Gitarrenbeats. An einer anderen Stelle des Albums hätte er vermutlich mehr Stärke entwickelt als hinter dem ähnlichen, aber stärkeren "Tears on Tape". Besonders die letzte Liedzeile überzeugt gesanglich. Aber insgesamt fehlt es aber auch diesem Song etwas an Stärke.
  • Hearts At WarIn der poppigeren Nummer spielt der Gesang wieder die Hauptrolle. Es wird gehaucht und gelitten, und das macht den Titel zum vielleicht eindrucksvollsten Song des Albums. Wunderbar schwermütig ist der starke Refrain, der gesanglich aber gerne noch etwas kraftvoller hätte sein können.
  • Trapped In AutumnDas kurze Instrumentalstück ist sehr atmosphärisch, fast gespenstisch und wirkt wie eine Verschnaufpause auf dem Player.
  • No LoveBeginnt interessant, wird aber im Verlauf leider nicht besser. Der Refrain ist einfallslos und kommt mit wenig Text aus ("There's no love…"). Insgesamt erscheint er wie ein Lückenfüller, der mit wenig Höhen und Tiefen vor sich hin plätschert.
  • Drawn & QuarteredSehr melodisch ist die etwas poppigere Nummer, bei der Villes Stimme ausreichend Platz bekommt, sich zu entfalten. Trotzdem hätte dem Refrain mehr Power gut getan. Man wünscht sich leider vergeblich, dass Ville auch mal so richtig ins Micro schreit.
  • Lucifer's ChoraleDas dritte Instrumentalstück des Albums ist sehr verstörend, düster und bedrohlich. In einer guten Minute baut der gewöhnungsbedürftige Song eine unheimliche Spannung auf und löst sie ohne Paukenschlag auf.
  • W.L.S.T.D.Bei "W.L.S.T.D." oder "When love starts to die" gibt es endlich tiefere und kraftvolle Töne von Ville zu hören. Der Gesang sorgt für Gänsehaut und der Gitarrensound wird wunderbar unterstützend eingebaut. Leider wird Ville im Refrain nicht den nötigen Platz geboten und sein Gesang in den Hintergrund gedrängt. So verschenkt der Song einiges von seinem großen Potential.
  • Kiss The VoidDas letzte Instrumentalstück ist zugleich das längste und ein wirklich schöner Abschluss. Gerne hätte man hier Villes Gesang gehört. So wirkt der Song wie ein langer Vorspann, der Hoffnung auf ein Finale weckt, das leider nicht mehr kommt. Das starke Stück endet leider ohne Knall und lässt den Hörer mit Sehnsucht nach mehr Liedern zurück.
  • Fazit

    Ohrwürmer,die an frühere Hits wie "Join me", "Gone with the Sin", "In Joy and Sorrow" oder "The Funeral of Hearts" erinnern, sucht man auf "Tears on Tape" leider vergeblich. Es klingt erwachsener und weniger massentauglich. Insgesamt dominiert der Metal-Sound und lässt Ville Valos starke Stimme in den Hintergrund treten. Auch die frühere Melancholie ist leider nicht mehr so vordergründig vorhanden. Eingefleischte Fans werden das Album sicherlich als Weiterentwicklung sehen können. Für den normalen Hörer bietet es allerdings zu wenig vom typischen Dark Rock, den man von HIM erwartet.

    HIM

    Tears on Tape

    Universal Music

    VÖ: 26.04.2013

    Anspieltipps: Love Without Tears, Hearts At War, W.L.S.T.D.

    www.universal-music.de

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