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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Kings of Leon "Mechanical Bull"

Das sechste Album der Kult-Rocker ist seit dem 20. September erhältlich

"Only By The Night" ist das Album, das die Kings of Leon 2008 weltweit durch die Decke schießen ließ. Eine Welttournee später wird es ruhig um die vier Jungs aus Tennessee. Trennungsgerüchte machen die Runde. Aber die sind nun längst vergessen, denn sie sind wieder da und liefern mit "Mechanical Bull" dreizehn starke Songs. Langweilig wird es garantiert nicht. Es ist eine gelungene Mischung aus harten, schnellen Songs und ruhigen, gefühlvollen Liedern.

Die Halle füllt sich langsam und große Erwartungen liegen in der Luft. Die Band betritt die Bühne und das erste Lied ertönt. Der Drive von "Supersoaker" lässt die ersten Menschen mit ihren Füßen wippen. Das Lied reißt die Leute langsam in ihren Bann und lässt sie sich warm tanzen. "Rock City" hat einen Aerosmith-liken Sound gepaart mit einem Country-Einschlag. Eine schräge Kombination, aber die durchdringende Stimme von Caleb nimmt spätestens jetzt alle gefangen. Das dritte Lied ist härter, drängender, herausfordernder. 2:51 Minuten schreit der Kings of Leon-Frontsänger seinen Frust hinaus und die Leute wollen am liebsten mitschreien: "It don’t matter to me, cuz it‘s always the same". Die Masse hüpft und feiert ihre Band. Und dann ist es da: Das Lied, bei dem man sofort merkt, es steckt eine geballte Ladung Gefühl darin. Die Masse kommt zur Ruhe, die Leute umfassen sich und wiegen sich im Takt. Es herrscht zwar keine romantische Feuerzeug-Stimmung, denn so traurig ist "Beautiful War" dann doch nicht. Mit "Temple" folgt kein allzu harter Bruch und die Masse kann sich von den ersten Liedern erholen und einfach den unvergleichlichen Sound genießen. Das Tempo wird aber wieder deutlich angezogen. Ein Lied, das an das Vorgänger-Album "Come Around Sundown" erinnert und somit den allgemeinen Geschmack trifft. Die Zuschauer gehen mit und wollen mehr davon. Melodischer und melancholischer ist der nächste Song auf der Setliste. Die Leute werden wieder runtergeholt und dürfen sich etwas entspannen. Denn das nächste Lied wird sie überraschen.

Kings of Leon probieren einen neuen Sound aus. Die Menge scheint zunächst etwas verwirrt, doch spätestens beim Refrain "I am your family tree, I know your A to Z" schmelzen die ersten Frauenherzen dahin. Bei "Comeback Story" brechen sie dann alle. Sphärische Klänge à la Hawaii werden ganz seicht eingespielt. Jetzt werden die Feuerzeuge herausgeholt. "Tonight" holt die Leute dann von dort ab, es beginnt ruhig und wird allmählich stärker, aber immer bleibt gemäßigt. Das klingt harmonisch und die Leute sind bereit für das nächste Lied. Das Tempo wird schnell, richtig schnell. Die Masse hüpft, tobt. Sobald der Titel "Coming Back Again" durch die Halle tönt, kocht auch die Stimmung hoch, erreicht ihren Siedepunkt. Die Masse tanzt frenetisch und feiert ihre Band. Nach diesem Kracher klingt das Konzert langsam aus. Der harte Bruch kommt mit "On The Chin" und das vorletzte Lied ist wie ein Luftholen vor dem großen Finale. Dann das Letzte Lied: Nicht zu ruhig, nicht zu schnell, sondern ein typischer Kings of Leon-Song, der die Leute "Last Mile Home" schickt. Keiner kann so recht glauben, dass es schon vorbei ist. Nur langsam geht die Masse beglückt nach Hause.

Wer die letzten beiden Alben mochte, wird auch die neueste Platte lieben. Sie hat auf jeden Fall das Potenzial den Plattenspieler nicht mehr zu verlassen und in Dauerschleife zu laufen.

Mechanical Bull

Kings of Leon

RCA Records (Sony Music)

Vö: 20.09.2013

Anspieltipps: Coming Back Again, Family Tree, Last Mile Home

www.kingsofleon.com

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