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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Mac Miller "Watching Movies With The Sound Off"

Mac Millers nachdenkliches Neuestes ist seit dem 14. Juni zu haben

Der Junge kann auch tiefgründiger!

Mal ehrlich, wegen des Covers will man für Mac Millers neues Album eher nicht seine letzten Taler auf dem Konto hinlatzen. Da sitzt dieser nackige, haarige Wayne Rooney des Hip Hop als Teil eines Stilllebens, reckt sein fleischiges Kinn in die Kamera und heftet die erschrocken Augen fest auf den Betrachter. Und da geht’s schon los – denn diese Augen haben scheinbar irgendwas erblickt, was sie früher verpeilt haben, oder zu besoffen waren, oder einfach zu jung.

Noch vor kurzem konnte man den mittlerweile 21-jährigen Ami als notengewordenes Synonym für einen fröhlichen, wenn auch ein bisschen platten Collegerap in die Runde schmeißen, aber schon sein Mixtape "Macadelic" war ein Schritt in die Richtung von "Watching Movies With The Sound Off", das deutlich schleppender und nachdenklicher klingt. Vor allem aber anspruchsvoller, das Vorhaben kann ja auch fürchterlich danebengehen, bei Mac Miller funktionierts aber ganz gut. Der Junge kann auch tiefgründiger!

Manchmal fast schon surrealistisch denkt er laut über Themen wie Isolation, Persönlichkeit oder Beziehungen nach. Bei nahezu jedem der insgesamt (stattlichen) 19 Tracks hat er sich prominente Rapunterstützung ins Boot geholt – von Action Bronson bis Tyler, the Creator. Das Konzept von "Watching Movies With The Sound Off" geht auf, der Sound bewegt sich zwischen düster, warm, melodiös und manchmal auch wieder etwas fröhlicher, treibender – in Gedenken an alte Zeiten. Zum Reinhören bitte "Gees", "REMember" oder "O.K." videogoogeln. Sein Neuestes ist auf jeden Fall was für die Sammlung, aber bitte so einordnen, dass man sich das Cover nicht ständig vor Augen hat.

 

Mac Miller

Watching Movies With The Sound Off

Universal Music

VÖ: 14. Juni 2013

www.macmillerofficial.com

www.universal-music.de/mac-miller

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