Maximo Park
CD
Too much Information
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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Maximo Park "Too much Information"

Das fünfte Album der Briten gibt's ab dem 31. Januar beim Musikhändler eures Vertrauens

Zu viele Informationen?

Sich nach fünf Alben immer noch treu zu bleiben, dabei aber nicht langweilig zu werden, ist eine hohe Kunst. Eine Kunst, die Maximo Park durchaus beherrschen. "Too much Information", so der Titel ihres neusten Longplayers, umfasst geschickt die ganze Bandbreite von Synthie-Pop bis Indie-Rock und bleibt dabei so typisch Maximo, wie es nur geht. Den roten Faden für die musikalischen Umschlingungen zwischen Melancholie und Coolness liefern zwei große Themen des Entertainment: das Nachtleben und die Literatur.

So erklärt auch Sänger Paul Smith, dass Tracks wie "My bloody Mind" oder "Is it true" von der "Nachtaktivität" inspiriert sind, von der "Sehnsucht nach etwas, das man bereits hat und die einen überkommt, wenn man gerade aus ist und feiert". Aus diesem Themenkomplex sticht vor allem die erste Single-Auskopplung "Brain Cells" heraus, die, je öfter man sie hört, einen immer größeren Sog in eine düstere, umnebelte Electro-Welt entwickelt.

Auf der anderen Seite zollt Bücher-Fan Smith der Literaturszene seinen Respekt. Das knackig-punkige "Her Name Was Audre" erzählt von der afro-amerikanischen, feministischen Dichterin Audre Lorde, die bis zu ihrem Tod 1992 als Bibliothekarin in New York City arbeitete. "Lydia, The Ink Will Never Dry" ehrt dagegen die amerikanische Schriftstellerin Lydia Davis und "I Recognise the Light" ist laut Aussage der britischen Combo eine Reminiszenz an den verstorbenen chilenischen Schriftsteller Roberto Bolaño.

Also tatsächlich "Too much Information"? "Der Albumtitel drückt die Vielseitigkeit der Songs aus", so Paul Smith. "Das Album klingt von vorne bis hinten immer noch wie Maximo Park, aber es stecken jede Menge Informationen drin. Viele unserer Songs sind emotionaler, als die Leute, die nur coole Musik mögen, die sehr distanziert und zurückhaltend ist, hören wollen. Das findet man in unserer Musik nicht so oft. Sie ist für die Momente, wenn man empfindlicher ist oder man sich einer Emotion aussetzen möchte, ob das nun der totale Überschwang ist oder etwas Melancholischeres oder Nachdenkliches. Der Titel schien mir das ganz gut rüberzubringen: Diese Art von Band sind wir."

Maximo Park beweisen mit ihrem fünften Album, dass sie eine Band sind, der es sich zu Folgen lohnt. Im Jahr 2014 zeigen sie sich weiter gereift, um ihr Können wissend und experimentierfreudig. "Too much Information" ist trotz seiner Brüche zwischen elektronischen Gefilden und klassischem Indie-Sound ein rundes Ding geworden. Zwar mag sich der Wechsel der Stimmungen und Melodien manchmal etwas holprig anfühlen, doch die Qualität der Songs entschädigt. Bei einem Track wie "Give, Get, Take" schleicht sich dann auch ein Begriff wie "schmissig" in die Gehirnwindungen. Allerdings im allerbesten Sinne. Maximo Park haben nun vielleicht nicht elf übermoderne Lieder veröffentlicht, dafür ein Album, das man gerne über die Boxen schallen lässt.

Too much Information

Maximo Park

Universal Music

VÖ: 31.01.2014

Anspieltipps: Brain Cells, My bloody Mind, I recognise the Light, Midnight on the Hill, Her Name was Audre

maximopark.com

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